Colonia Dignidad, Waffenhandel, Folter und Kalter Krieg: Wenn „correct!v“ die Hälfte der Wahrheit weglässt

(www.conservo.wordpress.com)

Von Niki Vogt *)

Vor wenigen Tagen nahm sich die Zensurwerkstatt und Propagandaschmiede „Correct!v“ eines altbekannten Themas an: der Colonia Dignidad (Kolonie der Würde) in Chile. Im August 2005 sorgte diese seltsame, abgeschiedene endzeitlich-christliche Kolonie von hauptsächlich deutschen Mitgliedern unter dem Leiter Paul Schäfer für Schlagzeilen. Paul Schäfer wurde gewarnt und entkam, bevor die Behörden zugriffen. Die chilenische Justiz stellte das gesamte Gelände und die Kolonie unter Zwangsverwaltung. Es waren ungeheuerliche Vorwürfe laut geworden, dass unter dem despotischen Menschenschinder Schäfer dort Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Folterungen, Morde und Zwangsarbeit wie in einem KZ an der Tagesordnung waren. Es gab offensichtlich mannigfaltige Verbindungen zu alten Nationalsozialisten, Regierungen und Geheimdiensten. Dunkle Geschäfte sollen über diese Verbindungen durchgezogen worden sein. Es folgten Jahre der Aufarbeitung, bei der sich deutsche Behörden oft als erstaunlich wenig kooperativ erwiesen.

Nun haben sich also Chip & Chap, die ultimativen Ritter des Rechts und der publizierten Wahrheit, an die causa „Colonia Dignidad“ gemacht. Aufhänger: Nach über fünfzig Jahren der Gründung des folkloristisch-völkisch-christlichen KZs in Südamerika machen sich Bundesbeamte aus NRW daran, in Chile die Verbrechen in diesem Lager aufzuklären, die Täter zu fassen und in Deutschland zu bestrafen und den Opfern, so sie denn noch leben, wenigstens eine Entschädigung zukommen zu lassen.Dass deutsche Täter hier in Deutschland verurteilt werden sollen, ist durchaus nachvollziehbar, hätte aber auch eigentlich in Chile bewerkstelligt werden können. Was aber stutzig macht, ist – trotz allen Mitgefühls und Entsetzens über die Schindereien und Misshandlungen der Opfer dieses gruseligen Lagers –, warum der Staat in der Pflicht stehen könnte, die Opfer zu entschädigen. Ist hier eine Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland erkennbar? Ist das pure Humanität, die hier eingefordert wird von correct!v – oder ist die BRD in irgendeiner Weise Mittäter? Und wenn ja, inwiefern? Gibt correct!v darauf Antworten?

 

Jugendliche in der Colonia Dignidad (Bildquelle: https://www.elconfidencial.com/mundo/2016-09-18/bienvenidos-al-lugar-mas-siniestro-del-mundo-la-colonia-dignidad-de-chile_1260217/, Imagen cedida por la Asociación por la Memoria y los Derechos Humanos Colonia Dignidad.

Correct!v berührt in einem vorangegangenen Artikel etwas weitschweifig das Thema:

Schäfer, der 1921 in Bonn geboren wurde, starb nach fünfjähriger Haft hochbetagt in einem chilenischen Gefängnis. Das war 2010. Aber weitere Deutsche kommen als Täter und Helfer in Frage. Ihre Taten, verübt im Namen der Bibel, sind bis heute straflos geblieben. Es fehlte in der alten Bonner Republik jeder Ehrgeiz, den Vorwürfen nachzugehen, Ermittlungen rechtzeitig vor Ablauf von Verjährungen einzuleiten oder sie zum Abschluss zu bringen. Deutsche Stellen, darunter Diplomaten der deutschen Botschaft in Santiago de Chile, sabotierten Bemühungen, die Verbrechen aufzuklären. Das ändert sich gerade grundlegend. Dass jetzt, 57 Jahre nach der Gründung der Folter-Sekte, die Strafverfolgung erstmals ernsthafte Fortschritte machen könnte, liegt auch am Umdenken im Deutschen Bundestag. Er hat die Kehrtwende 2017 mit der Drucksache 18/12943 eingeleitet.“

