Das Abdriften der Alternativen

(www.conservo.wordpress.com)

Von Adrian F. Lauber *)

Unzufriedenheit und Frustration mit unseren Mainstream-Medien sind groß – auch bei mir. Wenn ich dank des Internets nicht binnen Sekunden auch auf amerikanische, britische, schweizerische, israelische und andere Nachrichtenquellen Zugriff hätte, wäre ich – glaube ich – schon am Verzweifeln im politisch korrekten Merkelland.

Einseitigkeit, mangelnde Vielfalt des öffentlichen Diskurses, pauschale Verteufelung Andersdenkender (vor allem wenn sie aus dem konservativen Bereich kommen), das alles trifft auf einen erheblichen Teil des Mainstreams definitiv zu.

Dass inzwischen ein offener Kampf gegen die Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt geführt wird, habe ich am eigenen Leib zu spüren bekommen, da ich im August schon zum zweiten Mal ohne Erklärung und nicht etwa befristet bei facebook gesperrt wurde.

Nun sucht der frustrierte Bürger nach anderen Wegen, sich zu informieren und Antworten auf Fragen zu finden, die ihm viele Mainstream-Medien nicht beantworten können oder wollen.Die vielen Menschen, die mit Recht frustriert und unzufrieden sind, haben einer Reihe von alternativen Medien, die nicht nur, aber vor allem im Internet präsent sind, zu großem Erfolg verholfen. Zu nennen sind etwa der Videokanal KenFM des ehemaligen Radiomoderators Ken Jebsen, das Compact-Magazin des Jürgen Elsässer, Autoren wie Gerhard Wisnewski und Oliver Janich oder der Videokanal „Quer-denken-TV“ des Michael F. Vogt, um nur einige zu nennen.

Einige dieser Alternativen habe ich selbst eine Weile gerne gehört oder gelesen. Wenn ich auch manchem nicht zustimmen konnte, so fand ich es doch gut und richtig, dass man beispielsweise über Kriegslügen und Kriegspropaganda aufklärt, endlich mal grundsätzliche Kritik am Euro und an der heutigen Entwicklung der EU übt, über die Machenschaften mächtiger Konzerne und ihrer Lobbyisten, über die Grundlagen unseres Fiat-Geldsystems nachdenkt etc. etc.

Allerdings musste ich meine Meinung über einige inzwischen ziemlich populäre Vertreter der alternativen Medien gründlich revidieren.

  1. Der Westen ist an allem schuld!

Ich muss heute feststellen, dass viele von diesen Leuten das, was sie dem Mainstream vorwerfen, selber auch tun. Sie verzerren Sachverhalte, indem sie Informationen aus dem Zusammenhang reißen. Sie berichten einseitig. Sie blenden das, was nicht in ihr persönliches Narrativ passt, aus.

Nun ist der einzelne Mensch immer subjektiv, das ist ganz natürlich. Ich will auch niemandem vorwerfen, wenn er in politischen Texten nicht nur objektive Fakten, sondern auch eigene Meinungen bringt. Meine Texte enthalten auch Äußerungen meiner persönlichen Ansichten.

Da der Einzelne nie hundertprozentig objektiv sein kann, ist es immer ein Fehler, sich auf ein einziges Medium zu verlassen, wenn man sich im Dickicht des Weltgeschehens zurecht finden will. Wer sich zu leichtfertig auf eine Seite verlässt, findet sich bald auf dem Holzweg wieder.

Allerdings treten gerade alternative Medien gerne mit dem Anspruch auf, „die Wahrheit“ zu verkünden, die angeblich von allen anderen entweder nicht gesehen oder aus lauter Feigheit verschwiegen wird.

Und dieser Anspruch hat mit der Realität nicht viel zu tun.

Nehmen wir den Fall Ken Jebsen. Der ehemalige Radiomoderator hat eine große rhetorische Begabung und versteht es, Menschen für sich einzunehmen. Kein Wunder also, dass viele gebannt an seinen Lippen hängen. Leider führt das bei vielen dazu, dass sie so ziemlich alles, was er sagt, für automatisch richtig halten. Manche seiner Fans wirken wie Jünger, die ihren Guru anbeten – weniger wie vorgeblich kritische Medienkonsumenten.

Jebsen hat in seinen Videos durchaus einige sehr wichtige Themen bearbeitet und einiges zu Recht kritisiert. Herbei gelogene Angriffskriege, das Geldsystem, die Massenmedien etc.

Ein großes Problem ist allerdings, dass der Mann selber so einseitig ist, wie er es anderen unterstellt. Je länger man ihm zuhört, desto deutlicher wird, dass er sich auf ein einziges Feindbild regelrecht eingeschossen hat: den Westen. Imperialismus, Kriegslügen, manipulative Medien, das alles kommt in Jebsens Weltbild offenbar fast nur in den USA, zu einem kleineren Teil auch in Europa, vor.

