Mach mal den Menasse

(www.conservo.wordpress.com)

Von Helmut Roewer *)

Neues vom Jahrmarkt der Lügen und Eitelkeiten

Nun ging das alte Jahr mit den Spiegelsachen zu Ende. Natürlich war das alles nur ein Einzelfall. Ein gewisser Klaas Relotius hatte ein wenig übertrieben, die Dinge, wie man so sagt, im Nachrichtenmagazin ein wenig zugespitzt. Nur böse Zungen können behaupten, er habe Dutzende von Geschichten frei erfunden oder gefälscht und sei von seinem Blatt, dem Spiegel, durch ungezählte weitere sog. Qualitätsjournalisten unterstützt worden, die sich rege bemühten hatten, dem Wort der Lügenpresse mehr Substanz (neudeutsch: Bäckgraund) zu verleihen. Immerhin hat der Volksmund bereits zugeschlagen. Ihm entschlüpfte reloutieren für das Erfinden und Fälschen von Pressestorys. Noch wehrt sich mein Word-Rechtschreibprogramm gegen die Neuerung.

Doch kaum war die Sache im Kasten, betrat der nächste preisgesalbte Edle den Jahrmarkt der Unaufrichtigkeiten. Auch er schon länger unterwegs. Sein Name verdient festgehalten zu werden: Menasse. Dachte erst, es handele sich um einen schludrigen Verschreiber und tippte auf Neuigkeiten von der Heidelberger Liederhandschrift Corpus Manasse. Doch falsch. Es geht um ein Buch mit dem Titel Die Hauptstadt. Sein Autor Robert (nein, nicht der grüne Ex-Twitterer) ist ein semi-vergnüglicher Österreicher, der uns Deutschen dieLeviten über unsere jüngere Vergangenheit liest, und alles im ganz großen Wurf der Hauptstadt Brüssel enden lässt. Heilserwartung und Erlösung. Einfach schön. Ein Epos.

Bei solchem Beginnen darf Auschwitz nicht fehlen. Auftritt Professor Walter Hallstein. Wer erinnert sich schon groß an den? Erster Präsident der Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Die EWG, das war jene obskure Vereinigung, die, unter verdecktem Vorsitz der CIA Anfang der 1950-er Jahre gegründet, den schwächelnden westeuropäischen Kriegsgewinnern beim weiteren Abzocken von Deutschland behilflich sein sollte. Einzelheiten dazu lese man – ich liebe nun mal Selbstzitate – in meinem Unterwegs zu Weltherrschaft, Band 3, nach. Auch Beuteland von Bruno Bandulet kann ich sehr empfehlen. Dass die Summe der EWG-Abzocke nicht ausschließlich negativ aus-, sondern auch für Deutschland was abfiel, war verschlagenen Leuten wie Konrad Adenauer und seinem Knappen Hallstein zu verdanken.

Doch von solchen Winkelzügen handelt das Hauptstadt-Buch von Menasse eher weniger. Dafür lobt er Hallstein auf andere Weise. Er schildert dessen Auftritt in Auschwitz, wo er in missionarischer Weise am Ort deutscher Schuld die Segnungen der heutigen Europäischen Union hellsichtig besingt – wenn auch nur als Redner. Hallstein in Auschwitz? Das ist natürlich nur unter der Prämisse Auschwitz ist überall zutreffend. Wer sich – unbegreiflicher Weise – auf die Geographie-Grundkenntnisse seiner Schulzeit stützt, der wird sagen: Auschwitz liegt im heutigen Polen, und es lag, als Hallstein dort angeblich redete, auch schon in Polen, zudem lag es in jenen Tagen im Ostblock. Ein westdeutscher Spitzenmann hält im Ostblock zu solcher Hoch-Zeit des Kalten Krieges eine sozusagen grenzenlose europäische Grundsatzrede? Eher nicht. Sie hätte ihm die Verhaftung durch die polnische Staatssicherheit eingetragen. Dort gab es genügend viele, die sehr gut deutsch verstanden, wie etwa ein gewisser Hauptmann Marcelli Reich, der später in Westdeutschland als Marcel Reich-Ranicki recht bekannt wurde. Doch auch davon ist in Sachen Hallstein nichts bekannt. Übrigens auch nicht vom Inhalt der Rede, so wie Menasse sie glaubte zitieren zu dürfen.

Ist halt nur ein Roman. Lügen im Roman sind üblich: August Bürger schrieb genau solche in einem überaus erfolgreichen Buch zusammen, das erstmals 1786 erschien, und zwar unter dem Titel

Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande. Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen, wie er dieselben bei der Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt.

Die Deutschen liebten dieses Buch und seine Lügen. Es hat ungezählte Nachdichtungen erfahren.

Man sieht also: im Roman geht alles, und alles ist irgendwie Geschmacksache. Auschwitz als Ort für eine Geschichtslüge finde ich allerdings geschmacklos. Für diese Ansicht bedarf ich nicht einmal der Beihilfe durch das Strafgesetzbuch, das bekanntlich die sog. Auschwitzlüge unter Strafe stellt.

Hier ist mein Vorschlag für den nächsten, sicher ebenfalls preiszukrönenden Roman „Widerstand“ des Ostmärkers Menasse:

Man schrieb den 15. März 1938. Der Heldenplatz in Wien war schwarz von Menschen. Sie brüllten „Rotfront“, bis Teddy Thälmann endlich ans Mikrophon trat.

Als der Führer der KPD und Kanzler der deutschen Nation und des Reichs melde ich nunmehr vor der Geschichte den Eintritt des befreiten Österreichs in die internationale marxistisch-leninistisch-stalinistische Gemeinschaft freier Völker.

So tönte es über den Platz, und die Leute johlten vor antifaschistischer Begeisterung.

Soweit mein Vorschlag. Er würde sicher helfen, den an diesem Tage angeblich ins Werk gesetzten Anschluss durch den in Selbstsicht größten Feldherrn aller Zeiten in die Ecke der Geschichtslegenden zu verbannen. Wo er aus fortschrittlicher Sicht auch hingehört. Ich bitte schon jetzt darum, in die Anwärterliste für alle in Frage kommenden Friedenspeise als Unterstützer aufgenommen zu werden.

©Helmut Roewer, Januar 2019
www.conservo.wordpress.com     14.01.2019

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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Eine Antwort zu Mach mal den Menasse

  1. Anonymous schreibt:

    …“marxistisch- leninistisch -stalinistische Gemeinschaft freier Völker „!!! DDR 2,0!!!
    Wahnsinn!!! Und der deutsche Michel wird es auch weiter mir 87% wählen…
    Für dieses Volk will ich nicht mehr weiter kämpfen. Es tut mir wirklich leid…

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