Das Lied der Innenhöfe

(www.conservo.wordpress.com)

Von Dushan Wegner

Mit der Wahl von AKK steht leider fest: Es wird nicht besser werden. Es geht weiter, und damit gilt: Isch over. – Der Realist, der Hoffnung sucht, singt ein neues Lied, es ist »Das Lied der Innenhöfe«.

Wir hören eine neue Melodie, ein neues Lied! Muss Nostalgie sich denn immer nur vom Vergangenen singen? Wir kennen ja nicht nur das Heimweh, wir kennen auch das Fernweh, warum also nicht ein Zukunftsweh? Ein Weh, ein Verlangen, in der Zukunft endlich Ruhe zu finden.

Wir hören uns selbst eine neue Melodie singen. Es ist das Lied der Innenhöfe.

Es ist ein fröhliches Lied!

Dass wir es singen müssen, dass uns Wählern keine Wahl bleibt, dieser Umstand ist sehr traurig, gewiss, doch im Lied selbst sind einige Reiskörner an Hoffnung enthalten.Wer das neue Lied singt, der hat sich verabschiedet von der Illusion, es möge wieder werden wie früher, wie vor der Zerstörerin, vor den Globalisten, und man ist ja schon froh, wenn es nicht wird wie in Frankreich, wo sie heute Panzer gegen die Unzufriedenen und Zukunftsberaubten auffahren.

Kierkegaard versteht uns. Er schreibt:

Mir ist zu Mute, wie einem Steine im Schachspiel es sein mag, wenn der Mitspieler von ihm sagt: Der Stein kann nicht mehr gerückt werden. (Sören Kierkegaard, Entweder-Oder)

Was soll denn die Schachfigur tun, wenn sie blockiert und bedroht ist, wenn sie in die Ecke gespielt wurde von einem ungeschickten oder wenig ernsthaften Spieler? Ist es die Schuld des Turms, wenn die Bauern ihm den Weg blockieren?

Was soll der Läufer denn tun, wenn die Raubritter des Gegners ihm nach dem Leben trachten, doch die Dame ihn blockiert, so dass er nicht einmal gefahrlos stehen bleiben kann?

Der Läufer muss ein neues Spiel spielen, und ein neues Spiel braucht ein neues Lied: das Lied der Innenhöfe.

Isch over

Im Text »Die Zukunft der Parteien ist Effizienz – wollen Sie das?« schrieb ich im Juni 2018, also heute vor einem halben Jahr:

Aktuell wird ja von der CDU die nondeskripte und rhetorisch eher »grüne« Annegret Kramp-Karrenbauer zum Merkel-Klon aufgebaut. Auf der Homepage der CDU wird zur »Zuhör-Tour« mit »AKK« eingeladen. (Aktuell erweckt die Homepage der CDU den Eindruck, Kramp-Karrenbauer sei bereits Kanzlerin.) Es ist ein bemerkenswertes Unterfangen der Politikkommunikation, ein politisches Nichts von einer Hülle in eine andere Hülle umgießen zu wollen. Es ist, wie wenn Kinder »Kaffee und Kuchen« spielen und aus der leeren Spiel-Kaffeekanne die Luft in die ebenfalls leere Spiel-Tasse umfüllen.

Jetzt ist sie halt da, nicht die Hoffnung, nein, aber die nächste Merkel, AKK.

Die CDU-Delegierten – zumindest ausreichend viele von ihnen – haben gehorsam die lauwarme, nicht ganz frische Luft von einer Hülle in die andere Hülle umgefüllt.

Hatten wir denn Hoffnung? Zuletzt, gerade eben noch, im und am Höhepunkt des merkelschen Werks, konnten wir uns für eine kurze Zeit an der Illusion von Hoffnung wärmen, dass vielleicht die Dinge doch anders als von der Alten geplant verlaufen könnten, weniger schlimm, weniger suizidal, doch mit der Wahl von »Alles Kalter Kaffee« (mit Dank an Wolfgang Herles) starben die Illusion von Hoffnung und damit eben auch die Hoffnung. Ab jetzt gilt nur noch Realismus.

Um es mit den Worten von Wolfgang Schäuble zu sagen (der auch mal Kanzler-Hoffnung war und nun den AKK-Konkurrenten Merz empfahl), wenn er auch diese Worte in anderem Kontext sprach: Isch over.

Es soll ja Bürger geben, die hoffen, dass AKK eines Tages ihren Glasnost-Moment bekommt und zu reparieren beginnt, was Merkel zerstörte, doch solche Hoffnung setzt als Prämisse voraus, dass Merkel in ihrer wichtigsten Entscheidung, nämlich jener, wer die geschleifte Erde an ihrer Stelle salzig hält, in ihrem Macht- und Menscheninstinkt versagte.

Nein, mit AKK wird es weitergehen. AKK bedeutet »Weiter so!«, und »Weiter so!« bedeutet: Isch over.

Wir singen das Lied.