Kein Wort wird man von ihm gegen diktatorische Regimes wie das chinesische, das russische oder das iranische hören. Wenn im Mainstream Vergehen solcher nicht-westlicher Mächte angeprangert werden, versucht Jebsen, sie zu relativieren oder so zu tun, als sei alles von den Massenmedien bloß überzeichnet und verzerrt. Der russische Präsident Wladimir Putin kommt in Jebsens Beiträgen – soweit ich es bisher gesehen habe – fast nur als Opfer böswilliger westlicher Propaganda vor. Putins Vorgehen in Georgien oder in der Ost-Ukraine? Putins autokratische Herrschaft im eigenen Land, die z. B. eine massive Unterdrückung der Pressefreiheit beinhaltet? Auf Kritik daran kann man bei Jebsen lange warten.

Der Mullah-Staat Iran taucht bei Jebsen nur als potenzielles Opfer eines angeblich aggressiven Westens auf. Dass der Iran eine aggressive Macht mit hegemonialen Ambitionen ist, dass er Terroristen aus diversen Ländern finanziert und bewaffnet, um mit deren Hilfe die Vorherrschaft im Mittleren Osten zu übernehmen, dass die Mullahs Israel auslöschen wollen, dass seine Aggressionen mindestens mittelbar auch den Westen bedrohen, das alles blendet er einfach aus. Überhaupt ist bei Jebsen die islamische Welt immer nur Opfer – diese Sicht hat er mit vielen Linken gemein. Kritik am Islam unterdrückt er mit dem Vorwurf der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.“ Wenn er vom Terror der Dschihadisten spricht, dann meistens nach dem Motto „Hat nichts mit dem wahren, guten, friedlichen Islam zu tun.“

Das hat er allerdings mit vielen Alternativen gemein, bei denen nicht-westliche Mächte grundsätzlich das Opfer und westliche Mächte die Aggressoren sind. Beim Compact-Magazin des Jürgen Elsässer ist es auch nicht anders. Russland, Iran und andere können dort praktisch nur Opfer sein. Hauptsache, der Aggressor sitzt irgendwo in Washington, in London oder in Paris …

Nun ist es nicht so, dass die Vorwürfe gegen den Westen automatisch alle falsch wären. Das Problem liegt darin, dass hier eine Menge Fakten ignoriert werden, um ein bestimmtes Narrativ nur ja nicht zu gefährden und es den Lesern und Zuhörern immer wieder einzuhämmern.

Es gibt viel berechtigte Kritik an westlicher Politik zu üben, aber dann so zu tun, als wäre der Westen der Weltaggressor und nicht-westliche Mächte könnten a priori nur dessen Opfer sein, ist eine enorme Verdrehung von Tatsachen. Aggressoren und Verbrecher gibt es in nicht-westlichen Staaten auch zur Genüge – und dort haben es solche Leute sogar leichter, ihre Interessen durchzusetzen, denn in Ländern wie Russland oder dem Iran gibt es keinen funktionierenden Rechtsstaat, keine Gewaltenteilung, also eine Menge Spielraum für Machtmissbrauch.

Alternative Medien weisen unermüdlich auf die Verbrechen westlicher Geheimdienste und Kollaboration mit Terroristen hin. Beides hat es gegeben, das ist unstrittig. Es wäre aber schön, wenn die Alternativen auch mal zur Kenntnis nehmen könnten, wie der sowjetische KGB im Kalten Krieg mit Dschihadisten gemeinsame Sache gemacht und antisemitische Propaganda in der arabischen Welt verbreitet hat. Eine wichtige Quelle zum Thema ist der KGB-Überläufer Ion Pacepa1, eine andere ist der Historiker Pawel Stroilow.2

Bei allem, was man dem Westen mit Fug und Recht vorwerfen kann, so ist er trotzdem die freiheitlichste Zivilisation seit Menschengedenken. Daran sollte er sich beizeiten erinnern, seine Werte verteidigen und aufhören, sich in einseitigen Verteufelungen und im Selbsthass zu suhlen …

  1. Das Geschäft der Antisemiten

Übel ist auch, wie einige alternative Medien mal mehr, mal weniger deutlich den heutigen Antisemitismus fördern.

Das bringt mich wieder zu Ken Jebsen – einem Fall, über den ich mir noch immer den Kopf zerbreche, weil er mir so merkwürdig erscheint. Dieser Mann hat früher als Radiomoderator regelmäßig Beiträge über die Verbrechen des NS-Regimes, vor allem über den Holocaust, gebracht. Das spricht schon einmal dagegen, dass dieser Kerl ein Antisemit sein soll.

