Ein neuer Frauenmarsch und der Beginn der Zwischenzeit

(www.conservo.wordpress.com)

Von Sus Scrofina

Die Zwischenzeit ist angebrochen. Der Wind hat angefangen, sich zu drehen, zaghaft noch, aber die Zeichen mehren sich, dass der Zeitgeist seine Richtung verliert und eine neue möglich ist. Es fühlt sich ein wenig nach Ausnahmezustand an, es schmeckt nach Ungewissheit, aber plötzlich auch nach Zuversicht.

Ich begann, Hoffnung zu schöpfen bei den Worten des neuen US-Botschafters Mr. Grenell, der die Konservativen Kräfte in Europa lobte und damit vermutlich auch uns meinte. Dazu passten die Blicke seines Präsidenten auf die deutsche Kanzlerin. Ich dankte den Italienern für Ihre neue Regierung. Ich war regelrecht euphorisch am Samstag beim Frauenmarsch auf Berlins Straßen mit einer schützenden Polizei – ganz anders als beim letzten Mal – und einer kläglich reduzierten Anzahl von Antifaschreihälschen. Ich dachte erstmals: „Und plötzlich ist der Spuk vorbei.“ Auch wenn jede neue Verbrechensmeldung unerträglich ist, so habe ich das Gefühl, endlich informiert statt großräumig belogen zu werden. Es liest sich fast so, als ob die BILD-Zeitung Merkel gerade fallen lässt wie eine heiße Kartoffel. Es fühlt sich ein bisschen wie 1989 an. Ich weiß, ich werde noch oft denken müssen: „Und immer noch ist der Spuk nicht vorbei.“ Aber ich bin mir sicher: der Anfang vom Ende hat begonnen.

Menschen bleiben auf der Straße stehen und fangen an, sich gegenseitig zu fragen: „Wie lange gibst du der Merkel noch? Worum wollen wir wetten?“ Oder: „Glaubst du, dass wir es ohne Bürgerkrieg schaffen werden?“ Zwar liegt das Land an der Oberfläche noch inweiten Teilen ruhig, doch ist das nicht schon eher die Ruhe vor dem Sturm? Wie viel Blut wird noch fließen, nachdem es mit unseren Mädchen angefangen hat? Die Schwächsten werden am meisten verachtet, angegriffen, geschändet und vor unseren Augen abgeschlachtet. Wird es uns alle, die wir heute noch hier sitzen und reden und schreiben, erfassen?

Jedoch werden täglich die weniger, die sich an ihrer Ideologie festkrallen, auch wenn ihre Rhetorik dabei immer schriller und verbissener und ihre Forderungen immer absurder werden. Eindrucksvoll zu sehen auf dem letzten Parteitag der LINKEN mit dem Verlangen nach offenen Grenzen für alle, in einer Zeit, wo das Scheitern dieser Politik immer offensichtlicher wird. Ich kann sie schon lange nicht mehr ernst nehmen, aber jetzt spüre ich: ihre Zeit ist abgelaufen. Auch wenn ich nicht sagen kann, wann genau dieser Tag sein wird und ich mir durchaus bewusst bin, dass in Kürze eine Repressionswelle einsetzen kann, denn verwundete Köter sind die gefährlichsten, so schafft es doch keiner mehr, mir die Hoffnung zu nehmen.

Frauenmarsch zum Kanzleramt. Berlin, 9.6.2018. Keine Blockade. Wenige Gegendemonstranten. Freundliche, entspannte Stimmung bei uns, die uns in Trauer und Schmerz aber auch in Hoffnung und Zuversicht vereint. Traditionsbewusste Frauen mit Deutschlandfahnen neben selbstbewussten Punkerinnen, herzliche Mütter von nebenan mit Transparenten, Kreuzen und Kerzen neben eleganten Damen, manche in schwarz-rot-gold gekleidet. Was für eine Vielfalt, diese bunte Berliner Mischung und dazu noch so schön anzusehen. Und dann noch unsere Männer, die zu uns freien Frauen halten. Denen wir nicht genug danken können. Für mich gelebte Deutsche Einheit. Ein Volk, das zusammensteht. Endlich. Im Widerstand liegt die Einheit. Ich fühle die Verbundenheit. Und die Angst weicht dem Lachen über die, die uns Nazis nennen. Ich winke ihnen freundlich zu und denke: „Ihr Armen. Warum hasst Ihr nur so?“