Und an einer anderen Stelle streift man ebenso en passant und quasi nur, um das gruselige Lokalkolorit noch auszuschmücken, das Thema „Waffen“:

Geheimdienst-Schergen des faschistischen chilenischen Pinochet-Regimes (1973 bis 1990) folterten und töteten in den Kellern der Colonia politische Gegner mit Wissen und durch Zuarbeit des Sektenchefs Schäfer. Innerhalb der Drahtumzäunung des Lagers fanden chilenische Polizisten nach 2005 nicht nur ein großes Waffendepot mit Maschinengewehren und Raketenwerfern. Sie hoben ein leeres Massengrab aus, in dem einhundert Mordopfer gelegen haben müssen, bevor ihre Leichen verbrannt wurden. Die Polizei entdeckte auch Hinweise, wonach mit biologischen und chemischen Waffen experimentiert wurde.“

Das Ganze wird immer wieder mit alten Nationalsozialisten und Politikern aus CDU und CSU verknüpft.

Es gibt in den darauf folgenden Jahren sogar politische Unterstützung aus der Heimat. Die streng konservativ ausgerichteten ‚Kolonisten‘ des Päderasten Schäfer haben Rückendeckung aus CSU-Kreisen und auch aus Medien genossen. Einem Freundeskreis, der in Solidarität mit der Colonia Dignidad gegründet worden war, stand der frühere ZDF-Moderator Gerhard Löwenthal nahe. Im chilenischen Lager hing ein handsigniertes Bild vom damaligen CSU-Chef Franz-Josef Strauß, der die Colonia besucht hatte. Nur die CDU-Minister Norbert Blüm und Heiner Geißler (‚Es muss Anklage erhoben werden‘) gingen auf Distanz. Blüm sagte dem chilenischen Staatschef Augusto Pinochet bei einem Besuch in Santiago ins Gesicht:  ‚Herr Präsident, ich habe keinen Zweifel, dass in ihrem Land gefoltert wird‘. Die CSU tobte. Blüms Vorwurf sei ’skandalös‘.“

Deutsche Diplomaten hätten weggeschaut, die Deutsche Staatsverwaltung sei in all dies durch Unterlassen mit verwickelt gewesen.

Mehr war da nicht, Herr Schraven?

Wir zitieren hier einmal Ihren eigenen Anspruch:
„Wir sind das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Wir recherchieren langfristig zu Themen, die für die Entwicklung unserer Gesellschaft wichtig sind. Wir wollen jeder Bürgerin und jedem Bürger Informationen geben, damit sie oder er die Welt besser verstehen und und eigene Handlungsansätze finden kann. Das ist unser Ziel. (…) Um Missstände aufzudecken und unsere Demokratie nachhaltig zu schützen, braucht es investigative Journalisten, die gründlich nachhaken, oft jahrelang an einem Thema arbeiten und regelmäßig dazu publizieren.“

Toll. Dürfen wir Ihnen hier einmal in kollegialer Bewunderung die Hand reichen? Genau das machen wir nämlich auch, nur werden wir nicht so großzügig finanziert von Stiftungen, wie Sie.

Wir bekommen zwar nicht jährlich 925.000 € von der eng mit der Politik verflochtenen Funke-Mediengruppe finanzierten Brost-Stiftung, auch keine 114.000 € von der mit dem Globalisten und Spekulanten George Soros verbandelten Stiftung Adessium, auch keine 54.000 € von der Deutschen Bank, 35.000 € von der Rudolf Augstein-Stiftung, und dazu noch direkt 26.884 € von George Soros berühmter Stiftung ‚Open-Society-Foundations‘ … aber wir geben Ihnen noch ein paar Infos ganz kostenlos, die Ihnen anscheinend nicht bekannt sind:

Die Spitzenpolitiker der Bundesrepublik Deutschland hingen sehr viel tiefer im Sumpf des Colonia Dignidad KZs, als Sie zu ahnen scheinen. Die ganze Sache ereignete sich nicht nur in Alt-Nazi-Kreisen und in der CDU/CSU. Da saßen nicht nur ein paar alte Kameraden an irgendwelchen Amtsstellen, die mal so eben was „weggebügelt“ haben.