Aber wenn man sich anhört, was dieser Mensch über den Staat Israel sagt, dann kommt einem das kalte Grausen. Nun mag man einwenden: „Hey, nur weil jemand mit Israel ein Problem hat, hat er doch nicht automatisch was gegen „die“ Juden.“ Stimmt. Aber ich sehe dann einen Grund, Alarm zu schlagen, wenn jemand den jüdischen Staat verteufelt und das mit uralten antisemitischen Stereotypen. Dann muss ich mich und meine Mitmenschen fragen, ob hier jemand versucht, Antisemitismus auf möglichst unverdächtige Weise auszuleben.

Jebsen hat vor Jahren ein Video mit dem Titel „Zionistischer Rassismus“ veröffentlicht, das auf seinem eigenen Kanal – soweit ich es überprüft habe – nicht mehr online ist, aber von einem anderen Nutzer auf YouTube hochgeladen wurde. Wer sich das antun will, kann ja mal reinhören. Es ist ein Stakkato von Verleumdungen, Dämonisierungen, aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, glatten Falschbehauptungen und antisemitischen Stereotypen.

Ein Beispiel: Jebsen unterstellt, dass die Weltmacht USA von pro-israelischen Lobbyisten beherrscht und in ihrem Sinne gelenkt wird. (Wie ist es dann möglich, dass Israel im Laufe seines Bestehens von den USA auch öfters mal im Stich gelassen wurde?) O-Ton Jebsen: „Es sind allen voran radikale Zionisten mit US-Pass, deren Hobby Israel ist und deren Lieblingssport im Schlachten von Arabern besteht.“ https://www.youtube.com/watch?v=FpCS6KwZ63E

Nicht schlecht, oder? Hier haben wir bereits einiges beisammen: die pro-israelischen Juden beherrschen die Weltmacht USA – und da die USA in Jebsens Weltbild praktisch immer der Aggressor sind – sind diese Leute vermutlich für alle Krisen und Kriege der Gegenwart verantwortlich. Es kommt aber noch besser: das „Schlachten von Arabern“ ist ihr „Lieblingssport.“ Zweierlei wird hier suggeriert: dass Israel unentwegt Araber umbringt und dass es ein „Sport“ ist, also eine Art Freizeitvergnügen. Da drin steckt nichts anderes als das alte antisemitische Stereotyp vom blutrünstigen jüdischen Lustmörder, der einfach aus purer Bosheit tötet und um seinen Spaß dran zu haben.

Der weitere Inhalt des Videos ist rasch zusammengefasst. Jebsen setzt das heutige Israel mit dem nationalsozialistischen Deutschland gleich und behauptet, Israel strebe nichts Geringeres an als ein israelisches Großreich – ein rassenreines Reich ohne Palästinenser. Die Palästinenser sollen „ausgerottet“ werden. Israel strebe mit ihnen die „Endlösung“ an. (Wie es möglich ist, dass die Palästinenser trotz dieser angeblichen Ausrottungspolitik zu den am schnellsten wachsenden Populationen der Welt zählen3, erklärt uns Jebsen allerdings nicht. Entweder die Israelis sind echte Versager, wenn’s um Genozid geht, oder Jebsen redet Mist.)

Das Video strotzt nur so von groteskem Unsinn. Was Jebsen von sich gibt, lässt sich mit entsprechender Sachkenntnis ziemlich einfach widerlegen. (Ein ausführlicher Beitrag von mir zu dieser Thematik, zur Dämonisierung und Verleumdung des jüdischen Staates, ist bereits in Arbeit. Ich bitte um etwas Geduld.)

Da Jebsen früher so viel Wert auf das Erinnern und Gedenken an die Nazi-Verbrechen gelegt hat, stehe ich nach wie vor etwas perplex vor seiner antiisraelischen Hetze, die er meines Wissens nie zurückgenommen hat. Er hat sich in einem Gespräch mit seinem politischen Freund Pedram Shahyar für die Benutzung des Wortes „Endlösung“ entschuldigt, aber seine Behauptungen an sich nicht revidiert.

Wieso bedient ein solcher Mann die Ressentiments, die heute in Europa wieder erstarken? Einerseits durch Masseneinwanderung aus dem islamischen Kulturkreis, in dem der Judenhass alltäglich ist, andererseits dadurch, dass auch einheimische Links- und Rechtsextremisten sowie ansonsten ganz moderate Menschen ihrem Hass immer ungenierter Luft machen.