Beim ersten Frauenmarsch haben sich viele Frauen erdrückt gefühlt von ihnen, wobei unsere Angst und Ohnmacht ihr unverhohlenes Ziel waren. Meine Worte von damals, was noch kein halbes Jahr her ist, lesen sich so:

Dass die Wahrheit zwar ein begehrtes, aber trotzdem ein scheues Wesen ist, um das zwar gerne gebuhlt, das aber ebenso gerne und oft verraten und bis zur Unkenntlichkeit entstellt wird, durfte ich am 17. Februar 2018 am eigenen Leib erfahren. Meiner Beobachtung nach hätte es kein Problem sein dürfe, den Frauenmarsch zügig über den Checkpoint Charlie hinwegzuleiten, wenn es den politischen Willen dazu gegeben hätte, das Recht auf freie Meinungsäußerung den friedlich gegen Gewalt demonstrierenden Frauen zu gewähren. Stattdessen sollte jegliche Kritik an der eigenen ideologischen Agenda in einem Käfig versteckt, verspottet, verlacht und gedemütigt in Berlin-Kreuzberg zu Grabe getragen werden.

Ich habe erlebt, dass die Wahrheit sich nicht dort aufhält, wo man meint, in ihrem Namen zu kreischen und zu brüllen. Im Gegenteil: Ich fand sie zusammengekauert genau auf der anderen Seite. Oder korrekter formuliert: Ich fand sie innerhalb des Käfigs, der um sie herum errichtet worden war und an dessen Absperrgittern sie von außen von genau denjenigen, die in ihrem Namen kreischten und brüllten, bespuckt, beleidigt, geschubst, getreten und versucht worden ist, sie mit Steinen zu bewerfen. Von denjenigen, die sich hinterher im Parlament und auf der Straße dafür feierten, dass sie gewonnen hätten, indem sie wehrlosen Frauen, die gegen Gewalt an Frauen und Kindern demonstrierten, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterbunden hatten. Indem sie diese Frauen als Rassistinnen, Sexistinnen und Nazissen verleumdeten. Die Namen der Ideologien, im Namen derer Andersdenkende mundtot gemacht werden, sind austauschbar, wobei in der heutigen Zeit ihr kennzeichnendes Merkmal meist das vorgesetzte „Anti-“ ist. Das Verhalten ist das Gleiche und ich nenne es Faschismus, auch wenn sie sich selbst als Antifaschisten bezeichnen.

Den zweiten Frauenmarsch vom 9. Juni 2018 kann man in knappen Worten nun so zusammenfassen: bei großer Hitze waren es im Vergleich zum Februar etwas weniger Teilnehmer, was sicher mit der Angst vieler Frauen vor neuerlichen Attacken durch das antifaschistische Schlägerpersonal oder vor dem Entdecktwerden und damit der realen Befürchtung vor späterer Rache, vor Jobverlust und vor sozialer Ächtung zu tun hatte. Aber es waren DEUTLICH weniger Gegendemonstranten, die von Absperrung zu Absperrung japsten und sich die Seele aus dem Leib brüllten. Das Verhältnis war diesmal umgekehrt: wir waren mehr und sie haben uns nicht aufgehalten. Etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte, aber was eine enorm wichtige Botschaft in Berlin-Kreuzberg ist: niemand kann irgendeinen Bezirk für sich reklamieren.

So wie uns niemand unsere Betroffenheit und unser Trauern verbieten kann. Auch wenn sie uns Instrumentalisierung vorwerfen und uns damit in Wirklichkeit nur zum Schweigen bringen wollen, indem sie bestimmen, für welche Toten wann und wie getrauert werden darf, damit ihre Fassade, also ihre Ideologie nicht einstürzt. Wir erkennen jedoch genau ihre Kälte, die dahinter steckt. Die gleiche Empathielosigkeit, die es in der NS-Zeit möglich machte, schwerste kollektive Verbrechen zu begehen.

