„Die 68er und ihre geistigen Brandstifter“


(www.conservo.wordpress.com)

Eigener Bericht

Der „Marsch durch die Institutionen“

Dr. Thomas Jahn, stellv. Bundesvorsitzender der WerteUnion, hielt am 26.04.2018 bei einer gut besuchten CSU-Veranstaltung in Augsburg der Frage nach, wie die „neue Linke“ 50 Jahre nach ihrem Symboldatum „68“ zur alles dominierenden politischen Richtung in Kunst, Kultur, Medien und Funktionseliten werden konnte.

Eine Antwort gab Jahn mit Fingerzeig auf die geistigen Urheber der neuen Linken, der im Neomarxismus wurzelnden Frankfurter Schule mit ihrer „Kritischen Theorie“. Doch der vielzitierte Marsch durch die Institutionen gelang den vielfach gewaltbereiten Linksextremisten vor allem deshalb, weil etablierte politische Kräfte, wie z.B. Gewerkschaften, Kirchen, Verbände oder politische Parteien wie die SPD den aus den Anfängen der Bundesrepublik stammenden „antitotalitären Konsens“, also die klare Abgrenzung von rechts- und linksextremistischen Bestrebungen, aufkündigten.

Hier ist der hochinteressante Text der Rede von Dr. Jahn:

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Die ideologische Dominanz der Linken in Deutschland und ihre neomarxistischen Wurzeln

Von Thomas Jahn *)

Wie konnte die „neue Linke“, 50 Jahre nach ihrem Symboldatum „‘68“ zur alles dominierenden politischen Richtung in Kunst, Kultur, Medien und Funktionseliten aufsteigen?

Die erste Antwort liefert uns ein Blick zurück ins 19. Jahrhundert. Karl Marx und seinen Machern spielten die prekären sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft zu Beginn der Industrialisierung in die Hände. Die von ihnen geweckte uralte Sehnsucht nach der Gleichheit der Menschen und der Rückkehr zu einer paradiesischen, kommunistischen Urgesellschaft, war letztlich ein Vehikel, um für ihren Drang zu politischer Macht.

Schon im orthodoxen Marxismus zeigte sich ein immer wiederkehrendes Motiv, die philosophische Rechtfertigung für Gewaltanwendungen aller Art, um ein hehres Ziel zu erreichen, was sich vor allem in der marxistischen Klassenkampf- und der Verelendungstheorie zeigt:

Gewaltlegitimation und „Repressive Toleranz“

Die marxistische Theorie präsentiert sich als Widerstandsbewegung gegen die angeblich unzumutbaren, herrschenden Verhältnisse. Abhilfe sei nur durch Revolution möglich.

Die marxistische Verelendungstheorie als Bestandteil des dialektischen Materialismus, postuliert einen historischen Determinismus, nämlich die geschichtliche Zwangsläufigkeit des Konflikts: Da die Geschichte eine Geschichte der Klassenkämpfe sei, komme es ohnehin zum gewalttätigen Konflikt: Die Arbeiter sind Opfer der historischen Umstände und werden durch Ausbeutung zur revolutionären Gewaltanwendung getrieben.

Das wiederkehrende Gewaltmotiv der Linken hat also immer einen Anlass, ist quasi aufgezwungen, indem die von der Linken ausgehende Gewalt semantisch zur „Gegengewalt“ uminterpretiert wird. Inspiriert von Lenins Leitsatz „Recht ist, was der proletarischen Klasse nützt“ präsentierte z.B. Bertold Brecht 1930 sein als Parabel konzipiertes sogenanntes „Lehrstück“ „Die Maßnahme“. Darin wird der Mord an einem als politisch unzuverlässigem Mitglied einer kommunistischen Untergrundgruppe gerechtfertigt, weil angeblich nur dadurch der revolutionäre Auftrag der Gruppe erfüllt werden konnte (Zitat aus dem von Hanns Eisler vertonten Stück: „Ich weiß nicht, was ein Mensch ist, ich kenn‘ nur seinen Preis“).

Eine moralisch ähnlich unhaltbare Gewaltlegitimation lieferte später der Spiritus Rector der linken deutschen Studentenrevolten seit 1967, Herbert Marcuse, Vertreter der „Frankfurter Schule“, über die später noch zu sprechen sein wird, in seinem 1965 erschienen Essay „Repressive Toleranz“. Demnach akzeptiere die gegenwärtig im Westen herrschende Toleranz eine aggressive Außenpolitik, Aufrüstung, Chauvinismus und Diskriminierung aus rassischen und religiösen Gründen, die nicht zu tolerieren sei, sondern mit Gegengewalt bekämpft werden könne. Das Denken in solchen Zirkelschlüssen kennzeichnete nicht nur die terroristische RAF, sondern auch heutige linke Gewalttäter, wie die Neue Züricher Zeitung am 30.09.2016 mit Blick auf Deutschland zutreffend feststellt:

„Die linksextreme Szene von heute wird wohl kaum noch Marcuse lesen, dazu ist sie viel zu sehr mit Aktionen und Gewalt-Tourismus beschäftigt. Das Denkmuster indes, wonach der Eruption linker Gewalt immer eine Repression oder ein rechter Gewaltakt vorausgeht, ist in den Köpfen fest verankert. Brennt, wie jüngst in Leipzig, das Auto von Frauke Petry, heißt es auf der Internet-Plattform «linksunten.indymedia» prompt, das sei bloß die Quittung für eine «geistige Brandstifterin»….