Das alles spielte sich zu der Zeit ab, als Willy Brandt und Helmut Schmidt (beide SPD) Kanzler waren und Hans-Dietrich Genscher (FDP) Außenminister. Das Auswärtige Amt hatte schon lange Hilfeersuchen und Hinweise von Familienangehörigen der Kolonie-Mitglieder auf dem Tisch liegen – kümmerte sich aber nicht weiter darum. Das war so auffällig, dass die Flüchtlinge aus dem KZ Colonia Dignidad sich lieber an die kanadische Botschaft als an die deutsche wandten. Heute erklärt Außenminister Steinmeier (SPD) in der Politik diese unerhörte Gleichgültigkeit immer noch mit dem damaligen „Zeitgeist“ weg.

Die Zeit bietet vorsichtig eine Erklärung an: „Der pädophile Lagerbetreiber profitierte vom Kalten Krieg. Die USA zogen den Putschisten Pinochet dem von Moskau unterstützten Präsidenten Salvador Allende vor. Die Bundesrepublik stellte sich dieser Linie nicht entgegen und scherte sich wenig um Menschenrechtsverletzungen. Nach Lateinamerika entsandte das Auswärtige Amt manchen Botschafter, der noch im Kaiserreich geboren war, linke Revolutionsrhetorik verabscheute und entzückt war, wenn er adrette Mädels mit Zopf und Jungs mit sauber kurz geschorenem Kopf sah. Erich Strätling beispielsweise, deutscher Botschafter in Chile, lobte die Colonia Dignidad, als er Paul Schäfer besuchte. Die Botschaft verlieh der Kolonie das Prädikat „ordentlich und sauber – bis zu den Schweineställen“.“

Jaja, die Ewiggestrigen, Deutschtümelnden.

Die Bundesrepublik unter den sozialdemokratischen Kanzlern stellte sich nicht nur der US-Amerikanischen Linie, den Diktator Pinochet gegen den sozialistischen Salvador Allende zu stützen, nicht entgegen, sie arbeitete direkt mit der Militärregierung Pinochets massiv zusammen – im Sinne der USA. Die Beziehungen zum Pinochet-Regime waren sehr eng verflochten. Insbesondere bayerische Rüstungsbetriebe waren beste Geschäftspartner des Diktators. Gerhard Mertins, BND-Agent, Waffenhändler (Merex AG) und ehemaliger SS-Offizier, betrieb einen „Freundeskreis Colonia Dignidad“ und verkaufte Bundeswehr-Waffen an das Pinochet-Regime, was nach dem Sturz des Diktators vertuscht wurde und die Strafve

2005 wurde ein großes Waffenlager auf dem Geländer der Kolonie gefunden, wenige Wochen später ein zweites, unterirdisches Versteck, in dem Munition, Raketenwerfer und Granaten lagerten. Das erste lag in der eines von der Colonia Dignidad geführten Cafés in dem Ort Bulnes in vier Metern Tiefe. Es war das größte private Waffenlager, was je in Chile gefunden worden ist. Es waren relativ alte Waffen darunter, die den Verdacht bestätigten, dass sie in der Pinochet-Zeit verwendet worden waren. Anscheinend waren sie für paramilitärische Zwecke, wahrscheinlich gegen Aktivisten und Regimekritiker eingesetzt worden. Es gab auch handfeste Beweise für Waffenhandel, Giftgasproduktion und Geldwäsche. Für solche Aktivitäten muss man über sehr gute Verbindungen zu Geheimdiensten wie dem CIA verfügen. Das zweite Lager war 120 Kilometer weg von der Kolonie bei Parral, im chilenischen Süden.

