Die wahren Probleme des Orients – Endlich sagt’s mal einer!

(www.conservo.wordpress.com)

Adrian F. Lauber *)

Im Rahmen einer neuen außenpolitischen Agenda, die in Kürze vorgestellt werden soll und das schon im Wahlkampf verkündete Motto „America First“ zum Leitsatz erhebt, wird die Trump-Administration laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press und anderer Medien u. a. offiziell bekräftigen, dass der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern nicht die Ursache für die Probleme des Orients ist.1

Ähnlich wie zu Trumps Jerusalem-Entscheidung kann ich dazu nur sagen: Das war überfällig. Hinzufügen möchte ich ein „Endlich sagt’s mal einer!“

Über Jahre hat man der Öffentlichkeit eingeredet, dass dieser Konflikt das zentrale Problem des Nahen und Mittleren Ostens sei. Wenn nur endlich die Sache mit den Palästinensern in Ordnung gebracht würde, würde schlagartig die Wirtschaft in Ägypten boomen, die Saudis würden aufhören, Homosexuelle hinzurichten, in Afghanistan würde man endlich mal einsehen, dass es vielleicht gut und gerecht wäre, Mädchen zur Schule gehen zu lassen, und im Iran würde ein großes Friedensfest unter dem Motto „All you need is love“ gefeiert.Das ist natürlich persifliert. Man nehme nicht die Schale, aber dafür den Kern wörtlich. Viele Medien und Politiker wollten uns weis machen, dieser eine Konflikt sei die Ursache für die Unruhen und das Chaos in der islamischen Welt – und vielfach wurde einfach nur unkritisch die Propaganda muslimischer Führer übernommen, die ihre ganz eigenen Motive haben, sich derart obsessiv mit Israel zu beschäftigen.

Ich schrieb es schon mehrmals und wiederhole es:

Israel ist ein sehr kleiner Staat, kleiner als der viertkleinste US-Bundesstaat New Jersey und nicht viel größer als das deutsche Bundesland Hessen. Israel ist ein Winzling im Vergleich zum Ausmaß der islamischen Welt.

Der Journalist Fred Maroun schreibt: „Israel (einschließlich der annektierten Golanhöhen und Ostjerusalem) entspricht nur 19% des britischen Mandatsgebiets Palästina (das Jordanien mit einbezog), auf dem Großbritannien im Jahr 1924 versprach, eine ‘jüdische Heimstatt‘ aufzubauen. Israel ist so klein, dass es 595-mal vervielfältigt werden müsste, um die gesamte arabische Welt auszufüllen.“2

Die umstrittenen Gebiete sind 6.831 km2 groß. Daran hängt der Frieden im Orient oder gar der Weltfrieden? Setzt das mal ins Verhältnis zu den zahlreichen Kriegen, Bürgerkriegen, Besatzungen und ethnischen Säuberungen, die rund um die Welt stattfinden!

Das Magazin Foreign Policy veröffentlichte im Januar die Top Ten der aktuellen bewaffneten Auseinandersetzungen, die aufgrund ihrer Opferzahlen, ihrer Reichweite und weiterer Kriterien unsere Aufmerksamkeit am dringendsten verdienen. So viel nehme ich vorweg: Der Israel-Palästina-Konflikt taucht in dieser Rangliste gar nicht erst auf. An der Spitze steht stattdessen der Krisenherd in Syrien und dem Irak, wo seit Beginn des Syrien-Krieges (2011) schätzungsweise 500.000 Menschen getötet worden sind.3

Ich vermeide es übrigens ganz bewusst, den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern noch als „Nahostkonflikt“ zu bezeichnen, weil allein dieses Wort Ausdruck der völlig irrigen Vorstellung ist, dieser Konflikt sei das zentrale Problem der gesamten Region. Ich spreche lieber von „Israel-Palästina-Konflikt“ oder behelfe mir mit anderen Ausdrücken.

Die obsessive Fokussierung muslimischer Führer auf Israel hat aus meiner Sicht vor allem zwei Gründe:

1.) Den in der islamischen Welt grassierenden Judenhass – und daraus resultierend der Unwille, die Existenz des jüdischen Staates zu akzeptieren. So erkläre ich mir auch, warum arabische Länder bis heute, siebzig Jahre nach dem israelisch-arabischen Krieg von 1948/49, damals geflohene Palästinenser, deren Kinder, Enkel und Urenkel im Status von Flüchtlingen halten und sich weigern, sie bei sich zu Hause zu integrieren, obwohl man meinen könnte, dass arabischen Ländern durchaus zuzumuten wäre, ihre arabischen Brüder und Schwestern bei sich aufzunehmen. Ich schrieb bereits darüber, dass nur für palästinensische Flüchtlinge besondere Maßstäbe gelten, dass sogar die Nachfahren – die gar nicht geflohen sind – als Flüchtlinge zählen, so dass die Gesamtzahl immer größer wird, obwohl der Krieg immer länger zurückliegt. Mittlerweile gibt es über 5,2 Millionen Personen, die beim zuständigen UN-Hilfswerk (UNRWA) als palästinensische Flüchtlinge registriert sind, aber die Mehrheit dieser Menschen sind in Wirklichkeit Kinder, Enkel und Urenkel von Flüchtlingen. Indem man auf dem so genannten Rückkehrrecht all dieser Menschen beharrt, sagt man eigentlich nur verklausuliert, dass man den Staat Israel demographisch unterwandern und zerstören will. Würden all diese Menschen nach Israel / Palästina geschickt, würden die Juden nicht sofort, aber bald zur Minderheit im eigenen Land.4

2.) Den Umstand, dass sie ungeheuer praktisch ist. Man kann so ziemlich für alle Übeln der Region Israel verantwortlich erklären, und die muslimischen Führer können jederzeit von ihrem eigenen Versagen ablenken. Es könnte uns allen ja so gut gehen, wenn das verfluchte Palästina-Problem nicht wäre!