Oder es gilt das Abfackeln von Luxuskarossen im Berliner Umland als legitime Antwort auf die Teilräumung der Rigaer Straße 94. Dort im Grünen wohnten ja «die Profiteure einer besitzstandswahrenden Gesellschaftsordnung», schrieb ein Kommentator und meinte: «Ein ‹bedroht ihr uns in unseren Räumen, bedrohen wir euch in euren› ist auf jeden Fall wirkungsvoll.» Pardon wird nicht gegeben, und die Toleranz gegenüber Minderheiten, auf die man so stolz ist, bleibt reserviert für Gesinnungsgenossen. Die Opfer linksextremer Gewalt hingegen sind in dieser Perspektive vor allem immer eins: selber schuld.“

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs hätte sich die Theorie von Karl Marx, wonach die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft die Geschichte von Klassenkämpfen sei, eigentlich erfüllen müssen. Stattdessen bekannten sich auch die meisten Marxisten in den kriegsführenden Ländern zu ihren jeweiligen Nationen.

Die meisten SPD-Abgeordneten stimmten im Reichstag bekanntlich für die Kriegskredite, anstatt für das imaginäre internationale Proletariat einzutreten.

Angesichts dieser Ereignisse formuliert der russische Berufsrevolutionär Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, eine neue These: Demnach sei der Imperialismus, in Form des Weltkriegs, erst noch ein weiteres Stadium des Kapitalismus.

Die „Diktatur des Proletriats“

Abweichend von Marx vertrat Lenin nun darüber hinaus die Auffassung, dass die Revolution nicht in einem Land mit einer starken kapitalistischen Wirtschaft ausbrechen werde, sondern in einem wirtschaftlich unterentwickelten Land wie Russland. Dazu bedürfe es einer revolutionären Bewegung, die von einer disziplinierten Spitzengruppe angeführt werde, die notfalls bis zum Äußersten gehen müsse.

Damit knüpfte Lenin an seine Forderung nach der „Diktatur des Proletariats“ auf dem Londoner Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands 1903 an. Seine damalige Parteitagsforderung hatte auch zur Spaltung der russischen Sozialdemokraten in Bolschewiki (russ.: Mehrheitler) und Menschewiki (Minderheitler) geführt. Seither waren die Anhänger Lenins als „Bolschewiki“ oder „Bolschewisten“ bekannt.

Am 26.10.1917 übernimmt Lenin mit dem berühmten Sturm auf das Winterpalais des Zaren die Macht in Petrograd. Nach einem mörderischen Bürgerkrieg mit 10 Millionen Opfern und über 1,5 Millionen von den Bolschewisten ermordeter „Klassenfeinde“ wird die Rote Armee 1920 vor den Toren Warschaus gestoppt. Lenins Theorie von der im Zeitalter des Imperialismus als höchster Stufe des Kapitalismus unmittelbar bevorstehenden proletarischen Weltrevolution war damit gescheitert.

Und damit nicht genug:

Es kam zur Entstehung von Gegenbewegungen, wie dem italienischen Faschismus, dessen Begründer Benito Mussolini 1914 als damaliger Chefredakteur der Parteizeitung der italienischen Sozialisten zum glühenden Kriegsbefürworter und Nationalisten wurde und 1922 mit dem Marsch auf Rom die Macht in Italien übernahm.

Neben der heute in der Wirtschaftswissenschaft unbestrittenen Unhaltbarkeit der marxistischen Arbeitswertlehre verfängt auch die marxistische Kapitalismuskritik nicht.

Der Begriff des Kapitalismus stammt übrigens nicht von Karl Marx, sondern von dem britischen Ökonomen der klassischen Schule der Nationalökonomie David Ricardo, wonach Kapitalismus eine auf freiem Unternehmertum, Privateigentum an den Produktionsmitteln und Vertragsfreiheit beruhende Wirtschaftsordnung ist.

Die moralische Überlegenheit des Kapitalismus

Dr. Martin Rhonheimer, katholischer Priester und Professor an der Päpstliche Universität vom Heiligen Kreuz in Rom, weist in verblüffender Weise auch die moralische Überlegenheit des Kapitalismus nach. Rhonheimer beschreibt den Kapitalismus als die Wirtschaftsform, in der privater Reichtum zu Kapital wird, daher als „Wirtschaftsform des Gebens“:

„Der Kapitalist gibt von seinem Reichtum, anstatt diesen für den Konsum zu verwenden, und zwar auf eigenes Risiko und ohne dafür zunächst unmittelbar etwas zurückzuerhalten.

Unmittelbare Nutznießer seines Gebens sind diejenigen, die durch das produktive Investieren von Reichtum Arbeit und Lohn erhalten und zwar sofort. Kapitalismus schafft zu allererst einmal neuen Reichtum in der Form von Arbeit und Löhnen. Die entlohnten Arbeiter sind also die ersten und unmittelbaren Nutznießer des Kapitalismus. Löhne sind vorgezogene Anteile am zukünftigen Unternehmensgewinn, deren Ausbezahlung nur dank unternehmerischer Leistung und Risikobereitschaft möglich ist. Der Kapitalist erhält seinen Anteil, wenn überhaupt erst viel später. Deshalb ist es auch nur gerecht, dass – sofern ihm nachhaltiger Erfolg beschieden ist – er mehr erhält als die entlohnten Arbeiter.  

Im Kapitalismus kann man nur reicher werden, wenn man auch andere reicher macht.

Der Sozialismus ist hingegen die Wirtschaftsform des Nehmens. Im Sozialismus wird verteilt, was man anderen weggenommen hat, solange, bis alle – außer die privilegierte Schicht der Verteiler und Planer – gleich arm sind, dann bricht das System zusammen.“

Die orthodoxe marxistische Theorie ökonomisch gescheitert

Die ökonomische Seite des Sozialismus wurde daher schon 1922 durch das Werk des österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises „Die Gemeinwirtschaft – Untersuchungen über den Sozialismus“ eindrucksvoll widerlegt. Mises wies nach, dass ohne (Sonder-) Eigentum an den Produktionsmitteln, kein Wettbewerb möglich ist, so dass Preise nicht frei gebildet werden können. Ohne freie Preisbildung ist aber die Wirtschaftsrechnung unmöglich, also die Feststellung, ob ein Unternehmen rentabel wirtschaftet und nicht entgegen der Nachfrage produziert. Diese Unmöglichkeit der sozialistischen Wirtschaftsrechnung musste schließlich der Sozialist und polnische Ökonom Oskar Lange 1932 in einem Disput mit Ludwig v. Mises zerknirscht eingestehen. Als Ausflucht erfand Lange einen „Konkurrenz-Sozialismus“ (die staatlichen Planungsbehörden sollten sich an US-amerikanischen Warenhauskatalogen orientieren). Außerdem schlug er vor, dass „als ständiges Mahnmal der Notwendigkeit korrekter Kalkulation die Statue von Professor von Mises einen prominenten Platz in der Ehrenhalle der zentralen Planungsbehörde jedes sozialistischen Staates haben sollte.