Nachdem 1970 der Moskau zugetane Sozialist Salvador Allende die Wahlen gewonnen hatte, baute die Führung der Colonia Dignidad enge Kontakte zur Gruppierung „Patria y Libertad“ (Heimat und Freiheit) und unterstützte den Putsch des chilenischen Militärs am 11. September 1973. Der chilenische Geheimdienst installierte auf dem Gelände der Kolonie ein Folterzentrum. Es sollen über hundert Regimegegner dort ermordet worden sein. Es wurde berichtet, dass auf dem Gelände der Colonia Dignidad die Gräber einiger verschwundener Dissidenten entdeckt worden sind.

Geheimdokumente der chilenischen Militärregierung belegen, dass Freunde von Franz-Josef Strauß,  Lothar Bossle und Ludwig Martin, sogar 1987 die chilenische Regierung warnten, die deutsche Presse könne von den Vorkommnissen in der Colonia Dignidad erfahren. Es war ein „institutionalisiertes Geflecht“ deutscher, chilenischer und internationaler Wirtschafts- und Rüstungsfirmen und Geheimdiensten unter der Ägide US-amerikanischer Interessen.

In den Kellern und Gebäuden der Colonia Dignidad wurden Aktivisten und Gegner des Pinochet gefoltert und ermordet, was den Interessen der Militärregierung ebenso nützte wie den politischen Interessen der USA, die in Südamerika keine Moskau-freundliche Regierung duldete. Der perverse Kleindiktator Paul Schäfer war bei weitem nicht der einzige Verbrecher in dem ganzen Netz. Daher musste die nützliche, abgeschirmte „Operationsbasis Colonia Dignidad“ – genauso wie die Verflechtungen zwischen deutscher Politik, Rüstungsindustrie, Waffenschmuggel und Geheimdiensten – vor Recherchen und Untersuchungen wirksam geschützt werden. Was wiederum der Bestie Paul Schäfer freie Hand für seine Perversitäten und Grausamkeiten gab.

Offenbar standen die Menschenrechte in den 1970er-Jahren bei der sozialliberalen Koalition in Bonn nicht so hoch im Kurs wie der vom großen Bruder USA verordnete Antikommunismus, die Eindämmung der Sowjetunion und gut geölter weltweiter Waffenhandel sowie gute Geschäftsbeziehungen.

Wenn man die Geschichte der Colonia Dignidad im Sinne des Anspruches von correvt!v erzählen will, so darf dieses Kapitel nicht ausgespart bleiben. Seltsamerweise wird diese Seite der Geschichte aber bei correct!v nicht angemessen – eher gar nicht – beleuchtet. Wir wollen natürlich nicht unterstellen, dass das etwas mit den geldgebenden Institutionen für das Rechercheteam in silberner Rüstung zu tun hat, denn sie haben sich auf die Fahne geschrieben „um Missstände aufzudecken und unsere Demokratie nachhaltig zu schützen, braucht es investigative Journalisten, die gründlich nachhaken, oft jahrelang an einem Thema arbeiten und regelmäßig dazu publizieren“.

Das wollen wir den großartigen und gewissenhaft recherchierenden Kollegen von correct!v gerne glauben und freuen uns auf die atemberaubenden, detaillierten Enthüllungen von correct!v zum dicht gewebten Netz zwischen deutschen Sozialdemokraten, Liberalen, Christdemokraten, Christsozialen, dem BND, den Waffenhändlern, der deutsche Rüstungsindustrie, der CIA, dem Pentagon und den Folterknechten des Militärregimes Pinochet, dem Netz alter Nationalsozialisten in Südamerika und dem pädophilen Menschenschinder Paul Schäfer.