Wer genau hinschaut, dem bleibt nicht verborgen, dass Israelhass und Judenhass nicht so ohne Weiteres getrennt werden können, auch wenn die modernen Antisemiten gern beteuern, dass sie keineswegs etwas gegen Juden an sich hätten.

Nun ist eine einseitige Sicht auf den Israel-Palästina-Konflikt noch kein Beleg für Antisemitismus. Auch dass man den jüdischen Staat nicht mag, ist kein Beweis. Aber wenn antisemitische Legenden wie die jüdische Weltverschwörung, das Stereotyp vom blutdürstigen jüdischen Kinder- und Lustmörder etc. auf den Staat Israel oder „die Zionisten“ übertragen werden, wenn Israel das Existenzrecht streitig gemacht werden soll, dann ist es wirklich nicht so schwer, zu erkennen, dass hier eine Form von Antisemitismus artikuliert wird.

Beispielhaft kann man das am alljährlich stattfindenden Al-Quds-Tag sehen. Den hat der Ayatollah Ruhollah Khomeini nach seiner Machtübernahme im Iran (1979) eingeführt und seitdem werden an diesem Tag jedes Jahr die Zerstörung Israels und die „Befreiung“ Jerusalems gefordert. Seit 1996 findet der Al-Quds-Tag auch jedes Jahr in Berlin statt und dort trifft sich dann ein buntes Sammelsurium aus radikal-islamischen, links- und rechtsextremen Israel- und Judenhassern.

Wer Agitatoren wie Jürgen Grassmann, Christoph Hörstel (bekennenden Fans des iranischen Mullah-Regimes) oder Martin Lejeune (einem bekennenden Erdogan-Fan) zuhört, die heute über den jüdischen Staat Israel so ziemlich dasselbe verbreiten, was man früher über „die“ Juden gesagt hat, der kann sich seinen Teil dazu denken. Auf YouTube ist da einiges zu finden.

Ich erinnere auch an die Hass- und Gewaltausbrüche in Nordamerika und Europa im Sommer 2014, als Israel sich gegen die Terrororganisation Hamas in Gaza zur Wehr setzte. In Europa wurden Synagogen angegriffen, Juden beleidigt und attackiert. Auf deutschen Straßen erklangen Rufe wie „Jude, Jude, feiges Schwein, komm‘ heraus und kämpf‘ allein!“, „Ihr Juden seid Bestien!“ oder „Scheiß Juden, wir kriegen Euch!“4 Alles nur engagierte Israel-Kritiker oder vielleicht doch etwas anderes?

Nun aber zurück zum Thema:

Die Dämonisierung Israels gehört zum Standard-Repertoire diverser alternativer Medien. KenFM ist nur ein Beispiel. Viele solche YouTube-Kanäle existieren, in denen das ganze Repertoire von altbekannten Legenden bedient wird. Da ist dann so ziemlich jeder Terroranschlag und jeder Krieg von den Zionisten inszeniert. Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin unterstellte Israel einen – ich zitiere wörtlich – „Genozid“ in Gaza.5 So etwas ist keine Kritik, so etwas ist Verleumdung. Dass Israel in Gaza oder irgendwo sonst einen Genozid verübt, stimmt einfach nicht. Punkt.

Ob Ken Jebsen oder Jürgen Elsässer Antisemiten sind, weiß ich nicht. Bei Christoph Hörstel bin ich mir sehr sicher, allerdings nicht hundertprozentig. Was ich aber weiß: Diese Leute bedienen mit ihrer Verdrehung von Tatsachen antisemitische Ressentiments. Sie erledigen das Geschäft der Antisemiten, die schon immer gewusst haben wollen, dass die Juden bzw. die Zionisten zu allem fähig und für alle Übel dieser Welt verantwortlich sind.

Traditionell sind antisemitische Paranoiker durch Fakten überhaupt nicht zu beeindrucken. Die Juden sind für sie an allem schuld, egal worum es geht – zur Not sogar am Holocaust. Bis heute hält sich die längst widerlegte Gruselgeschichte, dass die Zionisten mit den Nazis gemeinsame Sache gemacht und die Judenverfolgung und -vernichtung eingefädelt hätten, damit dann die Juden in Scharen aus Europa nach Palästina abhauen und die Gründung des Staates Israel möglich wird.

All das ist hanebüchner Schwachsinn. Die Nazis als Beihelfer zur Gründung Israels? Dümmer geht es kaum. Es stimmt, dass die Nazis – bevor die Entscheidung zur „Endlösung“ fiel – zeitweise den Plan hatten, die Juden aus Europa zu deportieren. Madagaskar war als mögliches Ziel geplant.