Das Problem war also, dass die orthodoxe marxistische Theorie ökonomisch gescheitert war und dass ihre Fortentwicklung, der Marxismus-Leninismus nur bis Warschau kam.

In dieser Situation entwickeln intellektuelle Marxisten das, was wir heute als Neomarxismus bezeichnen und was den Zusammenbruch der kommunistischen Staaten Osteuropas 1989 leider überlebt hat:

Antonio Gramsci, ein italienischer Schriftsteller, Journalist, Politiker und marxistischer Philosoph und der Ungar Georg Lukács argumentierten, dass die westliche Kultur die Arbeiterklasse blind gemacht habe gegenüber ihren wahren marxistischen Klasseninteressen. Daher müsse die westliche Kultur zerstört werden. Dazu Georg Lukács 1919: „Wer wird uns von der westlichen Zivilisation erretten?“ Antonio Gramsci sah die neue politische Hauptaufgabe darin, die „kulturelle Hegemonie“ in einer Gesellschaft zu erringen. Zur bekanntesten Ausprägung des Neomarxismus avancierte die, nach dem Ort ihrer ersten Wirkstätte, so genannte „Frankfurter Schule“.

Die „Frankfurter Schule“

Der Name der „Frankfurter Schule“ entstand wohl 1930 mit dem Eintritt Max Horkheimers in das in Frankfurt am Main ansässige und 1924 von Carl Grünberg gegründete „Institut für Sozialforschung“, das ursprünglich Institut für Marxismus heißen sollte. Neben Horkheimer zählten vor allem der Musiktheoretiker Theodor Adorno und der schon erwähnte Soziologe Herbert Marcuse zu den namhaften Vertretern dieser Schule. Weitere bekannte Vertreter sind der evangelische Religionsphilosoph und Theologe Paul Tillich, die Psychoanalytiker Erich Fromm und Alexander Mitscherlich, der Sexualforscher Wilhelm Reich und der damalige KPD-Funktionär Friedrich Pollock.

1933 emigrierten die wichtigsten Vertreter der Frankfurter Schule in die USA. Nach der Rückkehr nach Frankfurt ab 1946 begann die Frankfurter Schule Mitte der Fünfzigerjahre höchste Breitenwirkung zu entfalten. Dies bewirkten Medien, wie vor allem der Hessische Rundfunk, der jeden Abend eine Sendung eines Vertreters der Frankfurter Schule ausstrahlte und der Suhrkamp Verlag. 1964 wurde Jürgen Habermas auf Horkheimers Lehrstuhl für Philosophie und Soziologie an die Universität Frankfurt berufen. Habermas prägte mit Begriffen wie „Verfassungspatriotismus“ oder „Diskursethik“ die öffentliche Debatte in den achtziger und neunziger Jahren und avancierte zum gefeierten Staatsphilosophen der Bundesrepublik und Lieblingsintellektuellen der Feuilletons.

Auch die der „68er“-Bewegung positiv eingestellte Literatur sieht in der „Kritischen Theorie“ der Frankfurter Schule den entscheidenden intellektuellen Impuls für APO und Studentenbewegung. Vor allem Herbert Marcuse wird als Theoretiker und intellektueller Vater dieser Ideologie, auch „Neue Linke“ genannt.

Die Frankfurter Schule erhebt den Anspruch eine alles umfassende und alles erklärende Theorie zu sein, die sich als Religions- und Gesellschaftsphilosophie, aber auch als Theorie der Ontogenese (also: Entwicklung des Individuums oder Menschwerdung) oder auch als Moralphilosophie präsentiert. Darüber hinaus will die Frankfurter Schule auch Kultur-, Musik- und Kommunikationstheorie sein. Sie erhebt damit den Anspruch eine Theorie der Wahrheit zu sein, die die klassische Philosophie des Abendlandes von Thomas von Aquin bis Kant ablösen möchte.

Die Thesen der Frankfurter Schule lassen sich kurz wie folgt zusammenfassen:

Im Zentrum der Frankfurter Schule steht mit der sogenannten „Kritischen Theorie“ ohne Zweifel die Religionsphilosophie. Für Horkheimer und Habermas steht fest, dass Gott durch die modernen Naturwissenschaften sowie durch den dogmatischen Marxismus (historischen Determinismus) widerlegt ist. Für Horkheimer ist das Christentum eine Lüge. Nicht Gott, sondern der Mensch sei das höchste Wesen. Für Habermas ist Gott eine falsche Hypothese, da das Zeitalter der Hochreligionen und die Epoche des metaphysischen Denkens ein für alle Mal vorbei sei. Die Moderne ist nach Habermas eine Epoche des Massen-Atheismus, das sogenannte nach-metaphysische Zeitalter.

Aus der Religionsphilosophie der Kritischen Theorie leiten sich die gesellschaftspolitischen Forderungen der Frankfurter Schule, vor allem die erziehungsphilosophischen Thesen ab, die man als Befreiung des Menschen aus angeblich autoritären Strukturen, wie Ehe, Familie, Heimat, Nation oder aus natürlichen Hierarchien (Hieros und Arche: Heiliger Ursprung) zusammenfassen kann.