*****

Niki Vogt schreibt für unseren neuen, hoch informativen Partnerblock „Die Unbstechlichen“: https://dieunbestechlichen.com/2018/06/colonia-dignidad-waffenhandel-folter-und-kalter-krieg-wenn-correctv-die-haelfte-der-wahrheit-weglaesst/

www.conservo.wordpress.com     3. Juni 2018

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten in meinen Emails sowie auf den Seiten der „sozialen Medien“ und mache mir diese Inhalte nicht zueigen. *****
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Antisemitismus, Außenpolitik, CDU, Christen, CSU, Kinderschänder/Pädophile, Kirche, Medien, Politik abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Colonia Dignidad, Waffenhandel, Folter und Kalter Krieg: Wenn „correct!v“ die Hälfte der Wahrheit weglässt

  1. Freya schreibt:

    Ein toller Artikel, Danke.
    Dieser Staat scheint eine selbstzerstörerische Affinität dazu entwickelt zu haben, sich für jedes nur erdenkliche Unrecht irgendwo auf der Welt verantwortlich zu machen und sich selbst mit Schuld zu besudeln. Anders ist es nicht erklärbar, wieso jetzt auch noch an staatliche Entschädigungen gedacht wird. Hat man schon alle Verbrechensopfer im eigenen Land entschädigt? oder wieso greift man bis Südamerika mit dem Geldrauswerfen? Egal, selbstzerstörerisch, anders nicht vorstellbar!
    Wenn aber in Deutschland eine 90!Jährige aufgrund ihrer Meinung (und ehrlich, wenn eine so alte Dame meinen würde, wir wären alle ein außerirdirsches Bienenvolk und die Bundestonne sei die Oberdrohne – da haben wir es in dem Alter doch bereits mit kindlichem Gemüt zu tun…) inhaftiert wird, hört man nix. Man muss sich selber durchs Internet wühlen und forsten, um überhaupt davon zu erfahren. Jaja, sollen sie sich um Chile kümmern; wir Patrioten kümmern uns indes um Deutschland.
    Schönen Sonnntag, wo immer Ihr seid ! und patriotische Grüße von Freya

    Liken

  2. MoshPit schreibt:

    Hat dies auf MoshPit's Corner rebloggt.

    Liken

  3. ceterum_censeo schreibt:

    Was für eine Idiotie hierzulande! Schuldkult (sh. gerade das Kasperltheater in Solingen mit superintegrierter Türkentussi) bis ins dritte und vierte, ach was, x-te Glied !

    Und die Türkei? Genozid an den Armeniern? – Gibt’s nicht, nie vorgekommen!
    So macht man’s, Herrschaften!

    @ Freya liebe Grüße

    Liken

    • Freya schreibt:

      Danke, lieber cc, liebe Grüße zurück

      Liken

    • Ulfried schreibt:

      Hallo ceterum_censeo, du triffst mit deinem Hinweis auf den Genozid an den Armeniern voll ins Schwarze. Für alle die daran zweifeln empfehle ich das Buch von
      Michael Hesemann: DER VÖLKERMORD AN DEN ARMENIERN (ISBN: 9783776627558)
      Völkermord an den Armeniern: Erstmals mit Dokumenten aus dem päpstlichen Geheimarchiv über das größte Verbrechen des Ersten Weltkriegs
      von Michael Hesemann (Autor)
      Es ist eine gut recherchierte investigative Dokumentation wie man das von Hesemann kennt. Doch nichts für schwache Nerven – wenn Grausamkeit einen Namen hat: JUNGTÜRKEN!!
      Dieser Bericht ist unfaßbar! Ich hatte in einer Spedition mal einen armenischen Kollegen – Christ wie ich. Im Gespräch fragte der mich, ob ich mir vorstellen könne, daß die Türken Menschen auf den Todesmarsch schickten und einigen die Füße mit Hufeisen beschlugen? Ja sagte ich, ich weiß das!