Aber was das NS-Regime auf gar keinen Fall wollte, war ein jüdischer Staat. Nach dem Nazi-Weltbild wäre ein jüdischer Staat doch ein neues Machtzentrum für das „Weltjudentum“ geworden. In diesem Sinne äußerte sich z. B. der Reichsaußenminister Konstantin von Neurath (Ribbentrops Vorgänger).

Außerdem haben Historiker vor Jahren herausgefunden, dass die Nazis vorhatten, die Juden auch in Palästina auszurotten. Eine Truppe aus SS-Männern unter dem Kommando von Walther Rauff stand zu diesem Zweck schon bereit. Geplant war, dass das Deutsche Afrikakorps unter dem Kommando von Generalfeldmarschall Erwin („Wüstenfuchs“) Rommel über Libyen und Ägypten nach Palästina vorstoßen sollte. Gleichzeitig sollte die in der Sowjetunion kämpfende Heeresgruppe Süd über den Kaukasus nach Kleinasien durchbrechen und sich mit Rommels Truppen in Palästina treffen. Den Truppen Rommels sollten Rauffs SS-Männer nach Palästina folgen und dort mit den Juden dasselbe machen wie das, was in Europa geschah. Ein jüdischer Staat war nun wirklich das letzte, was das Dritte Reich angestrebt hat. Wenn der deutsche Durchbruch bis Palästina gelungen wäre, würde Israel wohl gar nicht existieren.6

Entschuldigung, das war eine Abschweifung.

Was ich sagen wollte: leider hat sich eine ganze Reihe von alternativen Medien inzwischen in ein Fahrwasser begeben, in dem sie antisemitische Ressentiments – sei es beabsichtigt oder unbeabsichtigt – fördern.

Noch so ein Fall ist Gerhard Wisnewski, der in früheren Jahren durchaus ernst zu nehmende Fragen über nicht vollständig aufgeklärte Ereignisse aufgeworfen hat, sich aber immer tiefer in inzwischen völlig verzerrten Wahrnehmungen verläuft. In Bezug auf Israel hat er beispielsweise in seinem Jahresrückblick („Verheimlicht. Vertuscht. Vergessen“) über das Jahr 2015 auch Behauptungen aufgestellt, die einer Überprüfung nicht standhalten und an den Mythos von der jüdischen Weltverschwörung erinnern. Da ging er so weit, zu suggerieren, die Kriege in Syrien und im Irak seien von Israel angezettelt.

Der Beleg? Ein Zitat aus dem Alten Testament. Nein, kein Witz. Ein Zitat aus dem Alten Testament, demzufolge Gott den Juden Land bis an den Euphrat zugesprochen hat, genügte Wisnewski für seine Theorie, dass religiöse Fanatiker aus Israel darauf aus seien, heute ein solches Groß-Israel zu errichten und dafür Platz zu schaffen. Also: Kriege anzetteln, Menschen aus den Ländern treiben, damit sich anschließend die Israelis dorthin ausdehnen können.

Alles Unsinn. Erstens belegt Wisnewski seinen Vorwurf mit nichts weiter, sondern spekuliert. Zweitens lässt sich an der Realität ablesen, dass Israel von den Kriegen in Syrien und im Irak keinen Nutzen hat, im Gegenteil. Dort macht sich jetzt Israels Todfeind Iran breit, der mit Hilfe seiner Terror-Schützlinge den jüdischen Staat auslöschen will, wie die Führung in Teheran immer wieder ankündigt. Und wir können uns drauf verlassen: sie meinen es ernst.7

Aber der Iran ist in Wisnewskis Wahrnehmung ja kein Aggressor, sondern ein unschuldiges Opfer. Im Jahr 2012 organisierte Yavuz Özoguz, der Betreiber der Website muslim-markt, eine Reise in den Iran, die u. a. eine Audienz beim damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad beinhaltete. Teilnehmer der Reise waren u.a. Gerhard Wisnewski und Jürgen Elsässer.

Nun habe ich nichts dagegen, dass jemand in den Iran reist. Ich habe auch nichts dagegen, dass er Leute wie Ahmadinedschad trifft. Wie soll sich ein Journalist sonst ein Bild machen, wenn er nicht anhört, was sie zu sagen haben? Das Problem war nicht so sehr die Reise an sich, sondern das, was Wisnewski und Elsässer in ihren Artikeln oder in Vorträgen daraus gemacht haben: Propaganda für das iranische Regime, die ganz geschickt gemacht wurde, indem man einfach fast alles wegließ, was man diesem Regime vorwerfen muss.8 Kein Wort über den Vernichtungswillen gegen Israel, Irans aggressive Außenpolitik, Förderung des Terrorismus und vieles mehr …

Es ist schade, dass früher durchaus interessante Querdenker so den Boden unter den Füßen verlieren können … Wenn sich jemand, der für sich beansprucht, ein investigativer Journalist zu sein, zu einem Propagandisten eines totalitären Regimes machen lässt, ist das – und das ist noch viel zu milde ausgedrückt – peinlich.