An die Stelle einer universalistischen Ethik im Sinne Kants tritt eine positivistische Diskursethik, in der die revolutionäre Selbstbefreiung des Subjekts an die Stelle der altmarxistischen Arbeiterklasse tritt. Um das historisch determinierte Ziel, die Moderne oder die herrschaftsfreie Gesellschaft zu erreichen, bedarf es der Ablösung überkommener, vermeintlich autoritärer Strukturen. Demnach ist die bürgerliche Familie nach Horkheimer die – Zitat „massenpsychologische Grundlage des Faschismus – gestern, heute und morgen“ Zitat Ende. In der Familie werde mit Autorität erzogen, und aus dieser autoritätsbezogenen Erziehung gehe die sogenannte „autoritäre Persönlichkeit“ hervor, die wiederum Voraussetzung für den Faschismus sei. Auch die Ehe sei geschichtlich überholt, ebenso wie das Gewissen, das Adorno bereits 1936 als Zitat: „Schandmal einer unfreien Gesellschaft“ charakterisierte.

Tatsächlich ist die Frankfurter Schule eine Weiterentwicklung des Marxismus. Denn an die Stelle der altmarxistischen These des Klassenkampfes und der Ausbeutung der jeweils beherrschten durch die jeweils herrschende Klasse, wird die These der angeblichen Gefangenheit des Menschen in autoritären Strukturen, wie der Ehe, der Familie oder in christlich-bürgerlichen Moralvorstellungen, gesetzt. Die Frankfurter Schule beschreibt diesen zu befreienden Menschen als seelisch dumpf und unglücklich, als geistig unterentwickelt, als wissenschaftlich unaufgeklärt, als religiös verbohrt und als ökonomisch-sozial ausgebeuteten Menschen.

Nachdem das Menschenbild der Frankfurter Schule weder Gott noch Gewissen kennt, ist der neue, neomarxistische Mensch ganz im Sinne Darwins und Freuds nur das am weitesten entwickelte Säugetier und Produkt der Natur, das vor allem triebfixiert und triebdeterminiert ist. Alles beherrschender Trieb ist der Sexualtrieb.

Ganz im Sinne von Marx ist dieser Mensch, der gewissenlos ist, so dass ihm auch der freie Wille zwangsläufig fehlt, lediglich Produkt der Gesellschaft, dessen Bewusstsein durch das Sein bestimmt wird. In diesem Menschenbild lösen sich auch die Antipoden „Gut und Böse“ und „Wahr und Falsch“ auf, denn der unfreie Mensch, der nicht verantwortlich ist für sein Tun oder Unterlassen, kann konsequenterweise auch nicht sündigen.

Von der Verelendungstheorie zur Herrschaft der Technik über den Menschen (Versklavung)

Die Frankfurter Schule hat sich aber nicht allzu weit von der marxistischen Orthodoxie entfernt. Die marxistische Verelendungstheorie, in dessen Zentrum die Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die herrschende Bourgeoisie steht, wird z.B. bei Horkheimer durch die angebliche Herrschaft der Technik über den Menschen abgelöst. Demnach sei der Mensch in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft von der Technik versklavt. Der gesamte technische Fortschritt könne nur als ein unendlicher Prozess der Entmachtung begriffen werden. Nach Adorno sei diese zwangsläufige Entwicklung auch historisch belegbar, wonach der Mensch am Anfang durch Einsatz von Technik sich erfolgreich von den Naturgewalten emanzipiert habe. Je mehr er sich aber positiv-dialektisch von der Natur emanzipieren wollte, umso mehr geriet er (negativ-dialektisch) unter die Herrschaft und Sklaverei der Technik, zu finden in Horkheimers und Adornos 1944 veröffentlichtem Buch „Die Dialektik der Aufklärung“. Mit dieser „Geburtsstunde“ der Umweltbewegung wird die altmarxistische These von der angeblichen Unterdrückung der Arbeiterklasse im Kapitalismus auf die Umwelt übertragen.

Von der ökonomischen Unzulänglichkeit des Marxismus wird durch die Verwendung von Kampfbegriffen abgelenkt. Marx Horkheimer äußert Ende der 30er Jahre die Ansicht, dass als eine Reaktion auf die Krise des Kapitalismus der Faschismus versuche, den Kapitalismus mit despotischen Mitteln aufrechtzuerhalten, Zitat Horkheimer: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“

Zusammengefasst postuliert die Frankfurter Schule daher eine dreifache Durchbrechung des Prinzips „Herrschaft“:

  1. Die „Herrschaft der Technik“ über den Menschen.
  2. Die „Herrschaft gesellschaftlicher Institutionen“, wie Ehe, Familie, Religion, Brauchtum oder Nation über den Menschen.
  3. Die „Herrschaft des menschlichen Gewissens“ über den Menschen.

 

Die Wirkmächtigkeit der Kritischen Theorie lässt sich anhand von acht Schlagworten – in Anlehnung an Rudolf Willeke („Hintergründe der 68er-Kulturrevolution, Frankfurter Schule und Kritische Theorie“) – illustrieren, die zu der heute real existierenden kulturellen, politischen und allgemein den öffentlichen Diskurs bestimmenden „Hegemonie“ (im Sinne von Antonio Gramsci) eines eigentlich neomarxistischen Denkens geführt hat:

  1. Die Ent-Christlichung der Öffentlichkeit, die zu einem Verschwinden christlicher Symbole oder der moralischen Interpretationsmacht des Christentums geführt hat, das sich heute neben andere Religionen einreihen muss, Stichwort: „Der Islam gehört zu Deutschland“.
  2. Die Ent-Institutionalisierung der Gesellschaft, die Institutionen wie der Ehe oder der Familie ihrer Aufgaben entledigt und den Umbau der christlichen Kirchen zu politisierenden Sozialagenturen im Sinne einer Entmythologisierung und Profanisierung herbeigeführt hat.
  3. Die Ent-Ethisierung des Rechts, die zu einer Abkehr vom Schutz eines ethischen Minimums (z.B. im Sinne der Zehn Gebote, für einen effektiven Schutz des menschlichen Lebens oder des Eigentums) und einer Ausrichtung an gesinnungspolitischen Zielen (Antidiskriminierung, Umerziehung oder Umverteilung, wie z.B. im Steuerrecht) geführt hat, ganz im rechtspositivistischen Sinne von Lenin: „Recht ist, was der proletarischen Klasse nützt.“
  4. Die Ent-Kriminalisierung des Verbrechens ist demnach eine Folgeerscheinung der Ent-Ethisierung des Rechts und der bereits erwähnten Theorie, wonach der Mensch ohnehin nur Produkt seiner Umgebung, also Getriebener der (ungerechten) sozialen Umstände sei.
  5. Die Ent-Pathologisierung der Krankheit, die individuelle medizinische Ursachen für Erkrankungen nicht mehr kennt, sondern immer neue Krankheitsformen kreiert, die angeblich durch die kapitalistische Arbeitswelt (Stress der zum berühmte Burn-out-Syndrom führt), durch Umweltgifte oder die industrielle Lebensmittelproduktion hervorgerufen werden.
  6. Die Ent-Rationalisierung des technischen Fortschritts ist demnach eine Folgeerscheinung der Ent-Pathologisierung der Krankheit und der bereits erwähnten Theorie, wonach der Mensch von der Technik versklavt werde. Hier findet sich im Übrigen der ideengeschichtliche Ursprung der „grünen“ Technikfeindlichkeit (Beispiel: Energiewende im postfaktischen Zeitalter).
  7. Die Ent-Ästhetisierung der Kunst, die zu einem Kulturbetrieb geführt hat, der nicht mehr den natürlichen Regeln des Schönen, Wahren, Guten, des Ehrwürdigen oder der Harmonie folgt, sondern nur noch der Provokation, Verächtlichmachung und Agitation dient und somit nur noch rein politische Propagandazwecke verfolgt (Beispiele: Politisierung der Sprache, Brechts episches Theater: Ironisierende Brechung der Katharsis (Läuterung der Seele) oder der Empathie der Zuschauer; Brutalismus in der Architektur).
  8. Die Ent-Biologisierung des menschlichen Geschlechts, die die in Gestalt von Mann und Frau geschaffene Gottesebenbildlichkeit des Menschen negiert und etwa 60 bis 200 willkürliche, neue sogenannte „soziale“ Geschlechter kreiert (gemeint ist die Gender-Ideologie).

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Was blieb von Marx, Marcuse, Meinhof, Mahler und Co.? Was ist das Gemeinsame zwischen Marxismus, dem Neomarxismus der Frankfurter Schule und den Nachkommen der „68er“?  

Das gemeinsame Band ist das quasireligiöse Sendungsbewusstsein mit der das eingangs erwähnte egalitaristische Ziel einer Rückkehr zu einer paradiesischen Urgesellschaft befeuert wird, wo das marxistische Mantra Wirklichkeit wäre: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“.

Selektive Ausblendung der Natur des Menschen

Dieser Glaubenseifer macht blind für die Welt-Wirklichkeit, die leider nicht paradiesisch ist, sondern so, wie sie wohl am prägnantesten der Ökonomie-Nobelpreisträger Friedrich-August von Hayek in seinem Zwei-Welten-Theorem beschrieben hat:

Einige 100.000 Jahre lang lebte die Menschheit in kleinen Gruppen von Jägern und Sammlern oder in Stammesgemeinschaften, in denen jeder jeden kannte. Die dort gepflegten Verhaltensmuster (Vertrauen, Fürsorge und Hilfe für den Nächsten oder das Teilen von Besitz) haben sich tief in unsere Instinkte eingeprägt.

Der moderne Mensch muss sich aber auch in einer großen, anonymen und arbeitsteiligen Gesellschaft zurechtfinden, in der völlig andere Regeln und Verhaltensweisen als in der kleinen Gruppe gelten und auch notwendig sind.

Friedrich-August von Hayek:

„Unsere Schwierigkeit besteht zum Teil darin, dass wir unser Leben, unsere Gedanken und Gefühle unentwegt anpassen müssen, um gleichzeitig in verschiedenen Arten von Ordnungen und nach verschiedenen Regeln leben zu können. Wollten wir die unveränderten, uneingeschränkten Regeln des Mikrokosmos (das heißt die Regeln der kleinen Gruppe oder beispielsweise unserer Familien) auf den Makrokosmos (die Zivilisation im Großen) anwenden, wie unsere Instinkte und Gefühle es uns oft wünschen lassen, so würden wir ihn zerstören. Würden wir aber umgekehrt immer die Regeln der erweiterten Ordnung auf unsere kleineren Gruppierungen anwenden, so würden wir diese zermalmen. Wir müssen also lernen, gleichzeitig in zwei Welten zu leben.“

Seit 1968 unterscheidet die Linke typischerweise nicht mehr zwischen diesen zwei Welten, also der Privatsphäre einerseits und der öffentlichen Sphäre des Politischen andererseits. Das Private ist politisch und das Politische privat, frei nach dem Titel der gleichnamigen Autobiografie einer gewissen Claudia Roth.

Dies führt einerseits zu dem missionarischen Eifer, seine Mitmenschen mit als politisch korrekt empfundenen Haltungen oder Lebensstilen (z.B. veganes Essen, feministische Attitüden oder Multi-Kulti-Ideologien) zwangszubeglücken. Und andererseits zur Projizierung von Erwartungshaltungen aus der Sphäre der überschaubaren Kleingruppe auf die anonyme Massengesellschaft oder auf Kulturen fremder Kontinente. Partnerschaftliche Vertrautheit gegenüber Familienmitgliedern, Freunden oder Nachbarn setzt für die Erwartung ähnlicher Reaktionen des Gegenübers soziale Nähe und oft jahrzehntelange Bindungen voraus, die in menschlichen Zufalls- oder Zwangskollektiven natürlich gerade nicht existieren.