      Liken

  4. Freya schreibt:

    Noch eine Anmerkung, die israelischen Nazijäger haben im über ihre Arbeit in einer Fernsehdoku öffentlich gesagt, das ihre Jagd nun offiziell beendet sei, denn alle noch lebenden Täter seien jetzt 90 Jahre alt und nicht mehr haftbar zu machen !
    Nicht so in Deutschland, dem Superhelden der Demokratie! Da findet man auch noch 90Jährige in der hintersten Ecke und sperrt sie sogar ein, nur wegen ihrer Gedanken, Worte und Meinung.
    Ja, was sagt man dazu, aber schon okay, Menschenrechtsverletzungen anderswo sind natürlich wichtiger. lGF.

    Liken

  5. Ulfried schreibt:

    Frage Niki Vogt: Diese Worthülse:
    „endzeitlich-christliche Kolonie“
    Was ist das bitteschön und von welchem Text im Neuen Testament leitet sie sich ab.
    Krieg ich ’ne Antwort?

    Liken

  6. Ulfried schreibt:

    Nachdem der Mörder Pinochet Allende erschoß ging eine Welle faschistischer Gräueltaten durch Chile. Stadien wurden zu Kz’s (ähnlich Argentinien) und viele unliebsame Oppositiionelle wurden brutal ermordet. Und dann kamen die „Vertreter“ der ach so demokratischen BRD mit ihren Sprüchen (ich war damals 20Jahre alt und Unteroffizier der NVA – Panzer):

    Heinrich Gewandt, CDU-Bundestagsabgeordneter und Experte für Probleme der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, versichert nach dem Putsch der chilenischen Militärjunta, dass Chile für das BRD-Kapital nun wieder kreditwürdig werde. (Foto)

    „Angesichts des Chaos, das in Chile geherrscht hat, erhält das Wort Ordnung für die Chilenen plötzlich wieder einen süßen Klang.“
    Franz Josef Strauss, CSU-Politiker und späterer Kanzlerkandidat, im Bayernkurier am 22.09.1973

    „Die Ereignisse in Chile haben bewiesen, dass Marxismus und freiheitlich-demokratische Grundsätze unvereinbar sind.“
    Karl Carstens, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, am 12.09.1973

    „Soweit wir Einblick bekommen haben, bemüht sich die Militärregierung in optimalem Umfang um die Gefangenen. Die Verhafteten, die wir sprachen, haben sich nicht beklagt.“
    Über die Lage der im Stadion von Santiago de Chile gefangenen und gefolterten Chilenen: „Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Wetter recht angenehm.“ (Süddt. Zeitung, 18.10.1973)
    Bruno Heck, Generalsekretär der CDU, nach seiner Rückkehr aus Chile am 18.10.1973.
    (CDU- Heck den Namen Heck kennen viele Deutsche)

    Wie gesagt, damals wurden Stadien in KZ umgewandelt. Auch wir haben eine „Demokratie“ und viele Stadien. Ist „Demokratie“ vielleicht eine Worthülse für einen ganz anderen Machanspruch? Und Stadien werden in EU immer mehr gebaut.

    Liken

  7. Ulfried schreibt:

    kleine Erinnerung zu:
    „Ich war damals 20 Jahre alt und Unteroffizier der NVA – Panzer“. War damals grad im verlängerten Kurzurlaub daheim und wollte wieder zu meiner Panzer- Einheit (Panzerregiment 21 WALTER EMPACHER) in Torgelow mit dem Zug fahren. Ging sehr schlecht, weil ich Uniform- Zwang hatte und in Uniform nicht nach OST- Berlin durfte, da dort grad die „WELTFESTSPIELE DER JUGEND UND STUDENTEN“ tobte. Gleichzeitig kam die Nachricht, daß Walter Ulbricht gestorben ist und der FDJ- Fuzzi Honecker die Macht übernahm. Der hat dann vielen chilenischen Kommunisten und Sozialisten Asyl und Beistand gewährt. Deshalb haben die sich nach Honneckers Freilassung erkenntlich gezeigt und der durfte zu seiner Margot die schon vorausgeeilt war.

    Liken

Kommentare sind geschlossen.