Wir werden nicht mehr aufhören, unsere Betroffenheit, unser Mitgefühl, unsere Trauer und unsere Wut mit lauter Stimme dagegen zu setzen. Und wir fühlen uns bestärkt von unseren tollen Rednerinnen, vor allem denen mit nichtdeutschen Wurzeln wie der israelischen Schriftstellerin Orit Arfa, der syrisch-orthodoxen Schwester Hatune Dogan und nicht zuletzt der unermüdlichen Kämpferin Leyla Bilge. Ich freue mich auf ihren nächsten Aufruf zum Frauenmarsch.

www.conservo.wordpress.com       14.06.2018
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Über conservo

„Conservo“ ist seit 59 Jahren politisch tätig und hat dabei 25 Jahre hauptamtlich in der Politik gearbeitet. Er ist ein katholischer, fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 22 Jahren als selbständiger Politikberater sowie Publizist und war 21 Jahre lang freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er ist außerdem Verfasser von bisher 44 Büchern und Paperbacks sowie regelmäßiger Kolumnist mehrerer Medienorgane und Blogs. conservo ist stolz au sein Vaterland und ein überzeugter Europäer - für ein Europa der Vaterländer auf christlich-abendländischem Fundament. Als (neben F.J. Strauß und Gerhard Löwenthal u.a.) Mitbegründer der Deutschen Konservativen e. V., Hamburg, und deren Chefkorrespondent spricht und schreibt er grundsätzlich auch in deren Sinn, d. h. die Meinungen von conservo entsprechen der grundsätzlichen Linie der Deutschen Konservativen e.V.
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10 Antworten zu Ein neuer Frauenmarsch und der Beginn der Zwischenzeit

  1. nixgut schreibt:

    Hat dies auf Islamnixgut rebloggt.

    • SVEN GLAUBE schreibt:

      Die Deutschen Frauen Protestieren GEGEN Islamischen FRAUEN-VERNICHTUNGKRIEG!

      Die Deutschen Frauen Protestieren DAGEGEN dass Sie die Islamischen Untieren !

      Die Deutschen Frauen Protestieren GEGEN den Islamischen Frauen-Vernichtungsvölkermordkrieg des FRAUENFEINDES ANGELA MERKEL in Berlin am 09.06.2018 !

  2. ceterum_censeo schreibt:

    Lieber Sven Glaube,

    habe soeben erst in einem Betragg in einer anderen Rubrik die zunächst gewählte Bezeichnung ‚viehisch in bezug auf den Mörder von Susanna zurückgenommen – es wäre eine Beleidigung der Tierwelt vorallem nützlicher Tiere.

    Aber ‚Untier‘ paßt in diesem Kontext sehr gut. Danke!

  3. SVEN GLAUBE schreibt:

    Flugblätter bezichtigen Flüchtlinge – Polizei ermittelt gegen Zwölfjährigen wegen Vergewaltigung !

    https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_83938448/lauterbach-polizei-ermittelt-gegen-zwoelfjaehrigen-wegen-vergewaltigung.html

    Flugblätter bezichtigen Flüchtlinge – Polizei ermittelt gegen Zwölfjährigen wegen Vergewaltigung !

    Das Polizeipräsidium Osthessen: Ermittler gehen Hinweisen nach, dass ein Schüler eine 12-Jährige vergewaltigt haben soll !

    In Hessen ermittelt die Polizei gegen einen Zwölfjährigen! Ihm wird vorgeworfen, eine Schulkameradin vergewaltigt zu haben! Flugblätter hingegen bezichtigen Flüchtlinge der Tat !

    Die Polizei ermittelt im Vogelsbergkreis gegen einen Zwölfjährigen wegen der Vergewaltigung einer gleichaltrigen Mitschülerin. Die Polizei habe am Mittwoch einen Hinweis bekommen, teilte die Polizei in Fulda mit. Das betroffene Mädchen habe den Mitschüler des bereits einige Zeit zurückliegenden Vorfalls beschuldigt. Wann und wo die Tat geschehen sei, müsse noch ermittelt werden.