Schlimmer jedoch als die selektive Ausblendung der Natur des Menschen ist die Gefahr der wohl kalkulierten Fruchtbarmachung linker Ideen aus machiavellistischer Überzeugung heraus. Dazu gehört nicht nur die künstliche Aufspaltung der Gesellschaft und das Schüren von Konflikten nach dem uralten Teile-und-Herrsche-Prinzip, sondern auch die akribische Suche nach immer neuen, vermeintlich ausgebeuteten oder diskriminierten Gruppen, nachdem sich die Protegierten von einst, wie „die“ Arbeiter oder „die“ Frauen, als undankbar erwiesen haben, weil sie die Parteien ihrer Fürsprecher nicht mehr wählten.

Der schon erwähnte Spiritus Rector der „68er“-Bewegung, Herbert Marcuse, bestätigt diese Suche nach vermeintlich unterdrückten Minderheiten und seine Gewaltakzeptanz in seinem 1965 erschienen Essay „Repressive Toleranz“:

„Die Toleranz, die Reichweite und Inhalt der Freiheit erweiterte, war stets parteilich intolerant gegenüber den Wortführern des unterdrückenden Status quo. (…) ich glaube, dass es für unterdrückte und überwältigte Minderheiten ein »Naturrecht« auf Widerstand gibt, außergesetzliche Mittel anzuwenden, sobald die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben. Gesetz und Ordnung sind überall und immer Gesetz und Ordnung derjenigen, welche die etablierte Hierarchie schützen.“

Diese Ideologie führte auch zu dem seit den 80er Jahren bekannten Phänomen der sogenannten „Political Correctness“.

Wer also eine ausgeprägte Meinung dazu hat, wer oder was politisch korrekt ist, hat das Recht, politisch inkorrekte Meinungen aus einer Debatte auszuschließen, also intolerant gegenüber Andersdenkenden zu sein. Ein totalitäres Rezept, um Andersdenkenden das Recht auf die freie Meinungsäußerung abzusprechen, wie wir es heute nahezu täglich bei politischen Debatte in Deutschland erleben müssen.

Gleichzeitig geht auch der linke Fahndungseifer nach hoffentlich immer neuen, angeblich diskriminierten Minderheiten weiter und hat bereits zu einer mannigfaltigen Spaltung und Politisierung der Gesellschaft geführt.

Die immensen Gefahren, die von diesem Glaubenseifer ausgehen, wurden von dem berühmten russischen Literaten Fjodor Dostojewski fast schon hellseherisch erahnt, wie ein Zitat aus seinem 1873 veröffentlichten Roman „Die Dämonen“ beweist. Dostojewski lässt den sozialistischen Eiferer Schigalew ein politisches Programm verkünden, von dem Dostojewski sicher selbst nie geahnt hätte, mit welch planmäßiger Gnadenlosigkeit Schigalews reale Genossen später in Russland und anderswo ans Werk gingen.

„Kaum sind Familie oder Liebe da, so regt sich auch das Verlangen nach Eigentum. Wir werden dieses Verlangen ertöten. Wir werden die Trunksucht, die Klatscherei, das Denunziantentum befördern, und wir werden unerhörte Unzucht gestatten. Wir werden jedes Genie im Säuglingsalter ersticken. Alles wird unter einen Nenner gebracht, vollständige Gleichheit geschaffen werden.“

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*) CSU-Landtagskandidat Dr. Tomas Jahn (*1973) ist Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht sowie Geschäftsführender Gesellschafter der Rechtsanwaltskanzlei Meidert & Kollegen, Kaufbeuren.

www.conservo.wordpress.com      1. Mai 2018

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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5 Antworten zu „Die 68er und ihre geistigen Brandstifter“

  1. Tom schreibt:

    Das mit Russland, das es unterentwickelt war, stimmt nicht.. Ich habe leider keine Zeit und muss meine Ausführungen auf später verschieben. Nur soviel, Russland war das einzige Land Europas, dass bis zur Revolution nicht bei den Rothschilds verschuldet war. Und das müsste einem zu Denken geben. Heute Abend mehr dazu.

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    • Tom schreibt:

      Kommen wir zu Russland. Ich zitiere Stephen Mitford Goodson (ehemaliger südafrikanischer Zentralbanker) aus seinem Buch Die Geschichte der Zentralbanken und der Versklavung der Menschheit:
      „ Angesichts der Tatsache, dass die Russische Staatsbank Volksgeld mit annähernd null Prozent Zinsen herstellte – im Gegensatz zu fast dem ganzen Rest der Welt, wo es Zentralbanken parasitären Privatbanken erlaubten, den Geldvorrat der Nation zu wucherischen Zinsraten zu decken – dürfte es schwerlich jemanden überraschen, dass Russland anno 1912 die weltweit niedrigste Steuerrate aufwies. Dies war auch ein deutlicher Hinweis auf die Effizienz der russischen Regierung. Zu guter Letzt gab es während dieser Periode der Staatsbank weder eine nennenswerte Inflation noch nennenswerte Arbeitslosigkeit.“

      Es folgen Tabellen zu direkten und indirekten Steuern, wie gut es Russland ging im Vergleich zu anderen europäischen Staaten. Die Gold- und Banknotenreserven waren die höchsten in Europa wie aus einer weiteren Tabelle hervorgeht.

