Eine fast wehmütige, kleine Rückschau in die 50er Jahre

(www.conservo.wordpress.com)

von altmod *)

Mit Augenzwinkern und „Fleischeslust“

So ein Altmodischer wie ich (wohl aber nicht nur der) hängt gerne Erinnerungen an alte und gute Zeiten nach. Ist doch die Erinnerung ein Paradies, aus dem einen niemand vertreiben kann. Gerade in der Vorweihnachtszeit kommen denn gerne solche Gefühlsregungen hoch.

Es sei gesagt, dass ich – aufgewachsen in den Fünfzigern – eine schöne Kindheit und Jugend hatte. Ich hatte viele persönliche Freiheiten und ging mit Freude zur Schule, denn ich hatte gute, ja außerordentliche Lehrer ( kann mich also nicht an der von manchem „Intellektuellen“ gerne geübten Schelte an der Schule und schrecklichen Lehrern beteiligen)!

Meine Eltern – Heimatvertriebene aus Böhmen – hatten damals einen Gasthof mit Metzgerei in einer oberfränkischen Kleinstadt aufgebaut und recht erfolgreich geführt.In der Vorweihnachtszeit liefen Fleischerei und Gastwirtschaft auf Hochbetrieb. Fast jeder Abend war mit Weihnachtsfeiern diverser Vereine und Gesellschaften ausgebucht. Mein Vater produzierte in der Metzgerei Spezialitäten, die es nur zu diesem Fest gab: „Original Prager Schinken“, diverse Pasteten, besonders ausgeklügelt geräucherten frischen Lachsschinken und kurz vor den Festtagen eine ganz exklusive Art von Bratwürsten, wofür Kunden von weit her das Geschäft meiner Eltern aufsuchten.

Im nachgelassenen Inventar aus meinem Elternhaus fand ich vor Jahren einige Exemplare einer Werbeschrift aus diesen Jahren:
„Jolanthe – Die Kundenzeitschrift für den Süddeutschen Metzger“.
Hier dasTitelblatt eines Exemplars vom 18. Dezember 1954 – mehr als 60 Jahre her.

Das Heft beschäftigt sich mit dem Thema „Advent rührt an das Herz“ und wendet sich dann gleich an die „Liebe Kundin!“.  An die Hausfrau, nicht an anonyme Kunden oder „Kund*innen“:

„Unter den Menschen, denen Sie eine Weihnachtsfreude bereiten wollen, sind bestimmt einige, die sich über einen schönen Festbraten oder eine leckere Wurst mehr freuen würden als über die herkömmlichen Aufmerksamkeiten. Nett eingepackt, ein paar herzliche Worte dazu, und Sie haben wirklich eine große Freude bereitet!
Ich würde mich freuen, Sie hierbei beraten zu können.
                                                                             Ihr Fleischermeister“

Auf den nächsten Seiten findet man dann eine Karikatur unterlegt mit folgendem Spruch:

„Wer sich zum Grundsatz hat genommen,
nur nicht an Fleisch und Fett sparen,
der wir gut durch den Winter kommen
und die Gesundheit sich bewahren.“

Was würde das für ein Aufjaulen heutzutage auslösen: Ganz und gar „Nutritionally incorrect!“.
Dann zum Schluss noch die Auszeichnung für „Wer wußte den besten Werbespruch?“ (natürlich für das Fleischgewerbe). Ein Kunde des Schlachtermeisters R. S. aus Bordesholm, Herr K.B. ebenda, gewann mit dem Spruch:

„Ich vertrage jedes Klima
ich eß´ Fleisch
und fühl mich prima!“

Lassen wir den Spruch mal „sacken“! Und dann lassen wir die verbiesterten und abgehärmten Gestalten der grünen und veganen Umweltreligiösen vor unserem geistigen Auge vorbeiflanieren …

„Jolanthe“ gibt es nicht mehr.
Das war einmal ein weiblicher Vorname. Seit dem Lustspiel „Krach um Jolanthe“ von August Hinrichs (1930), in dem ein Schwein diesen Namen trug, ist der Vorname in Deutschland gebrandmarkt und außer Gebrauch gekommen. Es gibt zwar immer noch ein Steiff-Tier namens Jolanthe, und in der DDR wurde ein Puppenfilm mit „Jolanthe“ im Fernsehen zu Propagandazwecken verbreitet (Krawall im Stall). Nachdem es in Deutschland und wo auch immer, keine glücklichen Schweine mehr gibt, dürfen wir „Jolanthe“ in jeder Form vergessen.

Weihnachten damals! 

Da gab es immer Schnee – zumindest in meiner Heimat – und wir fühlten uns trotz – oder wegen – des Klimas „prima“. Man durfte alles, und nicht nur von der Jolanthe, ohne Gewissensbisse genießen.

Erinnern Sie sich an “Weihnachts-Aromen“ und Gerüche von damals?
Mandarinen duften heute noch wie damals.
Aber geht es Ihnen nicht auch wie mir, dass dieser Duft fast unauslöschlich mit Weihnachten – von damals – verbunden wird? Mehr noch als Zimt oder Nelken etc.

Was Besonderes sind heute noch Mandarinen? Auf den für heutige Verhältnisse bescheidenen Nikolaus- oder Weihnachtsteller von damals waren Mandarinen wie Walnüsse, neben Lebkuchen und Plätzchen, ein obligater, ein geschätzter Bestandteil.

Unsere kleine Stadt war damals immer herausgeputzt. Kein Geschäft ließ es sich nehmen, selbst für seinen Weihnachtsschmuck zu sorgen, und der Marktplatz war immer mit einem besonderen Prachtexemplar von Weihnachtsbaum geschmückt.

Von diesem, heute für viele „miefigen“ oder „spießigen Weihnachtszauber“, ist in meiner Heimatstadt auch nicht mehr viel übrig geblieben.

Das Lokalblättchen berichtet noch über den Untergang einer einst „blühenden Geschäftswelt“, die gemäß der veröffentlichten Bilderfolge wohl besonders in der Weihnachtszeit aufblühte.

Ja, da erinnere ich mich gerne daran.

Und so ist eines meiner Lieblingsmotive für sehnliche Weihnachtskarten der Christbaum vor dem Rathaus meiner Heimatstadt von damals geblieben.

Pegnitz Winter 1960

http://altmod.de/2018/12/eine-fast-wehmuetige-kleine-rueckschau-in-die-50er-jahre/2183/

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*) „altmod“ ist Facharzt und Blogger (altmod.de) sowie regelmäßiger Kolumnist bei conservo
www.conservo.wordpress.com   20.12.2018

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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Eine Antwort zu Eine fast wehmütige, kleine Rückschau in die 50er Jahre

  1. hansberndulrich schreibt:

    Ja, die Gute Alte Zeit!
    Aus dem politisch unkorrekten, stark gebrauchten und zerfledderten Kochbuch meiner Großmutter (um 1900):

    Wo’s Frauchen frisch und klug sich regt,
    Verständnisvoll der Wirtschaft pflegt,
    Ist’s wie in hellen Sonnenschein:
    Es nistet sich Behagen ein!
    Selbst wenn der Mann verstimmt, beklommen
    Von seiner Arbeit heimgekommen,
    So wird ihm Aug und Herz schon heller
    Sieht er vor sich den Suppenteller
    Voll kräft’ger Brüh, der keine gleicht
    Und die sein Liebchen stolz ihm reicht…

    Ich habe meine Großmutter noch erlebt. Sie war es, die zuhause das Sagen hatte

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