    Der Junge sei noch nicht zu den Vorwürfen vernommen worden, hieß es weiter. Mit Blick auf das Alter der beiden Kinder hielten sich die Ermittler mit Einzelheiten zu den Anschuldigungen zurück.

    Unterdessen sind laut Polizei in Lauterbach Flugblätter aufgetaucht, in denen behauptet wird, dass vier Flüchtlinge die Tat begangen hätten. „Diese Unterstellung deckt sich in keiner Weise mit den Erkenntnissen der Polizei“, sagte ein Polizeisprecher. „Der Mitschüler, dem die Tat vorgeworfen wird, ist in Deutschland geboren und hat die deutsche Staatsangehörigkeit!“

    https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_83938448/lauterbach-polizei-ermittelt-gegen-zwoelfjaehrigen-wegen-vergewaltigung.html

    • Ulfried schreibt:

      SVEN GLAUBE, du zitiertst hier aus :
      https://www.t-online.de/
      Weißt du eigentlich, daß dieser Blog betrieben wird von:
      „Ströer Digital Publishing“
      Das ist eine 100%-ige Medien- Tochter der SPD.
      Probier mal da einen freien Kommentar. Da biste schneller gelöscht als du geschrieben hast.
      Vielleicht ist es gut, wenn viele T-Com- Nutzer mal ihren Verbleib bei der Telecom davon abhängig machen, daß diese rote Meinungsmache beendet wird. Doch wer will das schon?

  4. Freya schreibt:

    Es kommt mir auch so vor, als seien die Hoffnungen, die der Artikel beschreibt berechtigt; der Wind scheint sich zu drehen. Sogar T-online spricht heute davon, das die Merkel gestürzt werden könnte. Hoffen wir gemeinsam das Beste und tun in der Zwischenzeit das Mögliche. Aber träumen darf man, vor allem in solchen Zwischenzeiten, ja schon mal. Ich träume von geordneten Rückführungen und zwar solange, bis wieder sichergestellt ist, das wir Deutschen hier auch noch in hundert Jahren die Mehrheit ausmachen. Jaja, das hört sich einfach an, ist aber sicherlich schon heute, sogar bei allem patriotischen Wollen und Wünschen, fast nicht mehr zu erreichen. Wie gesagt, hoffen wir das Beste und auch darauf, das Merkel und ihre lieben Kollegen im Club der Heimtvernichter nicht einfach so davonkommen, sondern vielmehr einer harten Strafe zugeführt werden. Gerne ebenso im Ausland abzusitzen, wie jetzt ihre Goldstücke reihenweise nach Morden und anderen Straftaten in ihre Dreckslöcher fliehen, aus denen sie sich angeblich zu uns gerettet hatten. Da wären sie dann wieder beieinander, wie schön. Einstweilen wären wir sicherlich alle überaus erleichtert, wenn endlich mal jemand die Grenzen dichtmachen würde (auch damit die Merkel nicht einfach fliehen kann) , das wär schon was. mpFreya

    • gelbkehlchen schreibt:

      Selbst wenn Merkel ins Ausland, z.B. nach Paraguay, flieht, wo sie ein Haus haben soll, auch einen Eichmann hat man damals aus Argentinien entführen können. Ich hoffe, sie wird ihrer gerechten Strafe nicht entgehen.

      • Freya schreibt:

        Liebes Gelbkehlchen, da sind wir in völliger Übereinstimmung. Egal wo, wie, wann, was…diese Verbrecherin darf auf keinen Fall davon kommen. Das Ausmaß ihrer Verbrechen ist unbeschreiblich, und wir kennen erst den Anfang vom Ausmaß. All die toten Kinder und diese Verräterin fühlt sich noch als guter Mensch. Hoffe, die wird auch in Paraquay oder sonstwo gejagt. Aber jetzt wirds langsam spannend, wir dürfen hoffen. ganz liebe Grüße von Freya

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