Kommen wir nun zu einem anderen Problem vieler alternativer Medien:

III. Cui bono? ist zu wenig

Viele stellen zwar völlig zu Recht bei unzureichend geklärten Weltereignissen die Frage „Cui bono?“, tun dann aber anschließend so, als wäre mit der Antwort auf diese Frage der Fall schon geklärt.

Aber nur weil jemand einen Nutzen von einem bestimmten Ereignis hat, heißt das noch lange nicht, dass er auch dafür verantwortlich ist. Das kann so sein, ist aber nicht automatisch der Fall.

Doch viele ziehen diesen Kurzschluss. Sie suggerieren: wer den Nutzen hat, wer irgendeinen Vorteil daraus ziehen kann, der hat das Ganze auch angezettelt oder inszeniert oder was auch immer.

Das kein seriöser Journalismus. Die cui-bono-Frage zu stellen, ist richtig und wichtig, aber man muss danach auch nach belastbaren Fakten, Beweisen oder zumindest Indizien suchen, dann kann man Theorien darüber aufstellen, wie es denn wirklich gewesen sein könnte.

Ein cui bono? und ein Bibelzitat – siehe oben – sind zum Beispiel reichlich dürftig.

Ich bin keiner, der andere vorschnell mit Etiketten wie „Verschwörungstheoretiker“ versehen will. Aber es gibt durchaus Leute, die man zu Recht so nennt. Wer nur noch wild vor sich hin spekuliert, ohne seine Behauptungen mit irgendetwas Belastbarem untermauern zu können, braucht sich nicht darüber zu beschweren, dass man ihn irgendwann nicht mehr ernst nimmt.

Das ist auch einer der Gründe, aus dem ich mit einem Gerhard Wisnewski, den ich früher durchaus respektiert habe, heute nichts mehr anfangen kann. Ich kann den Großteil dessen, was er sagt und schreibt, einfach nicht mehr ernst nehmen.

Was man ihm und vielen anderen außerdem vorwerfen muss, ist, dass sie Informationen ignorieren, die ihr Narrativ nicht bestätigen. Wisnewski zieht in seinen Büchern die offizielle Version der Terroranschläge vom 11. September 2001 in Zweifel. Nun ist es durchaus richtig, dass einige Fragen bis heute offen sind und dass es Ungereimtheiten in der offiziellen Version gibt. Aber Wisnewski wie auch der Schweizer Historiker Daniele Ganser und andere wiederholen wieder und wieder Behauptungen, die inzwischen widerlegt sind oder die aufgrund anders lautender Informationen zumindest in Zweifel gezogen werden müssen.9

Ich zweifle nicht daran, dass Al-Qaida-Terroristen die Anschläge ausgeführt haben. Ungeklärt ist aber zum Beispiel, wie viel und welche Art von Hilfe sie von Kontaktpersonen im saudischen Establishment und im Iran bekommen haben. Ein paar Informationen sind allerdings schon zu Tage gefördert.10

  1. Weltfremder Gesinnungspazifismus

Da viele alternative Medien den Westen aus Prinzip als Aggressor und nicht-westliche Mächte so gut wie immer als Opfer sehen, spielen sie gewollt oder ungewollt aggressiven nicht-westlichen Mächten in die Hände.

Männer wie Ken Jebsen und Daniele Ganser verbreiten einen völlig weltfremden Gesinnungspazifismus, den ich zwar bis zu einem Grad nachvollziehen kann, weil auch mir persönlich eine Welt ohne Kriege am liebsten wäre, den ich aber beim zweiten Mal Nachdenken für sehr gefährlich halte.

Nicht jeder Einsatz militärischer Macht ist per se böse oder schlecht.

Ich erinnere noch einmal daran: leider kommt es vor, dass man es mit Aggressoren zu tun bekommt, die durch Dialog und Appeasement nicht von ihren Zielen abzubringen sind, vor allem wenn sie von irrationalen Antrieben, etwa ideologischem Fanatismus, beseelt sind.

Adolf Hitler wurde auch nicht durch gutes Zureden von seinem Wahn abgebracht. Sein Regime musste mit Gewalt bezwungen werden, und das war auch gut so. Auschwitz wurde nicht durch einen Ostermarsch, sondern von einer Armee befreit.

Militärische Gewalt sollte nicht das erste Mittel der Wahl sein, das ist völlig klar. Aber ein Staat braucht dieses Mittel zumindest für den Notfall in der Hinterhand, um es einzusetzen, wenn es wirklich nicht anders geht.

