Die Entsorgung des christlichen Abendlandes als wissenschaftlicher Auftrag?

(www.conservo.wordpress.com)

Von David Berger

Johannes der Täufer gilt als wichtige Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Bund Gottes: Beide sind wesentliche Fundamente der abendländischen Kultur – Detail des Isenheimer Altars (c) Wikimedia

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Das Christliche Abendland : Fiktion, geistiger Müll oder notwendige Identifikationsformel zur Selbstfindung und -bewahrung? Gedanken zur Verächtlichmachung eines Begriffs als Orientierungshilfe für nachkommende Generationen, die sich mit christlich-jüdischer Kultur identifizieren sollen. Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

Für mich war er einer der Gründe, warum ich, wenn er dabei war, eine Talkshow bis zum Ende ansah. Seine Beiträge waren wie Kraftbrühe für den Kopf, während die anderen Teilnehmer meist nur Wassersuppe anzubieten hatten. Und die mediocren Köche: Anne Will, Maybrit Illner, Maischberger und – oh Schreck lass nach – der schnell-plappernde Quickie-Denker und so schön gegelte Schwarzkopf Markus Lanz! Manche in den Diskussionsrunden mochten vielleicht nicht schlechter formulieren als Michael Wolffsohn, doch die Substanz ihrer Formulierungen konnte man kaum mit seinen Beiträgen vergleichen.

Als ich Wolffsohn während einer der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen im Norden Israels vorschlug, die unter den Grausamkeiten leidenden israelischen Kinder in einer spontanen Hilfsaktion nach Deutschland zu holen und in deutschen Familien unterzubringen, griff er die Idee begeistert auf. (Leider teilte er mir bald schon mit, deutlich enttäuscht, dass aus dem Projekt nichts werden würde – wegen bürokratischer Hindernisse.)In der offensichtlichen Betroffenheit hatten wir, er Jude, ich Christ, wohl ein und dasselbe moralische Empfinden. War seine spontane Bereitschaft, Hilfe für Kinder zu leisten, nicht Ausdruck einer christlich-jüdischen Prägung, die im abendländischen Wertekanon beheimatet ist?

Christen und Juden kommen aus einem gemeinsamen kulturellen Elternhaus. Sie sind ganz sicher in manchem unterschiedlich, wie das unter Geschwistern so üblich ist. Aber da gibt es doch etwas, was in unser christlich-jüdisches Gen geschrieben ist: Achtung vor der Individualität und damit Freiheit jedes Menschen, Verpflichtung zur Hilfe im Sinn des Samariter-Gleichnisses, Ehrfurcht vor dem Leben, die Suche nach Meta-Physischem, und auch – die Tolerierung der verweigerten oder erfolglosen Suche danach im Atheismus.

Diese Freiheit der Entscheidung für oder gegen Gott kennt man nicht in einer Kultur, die den Ungläubigen als unterhalb des Tieres Angesiedelten verurteilt.

Da muss ein kleiner Unterschied zwischen diesen Kulturen vorliegen. Ist vielleicht doch eine spezifisch christlich-jüdische Kultur erkennbar, wie sie jetzt noch am Leben ist?

In der Süddeutschen Zeitung vom 3. April 2018 schreibt MW einen Artikel, dessen Überschrift eine augenreibende Wirkung hervorrufen muss:

„Der Begriff „christliches Abendland“ ist geistiger Müll“.

Starker Tobak.

Eigentlich riecht diese These nach zwei Personen, die mit „deutscher“, geschweige denn christlicher Kulturidentifikation nichts am Hut haben.

Aydan Özoguz, bis März 2018 Integrationsministerin, behauptete, dass eine „spezifisch deutsche Kultur […] jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar“ sei. An ihrer Seite der leider noch nicht auf einem Selfie mit der Kanzlerin um die Welt gereiste Journalist Deniz Yücel, der die Transformation Deutschlands als „Völkersterben von seiner schönsten Seite“ bezeichnet hat. Christliches Abendland als Müllbegriff ? Das hört sich an nach einer Paraphrase Yücels: „Kultursterben von seiner schönsten Seite“.

Erst 2016 hatte der Theologe und Brauchtumsforscher Becker-Huberti die These von der Phantasiegestalt ‚christliches Abendland’ vertreten, aber weniger aggressiv als Wolffsohn. Er sprach von dem Begriff als einer „Fiktion“ bzw. einer „ Chimäre“.

