Der Ehekrach

(www.conservo.wordpress.com)

von INGE Steinmetz – Satirikerin·

Hallo, Frau Bundeskanzlerin, ich bin blond und habe wieder eine Frage: Gibt es bei Ihnen zuhause auch ab und an mal Zoff?

Eigentlich war es ja ein Grund zur Freude! Gerade hatte ich noch so eine Email bekommen, dass ich wieder 650.000 Euro gewonnen habe – ich muss nur noch meine Bankdaten etc. nach Afrika schicken, dann wird der Betrag vom dortigen Anwalt überwiesen – da ging der Ehekrach schon los. Bevor zuhause deshalb eingebrochen wird, sich das Geld hier anhäuft oder einer Inflation zum Opfer fällt, haben wir also überlegt, was man mit dem Vermögen anfangen kann.

Mein herzallerliebster aller mir angetrauten Ehemänner liebt alte Fahrzeuge, also richtige Oldtimer, hätte gerne alte Ford Mustangs, uralte Corvettes (ich dachte immer, das seien französische lange Weißbrote, aber er weiß ja alles besser!) und noch so ein paar andere Wagen, die viel Benzin fressen und natürlich auch eine dazugehörige Halle benötigen, damit sie ordentlich untergebracht werden!Er weiß aber doch genau, dass ich in regem Kontakt mit ihnen stehe, Ihnen nun mehr seit fast drei Jahren an den Lippen hänge. Dass ich Ihre Politik und Hilfsbereitschaft, Ihre Humanität so bewundere und wie Sie so großzügig Hilfe anbieten und Milliarden verteilen. Nun endlich bietet sich auch mir die Gelegenheit, etwas für die „Flüchtlinge“, die „Fachkräfte“ und die zu tun, die unser Land vor Inzucht und Überalterung retten.

Habe also vorgeschlagen, dass wir das Geld lieber in ein oder mehrere ländliche Krankenhäuser stecken, die nun nicht mehr benötigt werden, da Herr Spahn eine Versorgung zentral in Städten bevorzugt, damit die Menschen eine „bessere und qualifiziertere“ Leistung erwarten können. Schade um die alten Gebäude, dachte ich mir und kam auf die Idee die leer stehenden Krankenhäuser aufzukaufen und in „Flüchtlingsunterkünfte“ umzufunktionieren. Damit erweise ich nicht nur den gekommenen Menschen einen großen Dienst, ich kann mir vorstellen, dass Sie Frau Bundeskanzlerin, mich in Ihrer nächsten Neujahrsansprache auch erwähnen werden, als gutes Beispiel, da ich – völlig uneigennützig – mich an der Unterbringung und Integration der Menschen beteiligen werde, die Sie mit Ihrer Propaganda im Balkan und in Afrika ansprechen und auffordern nach Deutschland zu kommen.

Mein Gott, was hat sich mein Mann aufgeregt – man merkt doch, dass er ein Einzelkind war und es immer bleiben wird. Erst als ihm vorgerechnet habe, was bei ca. 200 belegten Zimmern in so einem Krankenhaus an Rendite rauskommt und dass er sich davon täglich einen neuen Wagen leisten kann, konnte ich ihm meine Humanität und Nächstenliebe schmackhaft machen.

Für mich war es eine ganz neue Erfahrung, wie schwer Sie es haben, Ihre Politik jeden Tag aufs Neue gut verpacken zu müssen.

www.conservo.wordpress.com     23.04.2018
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Über conservo

„Conservo“ ist seit 59 Jahren politisch tätig und hat dabei 25 Jahre hauptamtlich in der Politik gearbeitet. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 22 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 44 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. conservo ist stolz au sein Vaterland und ein überzeugter Europäer - für ein Europa der Vaterländer auf christlich-abendländischem Fundament. Als (neben F.J. Strauß und Gerhard Löwenthal u.a.) Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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8 Antworten zu Der Ehekrach

  1. MoshPit schreibt:

    Hat dies auf MoshPit's Corner rebloggt.

  2. Freya schreibt:

    Genau! „Täglich einen neuen Wagen…“. Ach ich habe mal wieder schön gelacht. Danke an Frau Steinmetz. Und wirklich, ich habe mein altes Schätzchen im letzten Jahr verkauft, weil es für Normalbürger nahezu unbezahlbar wird, die Unterbringung usw. Hätte ich bloß schon die Idee mit den Krankenhäusern gehabt, mein Auto wäre noch bei mir. Ach nein, ich könnte täglich ein Neues kaufen.
    ein herzerfrischender Beitrag, Danke. patriotische Grüße von Freya

    • ceterum_censeo schreibt:

      Nun ich überlege auch, ob ich nicht noch ein paar Milliönchen locker machen kann dafür.
      MerKILL’SS Dank wäre mir doch sicher gewiss?

      Ihnen auch herzliche patriotische Grüsse zurück, liebe Freya. Bleiben Sie standhaft.
      Ich denke immer mal wieder an die polnische Nationalhymne ‚Noch ist Polen nicht verloren…‘
      Ich hoffe sehr, das gilt auch für Deutschland!

  3. Runenkrieger11 schreibt:

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

  4. Öko-Theosoph schreibt:

    Die deutsche Regierung zeigt endlich mal Standfestigkeit. Sie hat den türkischen Wahlkampf in Deutschland verboten. Zudem geht die Geburtenrate in islamischen Staaten massiv zurück. Bitte googeln „Geburtenrückgang Iran“. Siehe dazu auch meine Internetseite.

  5. gelbkehlchen schreibt:

    Leider ist es keine Satire, dass die scheinheiligen „hochmoralischen“ Verbände der katholischen und evangelischen Kirche, Caritas und Diakonie, eine goldene Nase an den Flüchtlingen verdienen. Und damit rücksichtlos und unsolidarisch die größere Gemeinschaft der Deutschen und den deutschen Steuerzahler ausbeuten und versklaven. Obwohl sie doch ganz groß die Nächstenliebe, also die Liebe zum Nächsten, auf ihre Fahnen geschrieben haben.
    Kann es noch eine bösartigere Heuchelei geben? Hinterhältig hoch 3!
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/das-geschaeft-mit-den-fluechtlingen-boomt-14076977.html
    https://dieunbestechlichen.com/2017/11/die-gewinner-der-fluechtlingskrise-caritas-und-diakonie/

  6. luisman schreibt:

    Hat dies auf Nicht-Linke Blogs rebloggt.

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