Gesinnungspazifismus ist weltfremd. „Verantwortungspazifismus“ im Sinne Franz Josef Strauß‘11 ist etwas für die reale Welt und die reale Politik.

Wenn gute Rhetoriker uns einreden, wir Westler seien praktisch immer die Bösen, dann kann es passieren, dass sie dabei helfen, nicht-westlichen Aggressoren eine freie Bahn zu eröffnen, weil man deren Treiben ignoriert, gegen das man ja vielleicht etwas unternehmen könnte.

Insofern erinnern mich Menschen wie Jebsen und Ganser an die Friedensbewegung im Kalten Krieg, die damals so energisch gegen den NATO-Doppelbeschluss wetterte. Auch diese Leute waren vielfach verblendet und sie waren nicht aufrichtig. Ihre Kritik richtete sich einseitig gegen die USA, von den Aggressionen und der Aufrüstung der Sowjetunion wollten sie nichts wissen …

So kann man keine vernünftige Politik machen.

  1. Schlusswort

Das soll an ein paar Gedanken über alternative Medien fürs Erste genügen.

Zum Abschluss kann ich nur empfehlen, sich nie auf eine einzige Quelle oder eine einzige Richtung zu verlassen. Außerdem kann man sich an der Grundregel orientieren, bei einer Information zu überprüfen, ob mindestens zwei unabhängige Quellen sie bestätigen. Außerdem ist zu prüfen, auf welche Quellen sich ein Autor für seine Behauptungen beruft.

Dann kann es gelingen, sich im Weltgeschehen wenigstens einigermaßen zurecht zu finden und sich fundierte Meinungen zu bilden.

Quellen:

  1. Gatestone Institute, 16.10.2016: „The Soviet-Palestinian Lie“ by Judith Bergman

https://www.gatestoneinstitute.org/9090/soviet-union-palestinians

The Washington Times, 13.1.2004: „Red past in Romania’s present“

https://www.washingtontimes.com/news/2004/jan/13/20040113-085236-5919r/

National Review, 24.8.2006: „Russian Footprints“ by Ion Mihai Pacepa

http://www.nationalreview.com/article/218533/russian-footprints-ion-mihai-pacepa

  1. Clarion Project, 30.9.2012: „The Soviet-Jihad Connection: Interview with Pavel Stroilov“ by Meira Svirsky https://clarionproject.org/soviet-jihad-connection-interview-pavel-stroilov/
  2. The Guardian, 11.2.2008: „Census finds Palestinian population up by 30%“ by Toni O’Loughlin https://www.theguardian.com/world/2008/feb/11/israelandthepalestinians.population

Zeit Online, 21.12.2016: „Palästina: UN warnen vor starkem Bevölkerungswachstum“

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-12/palaestina-un-vereinte-nationen-bevoelkerungswachstum-arbeitslosigkeit

Jüdische Rundschau, 1.6.2017: „Was das ZDF nicht erzählt: In Israel leben heute fast doppelt so viele Araber wie 1948“ von Gerd Buurmann http://juedischerundschau.de/was-das-zdf-nicht-erzaehlt-in-israel-leben-heute-fast-doppelt-so-viele-araber-wie-1948-135910820/

  1. Cicero, 22.7.2014: „Der Judenhass ist wieder da“ von Alexander Kissler

https://www.cicero.de/innenpolitik/gaza-konflikt-und-europa-der-judenhass-ist-wieder-da/57962

The Tower Magazine, Issue 17, August 2014: „The Global Pogrom“ by Benjamin Kerstein

http://www.thetower.org/article/the-global-pogrom/

Vox, 21.7.2014: „‘Gas the Jews!’: European anti-Semitism during the Gaza crisis“ by Zack Beauchamp https://www.vox.com/2014/7/21/5923145/gaza-anti-semitism-europe

Vox, 16.2.2015: „It’s not just Paris and Copenhagen: anti-Semitic violence is on the rise globally“ by Zack Beauchamp https://www.vox.com/2014/4/14/5613278/kansas-city-anti-semitism

Newsweek, 29.7.2014: „Exodus: Why Europe’s Jews Are Fleeing Once Again“ by Adam Lebor http://www.newsweek.com/2014/08/08/exodus-why-europes-jews-are-fleeing-once-again-261854.html