Insofern kocht Wolffsohn hier kalten Kaffee nochmal auf,

…ideal zubereitet für die gegenwärtigen links-populistischen Aktivisten zur Abschaffung unserer (vielleicht doch ein wenig christlich geprägten?) Kulturlandschaft, wie sie in Medien und Politik – und leider auch in der Kirche – mit wachsendem Eifer betrieben wird.

Als Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm 2016 am Tempelberg in Jerusalem sowie an der Klagemauer sich des Kreuzes als schlechthinnigem Symbol des Christentums schamlos entledigten, schrieb MW einen Offenen Brief an beide in der Bildzeitung und beklagte deren fehlenden „Bekennermut“. Wozu er sich jetzt in seinem Artikel in der SZ mutig bekennt, ist eindeutig: die inhaltliche Entleerung des Begriffs „christliches Abendland“.

Wie beides, die Kritik am mangelnden christlich-abendländischen Kulturbekenntnis der Oberhirten und die Destruktion dessen, was diese andernorts und überall zu vertreten schuldig sind, bleibt Wolffsohns Geheimnis.

Der Verdacht: In der Emotionalität der von Wolffsohn vorgenommenen Entwertung des von ihm attackierten ’christlichen Abendlandes’ macht sich etwas Luft, was mit seiner sonst gekannten analytischen Nüchternheit nicht vereinbar ist und deswegen an Glaubwürdigkeit verliert. Formulierungen wie „stammtischlerisch grölende Zeitgenossen a la Pegida … „kirchlich-christlich-abendländische Sündenregister … die abendländische Ideologie … Heidenrepublik“ sind eher fragwürdig als tragfähig, hinterlassen sie doch den Eindruck von Ressentiment. Unmutsäußerungen, die fast schon Schadenfreude erkennen lassen, findet man leider auch:

„Von 1961 an [ … ] fehlten Arbeitskräfte aus der DDR. Bonn suchte und fand – Türken. Sie wurden [ … ] wie Waren importiert, das hat nicht nur ihre erste Generation frustriert. … Heute wird uns von ihren Kindern und Kindeskindern die Rechnung dafür präsentiert. So mancher reagiert darauf wie in Schillers Fiesco: „Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen.“ Anstand sieht anders aus.“

Begriffe sind der sprachliche Kitt des Zusammenhalts Gleichgesinnter

Begriffe auf ihre Belastbarkeit hinsichtlich ihrer Präzision zu untersuchen, ist ein legitimes, weil originäres Anliegen von Wissenschaft. Aus der Sprachpsychologie weiß man jedoch auch, dass die emotionale Aufladung eines Begriffs über die zu fordernde wissenschaftliche Präzision hinausgeht und dabei, was entscheidend ist, Wirkmächtigkeit entfalten kann. Begriffe können damit durchaus auch einen legitimen Anspruch erheben, der nicht in sich schon „Müll“ ist, nur weil es ihnen an Präzision mangelt.

Was sind die Folgen einer Streichung des Begriffes „christliches Abendland“?

Wenn man die Konsequenzen aus der von Wolffsohn geforderten Eliminierung des Begriffes „Christliches Abendland“ im Bewusstsein heranwachsender Generationen erwägt, stellen sich bedrohliche Bedenken ein.

Wollen wir, die schon länger hier lebenden Deutschen, darauf verzichten, unsere Kultur über das Christlich-Jüdische weiterhin zu definieren und sie allen – auch den neu Dazugekommenen- als den geistigen Nährboden erhalten, der uns Jahrhunderte lang geprägt hat?

Oder wollen wir die mit dem Begriff verbundenen Inhalte namenlos im Raum stehen lassen und damit in die Vergessenheit entsorgen? Und damit einem neuen Kulturverständnis Platz machen, dessen Inhalte konträr zu den ‚christlich-abendländischen’ stehen?

Die Botschaft an Heranwachsende

Heranwachsende in unsere Kultur einzuführen, die prägend für vergangene Generationen war und die im Abendland Werte wie Toleranz, die Gleichheit von Mann und Frau, von Menschen aller Stände und Hierarchien, sowie die Freiheit des Individuums hervorbrachte – all dies wird bei Menschen, die sich damit identifizieren, immer noch als Teil der abendländischen Kultur betrachtet. Beispiele für den Verrat an diesen Werten, die Wolffsohn zurecht anführt, stellen die Summe des Erreichten nicht in Frage.