Wenn die Feuersbrunst droht, empfiehlt es sich, in Löschschläuche und Wassereimer investiert zu haben.

Es klingt ein neues Lied, das Lied der Innenhöfe. Im Text »Vier Welten – welche wählen wir?« sprach ich von den Innenhöfen, in welche wir uns zurückziehen werden, in welche wir uns bereits zurückzuziehen begonnen haben – als Metapher und ganz konkret. Ich stimmte, versuchsweise, einen Ton an, und eine gute Zahl von Ihnen stimmten mit in das Lied ein, ja, viele von Ihnen singen es bereits seit einigen Jahren.

Sie schrieben mir davon, wie Sie für sich und Ihre Familien längst begonnen haben, Innenhöfe zu suchen, einzurichten und zu beziehen – man hört ein neues Lied, und es wird lauter: das Lied der Innenhöfe.

Doch, nicht alle finden ihre Stimme, nicht alle können sie finden: Manche von Ihnen sind schlicht nicht in der Lage, einen Innenhof zu finden.

Einige haben ihre Zukunft draußen geplant, auf den Märkten und öffentlichen Plätzen, und nun gehören diese Orte den neuen, wichtigeren Leuten – weh dem, der keinen Innenhof hat!

Nicht wenige – erschreckend viele – von Ihnen sagen: »Ich selbst werde das Lied der Innenhöfe nicht mehr anstimmen können, aber meine Kinder sollen es singen können!«

Es war schon immer eine gute Idee, seine Kinder fremde Sprachen lernen zu lassen, und heute scheint es buchstäblich fürs Überleben notwendig zu sein. Wer kann, zahlt seinen Kindern die teure Privatschule mit Vorbereitung aufs Internationale, oder er lässt sie gleich im Ausland lernen.

Wer im Land bleibt, kauft sich selbstschließende Garagen und sichere Fenster. Wir singen das Lied der Innenhöfe. Es ist nicht das Lied, das wir singen wollten…

Hier können Sie den Artikel weiterlesen: https://dushanwegner.com/das-lied-der-innenhoefe/?mc_cid=57672de2f7&mc_eid=ac82e0b2ba

www.conservo.wordpress.com     11.12.2018

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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6 Antworten zu Das Lied der Innenhöfe

  1. look2him schreibt:

    Noch ein Liedvorschlag zum Thema Singen:
    Das Lied vom Tod will keiner mehr mitsingen, von dieser Ballade haben die Leute ihre Nasen gestrichen voll – hier kommt die passende Hymne zur Zeit. Auch wenn man vielleicht nicht so musikalisch ist, kann man (oder muß man?) hier mitsingen. Ein paar falsche Töne stören nicht, wenn es das richtige Lied ist! Und das ist es! Der Text stammt aus dem Jahre 1984, die Melodie kam im Jahre 2017 dazu – 33 (in Worten dreiunddreißig) Jahre später. Alle zusammen haben wir den längeren Atem! Nichts ist stärker als ein Lied, dessen Zeit gekommen ist. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Hier ist das Textblatt zum Auswendiglernen – mach mit, sei dabei, singe laut, erhebe deine Stimme. Du schaffst das! Du kannst das! Trau dich! Ich möchte etwas hören! Jetzt singen Land und Leute ein anderes Lied! Jetzt wird Fraktur gesungen!
    https://derhimmeluebermir.com/das-land-singt/

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  2. Artushof schreibt:

    Video des Tages

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  3. Karl Schippendraht schreibt:

    …….Es ist nicht das Lied, das wir singen wollten……..

    Aber wir sind selbst schuld , wenn wir es singen !!! Wir müssen es nämlich überhaupt nicht singen sondern können Gegenstimmen erheben . Aber auchn hier tritt die vornehmlich westdeutsche Mentalität zutage . Die Mitteldeutschen haben 1989 aus eigener Kraft ihre Nischengesellschaft beendet und ihre Stimme erfolgreich erhoben . Und auch heute , wo sich eine erneute Diktatur anbahnt , sind es die Mitteldeutschen , die den Widerstand anführen , während Michel-West größtenteils überhaupt noch nicht erkennt , dass er sich bereits in einer Diktatur befindet . Und wenn er es erkannt hat dann stimmt er kein Kampflied an sondern ein Klagelied . Aber die Einsicht , dass die deutsche Masse die heutigen Zustände mittels Wahlzettel selbst herbeigeführt hat , will sich trotz ständig verschärfender Situation nicht durchsetzen . Bedauern kann man diese Jammergestalten nicht . Wie sagte doch Professor Mamlock :
    “ Es gibt keine größere Schande als nicht kämpfen zu wollen , wo man kämpfen muss . „

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  4. theresa geissler schreibt:

    Wunderschön. Eindringend. Entrührend …
    Die übersetzung is jetzt fertig und bekommt einen ehrenvollen Platz op theresasvisie.com Versprochen!

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  5. Pingback: Het lied van de Binnenplaatsen – Theresa's visie

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