Douglas Murray Archive: „Douglas Murray – Israel’s Opponents“ (Sun News, Juli 2014)

https://www.youtube.com/watch?v=yZADDMS5Q78

  1. Jürgen Elsässer auf Twitter, 28.8.2014: „COMPACT 9/2014: Genozid in Gaza – Kriegsverbrecher Netanjahu“ https://twitter.com/jurgenelsasser/status/504914034248794113
  2. Der Tagesspiegel, 9.4.2006: „Studie: Nazis planten Holocaust auch in Palästina“

http://www.tagesspiegel.de/kultur/studie-nazis-planten-holocaust-auch-in-palaestina/700918.html

Der Tagesspiegel, 16.4.2006: „Hitlers Todesschwadron vor Palästina“ von Thomas Lackmann http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gesundheit/hitlers-todesschwadron-vor-palaestina-spektakulaerer-fund-deutscher-historiker-wie-die-ss-die-juden/702874.html

Fathom Journal: „An Antisemitic Hoax: Lenni Brenner on Zionist ‘Collaboration’ With the Nazis“ by Paul Bogdanor http://fathomjournal.org/an-antisemitic-hoax-lenni-brenner-on-zionist-collaboration-with-the-nazis/

  1. Siehe meine Artikel „Das ekelhaft reine Gewissen“, „Baschar al-Assad – ich muss meine Meinung ändern“, „Saudis gegen Ayatollahs“, „Die Mullahs und die Bombe“ und meine Nahost-Updates sowie die beigefügten Quellen
  2. NuoViso.TV: „Jürgen Elsässer über seine Reise in den Iran (Compact premiere Juni 2012)“ (Veröffentlicht: 26.6.2012) https://www.youtube.com/watch?v=b62R_tnDGbw

Siehe auch Gerhard Wisnewskis Jahresrückblick „Verheimlicht. Vertuscht. Vergessen“ über das Jahr 2012

  1. Wikipedia: Verschwörungstheorien zum 11. September 2001

https://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rungstheorien_zum_11._September_2001

psiram: Daniele Ganser

https://www.psiram.com/de/index.php/Daniele_Ganser

  1. JihadWatchVideo: „Robert Spencer on the Saudi and Iranian involvement in 9/11“ (Veröffentlicht: 4.8.2016) https://www.youtube.com/watch?v=narpUKPltiY
  2. Günter Gaus im Gespräch mit Franz Josef Strauß (1964)

https://www.youtube.com/watch?v=jpfA-d_YeGc

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*) Adrian F. Lauber: Wir freuen uns sehr, daß mit dem bekannten Blogger Adrian F. Lauber seit November 2017 ein weiterer renommierter Autor auf conservo tätig ist.
www.conservo.wordpress.com     4.12.2017

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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5 Antworten zu Das Abdriften der Alternativen

  1. MoshPit schreibt:

    Hat dies auf MoshPit's Corner rebloggt.

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  2. luisman schreibt:

    Hat dies auf Nicht-Linke Blogs rebloggt und kommentierte:
    Eine sehr wichtige Betrachtung alternativer Medien, deren teilweise stumpfsinniger Bias mir auch schon aufgestossen ist.

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  3. Amateur schreibt:

    Deren Geschäftskonzept ist es den Zuschauern zu erklären, das Nachrichten Nach->Richten ist.
    Deshalb nennen die sich auch alle Nachdenk-seiten, NachdenKEN.
    Das Mitdenken verhindern die damit ebenso.
    Deshalb sind deren Zuschauer auch wie Jünger.
    Wer sich mal den Spaß macht ein paar derer Youtubeprofile anzuschauen, wird feststellen, dass das eine extreme Filterbubble ist.
    Mausfeld, Ganser, Wimmer, Sarah Wagenknecht, Harald Lesch.
    Recht ähnlich der angelsächsichen Bubble um Sam Harris, Dawkins, Hitch, Hoff-Summers, Sargon, die sich die Skeptic Community nennt.

    Komisches Gemenge.

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    • Amateur schreibt:

      Noch eines ist auffällig. All diese „alternativen“ Medien pusten ins feministische Horn.
      Was immerhin insofern erstmal verwunderlich ist, als das deren Zuschauer, Jebsens zu aller erst, 95% männlich zu sein scheinen.
      Das Problem keine Journalistinnen für seine Positionen Sendung zu bekommen sprach er wohl auch mal irgendwann an.
      Da könnte man schon auf den Gedanken kommen, das uns da von außerhalb Matriarchatstheorien verkauft werden sollen. Stichwort Erich Fromm und die lustigen Kabarettisten zum Beispiel. Georg Schramm kommt mir da in den Sinn.

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      • Amateur schreibt:

        Und guckt man sich mal die SPD Präsenz im Printbereich an, dann müsste man denen ja schon fast Dummheit unterstellen, wenn die sich nicht im nächsten Schritt ihre eigene Gegenöffentlichkeit herbeizaubern.

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