Wenn der Begriff „christliches Abendland“ um das Jüdische aus Präzisierungsgründen ergänzt werden muss, gibt es nichts dagegen einzuwenden.

Dann spreche man eben von „christlich-jüdischem Abendland“, mit dem Hinweis auf die gültige Präsenz dieser Kultur, auch wenn Judentum und Christentum dem Morgenland entwuchsen.

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Judenpogrome, selbst wenn sie christlich verbrämt wurden, sind zwar schreckliche Zeugnisse einer pervertierten christlich-abendländischen Kultur. Die inhärente Verbindung des Christlichen mit dem Jüdischen ist dadurch nicht aufgehoben.

Es geht nicht unwesentlich darum, den jungen Menschen von heute (soweit sie sich überhaupt dafür interessieren), eine übergreifende Identifikation mit unseren, in der westlichen Kultur geltenden Werten und dem notwendigen Wir-Gefühl zur Bewahrung dieser Werte anzubieten und zu erhalten.

Die Transformation des christlich-jüdischen Abendlandes in ein „buntes Abendland“ herbeizusehnen, wie dies von einer bestimmten politischen Couleur gefordert wird, und dies als moderne Erlösungsvision zu präsentieren – das kann wohl nicht die Lösung sein.

Dann nämlich ist nicht nur der Begriff, sondern auch die „Sache“ christliches Abendland Müll.

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Kommentare zum Artikel (Auswahl):

„Demokrat“

Es geht also wohl darum, dem Volk einerseits das Gefühl der Heimat eingrenzend abzusprechen, um dann den sinnentleerten Begriff mit dem politisch goutierten und gewollten Füllmaterial wie Multikulti, Islamophilie usw zu stopfen. Da Heimat emotionale Bedeutung hat, man also kaum argumentativ allgemeingültige Aussagen treffen kann, kann auch ein Herr Wolfssohn nicht mit Logik punkten, …

Selbst ich als Religionsfreier käme niemals auf die Idee, den Anteil, den das Christen- und Judentum schon rein historisch an unserer Kultur hat(te), zu leugnen, im Gegenteil. Ich könnte mir vorstellen, dass es MW, als einem klugen Vertreter des Establishments, darum geht, die Deutungshoheit über den Begriff Heimat an sich zu ziehen.

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„Hausmeister“

Sind es nicht Christdemokraten, die die Islamisierung mit aller Gewalt vorantreiben, unterstützt von den Kirchen, die sich dumm und dämlich an der Flüchtlingskriese verdienen? Da schafft sich ab, was abgeschafft gehört. Weiter so.

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marion hartmannsweier

Würden wir unsere Werte leben,

– gäbe es kein Beschneidungsgesetz

– dürfte kein Muselmanischer einer Ziege die Kehle durchschneiden.

– müsste jedes Kind im Sport- und Biologieunterricht teilnehmen

– müssten Muselmanische in der Schule am christlichen Religionsunterricht teilnehmen – Islamunterricht gibt es nicht.

u.s.w.

Leben sie ihre christlichen Werte!

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Cloé

Wer das christliche Abendland „entsorgen“ will der nimmt damit den Menschen dieser Länder einen wichtigen Bestandteil dessen was sie und ihre Geschichte ausmacht. Löscht man die Geschichte von Ländern aus, was bleibt dann noch ?

Das ist die typische Vorgehensweise bei einem Genozid.

Fest verankert in der deutschen Kultur kann meine Familie seit Jahrzehnten ihren jeweiligen Glauben bisher frei ausleben. Daher kann ich sagen das beides, sowohl deutsch zu sein als auch den jüdischen oder christlichen Glauben praktizieren zu können, kein Gegensatz ist. Beide ergänzen und bereichern sich auf eine schöne Weise.

Bisher ging es uns damit sehr gut. Bisher.

Ich bin mit 26 Jahren (aus u.a. ! pragmatischen Erwägungen, denn der Gott bleibt derselbe) vom jüdischen zum katholisch-christlichen Glauben gewechselt, feiere jedoch weiterhin mit der Familie die jüdischen Feste.