Natürlich ist die Palästina-Frage ein ernstes Problem. Aber erstens sollte man die Verhältnismäßigkeit wahren, wenn man darüber spricht und schreibt. Zweitens sollte man nicht verschweigen, dass Israel ernsthafte Anstrengungen zur Lösung des Konflikts unternommen hat, während die angeblich moderate palästinensische Führung um Mahmud Abbas sich einer Lösung verweigert, nicht mit Israel verhandelt und nicht einmal die moderatesten Friedensbedingungen des israelischen Premierministers Netanjahu – wie die Anerkennung Israels als Nationalstaat des jüdischen Volkes – erfüllen will.

So langsam dämmert es angesichts von Bürgerkriegen und dschihadistischem Terror endlich dem einen oder anderen, dass die althergebrachte Perspektive auf die Probleme der Region möglicher Weise fehlerhaft war. Auch der eine oder andere arabische politische Führer fängt ganz langsam an, umzudenken, und merkt, dass der dschihadistische Terror und das Großmachtstreben des Iran für ihn echte Gefahren darstellen, im Gegensatz zu Israel.

Ich glaube zwar nicht recht daran, dass der starke Judenhass in der islamischen Welt in absehbarer Zeit spürbar zurückgehen wird, aber es ist immerhin besser als gar nichts, dass politisch einflussreiche Araber endlich von dem Ziel, Israel zu zerstören, abrücken und anfangen, den jüdischen Staat mit anderen Augen zu sehen – etwa als möglichen strategischen Partner zur Eindämmung des iranischen Expansionismus.5

Quellen:

  1. The Times of Israel, 18.12.2017: „Trump’s new doctrine to say Israel not the cause of Mideast problems“ by AP and Times of Israel Staff https://www.timesofisrael.com/trumps-new-doctrine-to-say-israel-not-the-cause-of-mideast-problems/
  2. Gatestone Institute, 30.8.2016: Fred Maroun: „Araber müssen ein neues Kapitel mit Israel anfangen“ https://de.gatestoneinstitute.org/8823/araber-verhaeltnis-israel
  3. Foreign Policy, 5.1.2017: „Ten Conflicts to Watch in 2017“ https://foreignpolicy.com/2017/01/05/10-conflicts-to-watch-in-2017/
  4. Siehe meinen Artikel „Don’t back down, Mr President“ und die beigefügten Quellen
  5. Siehe meine Artikel „Baschar al-Assad – ich muss meine Meinung ändern“, „Saudis gegen Ayatollahs“, „Arabiens ehrgeiziger Prinz“, die Nahost-Updates und die beigefügten Quellen

********

*) Adrian F. Lauber: Wir freuen uns sehr, daß mit dem bekannten Blogger Adrian F. Lauber seit November 2017 ein weiterer renommierter Autor auf conservo tätig ist.

www.conservo.wordpress.com     19.12.2017

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. Wer jedoch andere Foristen mehrfach persönlich angeht, beleidigt oder unflätig beschimpft, wird nach einer dreimaligen Verwarnung vom Diskussionsforum ausgeschlossen. Maria Schneider Beiträge bitte an Maria_Schneider@mailbox.org Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten in meinen emails und auf den Seiten der „sozialen Medien“ und mache mir diese Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in und mit meiner Internetadresse/emails angebrachten Links. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Zu diesem Zeitpunkt waren keine Rechtsverstöße ersichtlich. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Websites ist ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden jedoch derartige Links umgehend entfernen. Maria Schneider 10.11.2020
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Die wahren Probleme des Orients – Endlich sagt’s mal einer!

  1. jheinke schreibt:

    Danke für die Zensur, conservo.
    Mein Beitrag entsprach zu 100% den historischen, belegbaren Fakten.
    Er war mit keinem einzigen Wort antijüdisch, wohl aber ehrlich gegenüber der Entstehung Israels. Was wäre daran schlimm?
    Ach so: Ich habe selber jüdische Vorfahren.
    Ja dann – adieu, freie Meinungsäußerung.
    Ich schäme mich für Eure Reaktion.

    Gefällt mir

  2. conservo schreibt:

    @ jheinke: Ihren Beitrag habe ich rausgenommen, weil er viel zu einseitig antijüdisch und antiisraelisch ist

    Gefällt mir

  3. Gerd Taddicken schreibt:

    auf Facebook geteilt.

    mfg

    Dienstag, 19. Dez. 2017, 22:47 h – (TQLS)

    Gefällt mir

  4. jheinke schreibt:

    Hallo conservo, warum wurde mein Beitrag von Euch gelöscht? Er war weder rassistisch noch auch nur ansatzweise gegenüber dem Autor verletzend, sondern sachlich und in jedem Punkt historisch beweisbar – ich trete diese Beweise gerne an.

    Gefällt mir

  5. Martin schreibt:

    Wer das Völkerrecht ständig mit Füßen tritt, darf später nicht jammern, wenn bittere Ende kommt.
    Nebukadneza do it again!.

    Gefällt mir

  6. Runenkrieger11 schreibt:

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.