      „Eine Studie britischer Juristen kam zum Schluss, dass russische Gesetzbuch sowie die russische Justiz seien die fortschrittlichsten der Welt. Der Besuch der Grundschule war obilgatorisch, alle Schulen kostenlos, und die Universitäten verlangten nur symbolische Studiengebühren. Von 1906 bis 1914 wurden jährlich 10.000 Schulen eröffnet. Die russischen Universitäten waren für ihr hohes Niveau bekannt. Auf dem Gebiet der Arbeitsverhältnisse waren die Russen Pioniere. Als die Kinderarbeit in Großbritannien anno 1867untersagt wurde, existierte ein entsprechendes Verbot in Russland schon seit über 100 Jahren. Als erstes Land der Welt verabschiedete Russland Gesetze, welche die maximale Arbeitszeit in Fabriken und Bergwerken festlegten. Streiks, die dann in der Sowjetunion verboten wurden, waren während der Zarenzeit erlaubt, kamen aber nur selten vor. Gewerkschaftsrechte wurden 1906 anerkannt, und ein Arbeitsinspektorat überwachte die Arbeitsbedingungen in den Fabriken penibel. 1912 wurde eine Sozialversicherung eingeführt. Die Arbeitsgesetze waren dermaßen fortschrittlich und human, dass sich der amerikanische Präsident William Taft zu dem Ausspruch hinreissen ließ, der russische Zar habe >>eine Arbeitsgesetzgebung eingeführt, die der Perfektion näher komme als die jedes beliebigen demokratischen Staates<<. Alle Nationalitäten des russischen Zarenreiches waren gleichberechtigt und besaßen gesellschaftliche Aufstiegschancen, zu denen es in der damaligen Welt keine Parallelen gab. Zar Nikolaus II. (1868-1917) und seine Staatsbank hatten es erreicht, dass die Arbeiter in Russland besser lebten als in jedem Land der Geschichte zuvor oder zur damaligen Zeit.
      Am 17.November 1917 brach in Russland die bolschewistische Revolution aus. …….“

      Hier endet mein Auszug aus diesem Buch (Seite 140-143). Wer Geschichte studiert sollte immer an die prophetischen Warnungen des Freimaurers George Orwell denken: „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit“.

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  2. greypanter schreibt:

    Danke für diesen ausführlichen Abriss der historischen Entwicklung vom ursprünglichen Marxismus über die Frankfurter Schule bis zur heutigen ANTIFA und ihrer parteilichen Repräsentanz bei den Grünen. Obwohl dem sachlich nichts hinzuzufügen ist, wäre ich dankbar, mich an zukünftigen Veröffentlichungen des Autors weiterbilden zu können. Ich habe diesen gründlich gelesenen Artikel meinem Archiv hinzugefügt.

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  3. Jan Favre schreibt:

    Nun gut, vergisst nicht den extremen Kapitalismus, dass neo marxistische Aspekte wie Hedonismus und Narzismus bedient, um sein Profit zu minimalisieren. Männer und Frauen werden angespannt, um die Karriere zu sichern, dass das Betrieb absoluten Vorrang gegenüber die Familie hat. Diese äusserst _Familien feindliches System hat die Familie destabilisiert und trägt zur negativen demographische Entwickelung. Frühere Firmen durch Paternalismus eine gewisse Sicherheit für Familien gebracht.

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  4. gelbkehlchen schreibt:

    Zitat: „Die moralische Überlegenheit des Kapitalismus
    Dr. Martin Rhonheimer, katholischer Priester und Professor an der Päpstliche Universität vom Heiligen Kreuz in Rom, weist in verblüffender Weise auch die moralische Überlegenheit des Kapitalismus nach. Rhonheimer beschreibt den Kapitalismus als die Wirtschaftsform, in der privater Reichtum zu Kapital wird, daher als „Wirtschaftsform des Gebens“:
    „Der Kapitalist gibt von seinem Reichtum, anstatt diesen für den Konsum zu verwenden, und zwar auf eigenes Risiko und ohne dafür zunächst unmittelbar etwas zurückzuerhalten.
    Unmittelbare Nutznießer seines Gebens sind diejenigen, die durch das produktive Investieren von Reichtum Arbeit und Lohn erhalten und zwar sofort. Kapitalismus schafft zu allererst einmal neuen Reichtum in der Form von Arbeit und Löhnen. Die entlohnten Arbeiter sind also die ersten und unmittelbaren Nutznießer des Kapitalismus. Löhne sind vorgezogene Anteile am zukünftigen Unternehmensgewinn, deren Ausbezahlung nur dank unternehmerischer Leistung und Risikobereitschaft möglich ist. Der Kapitalist erhält seinen Anteil, wenn überhaupt erst viel später. Deshalb ist es auch nur gerecht, dass – sofern ihm nachhaltiger Erfolg beschieden ist – er mehr erhält als die entlohnten Arbeiter.  
    Im Kapitalismus kann man nur reicher werden, wenn man auch andere reicher macht.
    Der Sozialismus ist hingegen die Wirtschaftsform des Nehmens. Im Sozialismus wird verteilt, was man anderen weggenommen hat, solange, bis alle – außer die privilegierte Schicht der Verteiler und Planer – gleich arm sind, dann bricht das System zusammen.“ “
    Welch eine hervorragende Analyse, und dann noch von einem katholischen Priester. Ich möchte folgendes hinzufügen:
    Gerade wurde in dem Film im ZDF um 20:15 Uhr über Karl Marx gesagt, dass er die Produktionsmittel, also die Maschinen, in die Hand derer legen wollte, die sie benutzen.
    Das ist der kardinale Denkfehler seiner Ideologie und offenbart, wie sehr Karl Marx ein fauler, schmarotzender Sesselfurzer war, Beamten Sohn, der nie produktiv gearbeitet hat, der von anderer Hände Arbeit gelebt hat, nämlich von der Arbeit der Arbeiter von Engels, der nie eine Fabrik von innen gesehen hat, der die Mühsal der produktiven Arbeit nie kennen gelernt hat, und somit die Arbeit und deren Mühsal nie wert geschätzt hat. Auch wurde in dem Film gesagt, dass er deshalb in Geldnöten war, weil er immer Diener hatte und somit praktisch wie ein Adliger gelebt hat. Er, der angeblich die Proletarier retten wollte, hat nie die Welt der Proletarier und die Mühsal ihrer Arbeit kennen gelernt. Hätte er die Mühsal der Arbeit wert geschätzt, hätte er erkennen müssen, dass natürlich die Produktionsmittel (Maschinen) denjenigen gehören muss, die sie im Schweiße ihres Angesichts, mit Denkschweiß und Muskelschweiß, hergestellt haben, also die Unternehmer oder Kapitalisten.
    Ich nehme mich selbst als Beispiel: Ich habe bei der Batteriefabrik Hoppecke Batterien im Schweiße meines Angesichts im Akkord Batterien gebaut und habe Teile dieses Geldes in Aktien bei BMW angelegt. Dann gehört also irgend eine Produktionsmaschine mir, und ich und kein anderer hat natürlich das Recht, diese Produktionsmaschine auszunutzen und für sich arbeiten zu lassen.
    Und somit beutet der Kapitalist nicht den Arbeiter aus, wie dieser weltfremde, faule, unproduktive Sesselfurzer Karl Marx, der nie produktiv gearbeitet hat, immer behauptet hat, sondern er beutet seine Maschine aus, wozu er auch verdammt nochmal ein Recht hat. Denn er hat sie ja unter Arbeitsmühen hergestellt oder er hat etwas anderes hergestellt und mit diesem verdienten Geld, die Maschine bezahlt. Ausbeutung ist, wenn man die Früchte der Arbeit von der Mühsal der Arbeit trennt, wenn also der eine die Mühsal der Arbeit tragen muss und der andere bekommt die Früchte der Arbeit. Genau das geschieht durch die Umverteilung der linken ideologischen Schmarotzer.
    Sein einziges wahres Wort trifft auf ihn selbst zu: „Das Sein prägt das Bewusstsein.“ Sein faules Schmarotzerdasein hat eine Schmarotzer Ideologie für faule Schmarotzer geschaffen, die zu faul und zu dumm sind zum Arbeiten und von der Umverteilung anderer fleißiger Menschen leben wollen.
    Ganz im Gegenteil, der Kapitalist ist das Salz in der Suppe einer Gesellschaft. Er sorgt für Steuern und dafür, dass andere Steuern bezahlen können. Und selbst wenn er sein Geld nach Panama bringt, sorgt er immer noch dafür, dass seine Angestellten Steuer bezahlen. Während linke Politiker und linke Professoren noch nie gegeben haben sondern immer nur genommen haben und von Steuern gelebt haben. Der Kapitalist sorgt auch dafür, dass der Arbeiter, der zu feige ist, unternehmerisch tätig zu sein und sich dem rauen Wind der freien Marktwirtschaft zu stellen, einen Arbeitsplatz hat und gut bezahlt wird und eine bessere Bezahlung bekommt, als wenn er die gleichen Produkte ohne Maschinen durch Handarbeit herstellen würde. Außerdem sorgen die Maschinen des Kapitalisten dafür, dass die Produkte für den Kunden erheblich billiger sind, als sie durch Handarbeit wären. Insofern muss ich diesem katholischen Priester zustimmen.
    Außerdem:
    Zitat: „Die Frankfurter Schule hat sich aber nicht allzu weit von der marxistischen Orthodoxie entfernt. Die marxistische Verelendungstheorie, in dessen Zentrum die Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die herrschende Bourgeoisie steht, wird z.B. bei Horkheimer durch die angebliche Herrschaft der Technik über den Menschen abgelöst. Demnach sei der Mensch in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft von der Technik versklavt. Der gesamte technische Fortschritt könne nur als ein unendlicher Prozess der Entmachtung begriffen werden. Nach Adorno sei diese zwangsläufige Entwicklung auch historisch belegbar, wonach der Mensch am Anfang durch Einsatz von Technik sich erfolgreich von den Naturgewalten emanzipiert habe. Je mehr er sich aber positiv-dialektisch von der Natur emanzipieren wollte, umso mehr geriet er (negativ-dialektisch) unter die Herrschaft und Sklaverei der Technik, zu finden in Horkheimers und Adornos 1944 veröffentlichtem Buch „Die Dialektik der Aufklärung“. Mit dieser „Geburtsstunde“ der Umweltbewegung wird die altmarxistische These von der angeblichen Unterdrückung der Arbeiterklasse im Kapitalismus auf die Umwelt übertragen.“
    Welch ein Größenwahnsinn dieser „intellektuellen“, schmarotzenden, akadamischen Sesselfurzer! Wenn es keine Technik gegeben hätte oder geben würde, dann könnte sich die Gesellschaft solche faulen, unproduktiven Sesselfurzer gar nicht leisten. Dann hätten sie Korn dreschen müssen oder Kartoffeln auflesen müssen oder sonst wie eine produktive mühsame Arbeit machen müssen, um die Dinge herzustellen, die ein materielles Lebewesen, wie der Mensch nun einmal ist, braucht. Diese „intellektuellen“ akadamischen, unproduktiven Sesselfurzer konnte sich die Gesellschaft nur deshalb leisten, weil intelligente, fleißige Erfinder und Ingenieure und Handwerker Maschinen gebaut hatten. Diese „intellektuellen“ Sesselfurzer waren nur intelligent darin, von der Gesellschaft zu schmarotzen und sie auszubeuten. An diesen Äußerungen Horkheimers und Adornos kann man gut erkennen, wie weit sich diese „intellektuellen“ Schmarotzer sich von der Wirklichkeit der normalen Menschen entfernt haben, die eben nicht von anderer Hände Arbeit leben können, sondern sich ihr Brot mühsam selbst verdienen müssen.
    Ich forme den Aufruf von Karl Marx um:
    Proletarier und Kapitalisten aller Länder vereinigt euch gegen Linke, „intellektuelle“, schmarotzerhafte Sesselfurzer und andere Ausbeuter.
    Karl Marx und seine faulen, umverteilenden Gefolgsleute sind die Ausbeuter, nicht die Kapitalisten, die Arbeit und Brot und Steuern und bezahlbare Produkte erwirtschaften.

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