Unsere Kinder haben sich mit 14 Jahren entschieden den jüdischen Glauben beizubehalten, nachdem sie Beides genau kennenlernten.

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maru

Vor allem aber ist dann unsere kulturelle IDENTITÄT und unser kulturelles ERBE komplett zum Teufel!

Der Islam konnte in Europa nur deshalb so stark werden, weil die Europäer sich vom Glauben abgewandt haben. In dieses VAKUUM ist der Islam vorgestoßen. Ein Vakuum wird nämlich immer gefüllt, das liegt in der Natur der Sache.

Statt also weniger Abendland lautet die Therapie: Mehr Abendland!

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DasKleineKrümelmonster

In meinen Augen ist das der Beginn der Dekonstruktion des Begriffs „Heimat“. Wir sollen heimat- und wurzellos gemacht werden. Wurzllose Gesellschaften haben keinen inneren Zusammenhalt mehr und lassen sich übrigens auch leichter regieren, was die nächste Frage nach Demokratie aufwirft.

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Tanzender Berg

Wolffsohn war immer schon durch und durch Establishment. Darüber sollten Intelligenz, Kenntnisse und Formulierungskünste nicht hinwegtäuschen. Schon vor Jahren befürwortete er in seinem Buch zum „Weltfrieden“ die Einführung der Scharia für die in Europa lebenden Muslime. Eurabia pur.

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M.K.

Zum Untergang des Abendlandes mittels Anwerbeabkommen hat Heike Knortz („Diplomatische Tauschgeschäfte“) eine etwas andere Meinung… Der Verzicht auf mechanische und organisatorische Rationalisierung statt Anwerbung führte damit direkt in eine Wachstumsschwäche. „Güle güle“ Okzident wir werden nun zum Orient…

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Matt

„Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm 2016 am Tempelberg in Jerusalem“, das war für mich eine Erniedrigung meiner ganzen sozialen Herkunft und christlichen Sozialisation. Ich habe der Kath. Kirche den Rücken gekehrt, obwohl meine 47 Jahre lange Berufstätigkeit sozusagen aus den Erzählungen der Bibel entsprungen war.

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*) Der Berliner Philosoph und Theologe David Berger (Jg. 1968) war nach seiner Promotion (Dr. phil.) und der Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch „Der heilige Schein“ über seine Arbeit im Vatikan als homosexueller Mann. Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Homomagazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritk. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European). Seine Bibliographie wissenschaftlicher Schriften umfasst ca. 1.000 Titel.
Dr. David Berger betreibt das Blog PHILOSOPHIA PERENNIS, mit dem conservo einen regelmäßigen Austausch pflegt.
www.conservo.wordpress.com      11.04.2018

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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2 Antworten zu Die Entsorgung des christlichen Abendlandes als wissenschaftlicher Auftrag?

  1. MoshPit schreibt:

    Hat dies auf MoshPit's Corner rebloggt.

  2. greypanter schreibt:

    Der im vorliegenden Beitrag neu geschaffene Begriff „christlich-jüdisches Abendland“ fordert Widerspruch heraus. Jahrhunderte lang waren die Juden in Europa eine gettoisierte Minderheit, welche auf die Prägung unserer abendländischen Kultur keinerlei Einfluss nehmen konnten. Erst seit dem 19. Jahrhundert konnten Juden in der bürgerlichen Gesellschaft Fuß fassen, indem sie sich kulturell ihrer Umgebung anpassten. Obwohl sie fortan aufgrund ihres hohen Intellekts einen sehr starken Beitrag zur weiteren Entwicklung von Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft des Abendlandes leisteten, unternahmen sie nicht den Versuch, das Abendland entsprechend der jüdischen Religion neu zu prägen. Sie leisteten ihren wertvollen Beitrag innerhalb unserer christlich geprägten Kultur. Erst in Folge des Holocausts kam es in Teilen des Judentums zu einer starken Distanzierung und zu einem verstärkten kulturellen Selbstbewusstsein des jüdischen Bevölkerungsanteils. Es gab jedoch auch nach 1945 herausragende jüdische Persönlichkeiten, wie Marcel Reich-Ranicki, welche sich zu unserer traditionellen Kultur bekannten und innerhalb dieser ihre Lebensaufgabe sahen.

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