Kevin – nicht allein zu Haus

(www.conservo.wordpress.com)

Von Helmut Roewer *)

Büchern geht es wie Menschen –

die meisten von ihnen haben keine Bedeutung.

Voltaire (1694-1778).

Modisches und Ernstes zur Anti-Kapitalismusdebatte und zum wirtschaftlichen deutschen Sonderweg, zugleich eine Besprechung der politischen Konzepte von Paul Collier, Antje Hermenau und Björn Höcke, deren Bücher ich zur Lektüre empfehle

Inhaltsübersicht:

  1. Kevin Kühnert, der versuchsweise Denker, und der Sozialismus
  2. Paul Collier, der Volkswirt, und der soziale Kapitalismus
  3. Antje Hermenau, die Abtrünnige, und das Lob des Provinziellen
  4. Björn Höcke, der Buhmann, und der nationale Staat des kleinen Mannes
  5. Kommodes Denken und Kommoden-Denken

In den Ländern der westliche Welt sind die starren Regeln politisch zugelassenen Denkens durcheinandergeraten. Linke äußern Dinge, die ihnen bis gestern unrettbar das Nazi-Etikett eingebracht hätten, und Rechte wagen sich auf ein Territorium vor, das früher den linken Lichtgestalten vorbehalten war. Daneben gibt es viel Traditionelles. Hiermit will ich am Beispiel des SPD-Jungvolkdenkers Kevin Kühnert beginnen, der soeben das Rad des Sozialismus neu erdachte, um dann auf drei ernsthafte politische Konzepte zu sprechen zu kommen: die des englischen Volkswirts Paul Collier, der sächsischen Ex-Abgeordneten der Grünen Antje Hermenau und des thüringischen AfD-Politikers Björn Höcke. Ihnen dreien ist gemeinsam, dass sie aus dem Denken in bekannten Fahrwassern ausgebrochen sind.

1. Kevin Kühnert, der versuchsweise Denker, und der Sozialismus

Es bedurfte erst des Hinweises von Freunden, dass einer namens Kevin Kühnert ein Programm zum Übergang Deutschlands in den Sozialismus vorgelegt habe. Na endlich, denn darauf sind die Menschen da draußen im Lande seit langem scharf. Das, was kolportiert wird, besteht aus der Enteignung von Konzernen, namentlich von BMW, sowie der Forderung, dass niemand künftig über mehr Wohneigentum verfügen dürfe, als er selbst bewohnt. Wer an die Stelle der Eigentümer tritt, finde ich nicht ausdrücklich ausformuliert, aber es wird wohl der alles lenkende Staat oder ein Surrogat für diesen sein.                An dieser Nachricht interessiert mich: Erstens, dass diese Nachricht überhaupt eine solche ist, denn wen in drei Teufels Namen juckt es im Normalfall, wenn sich ein Kevin über die Zusammenhänge in unserer Gesellschaft äußert. Doch der Kandidat hat eine Position, die ihn aus anderen heraushebt, konkret: er ist Juso-Vorsitzender. Ein zweite Voraussetzung ist die, dass sich ein Medium der Auslassungen von Kevin annimmt und sie zur Nachricht aufpumpt. Ich tippe, ohne mich der Mühe einer einschlägigen Kontrolle unterzogen zu haben, auf eine der Wochenschriften à la Die Zeit oder Der Spiegel. Deren Aufmerksamkeit ist nur zu berechtigt, denn Kevin gehört zu einer bedauerlichen Minderheit, weil seine persönlichen Umstände es nicht zugelassen haben, in seinen ersten drei Lebensjahrzehnten eine gescheite Ausbildung zu absolvieren. Folglich hält er sich dort auf, wo sich Randexistenzen zusammenfinden: in der Politik.

Die Reaktionen auf Kevins Beitrag zur Zukunft des Landes sind, wie ich sie zusammenklaube, wenig schmeichelhaft ausgefallen. Hier wird darauf abgehoben, dass zweifacher sehr kurzfristiger Studienabbruch und Arbeit in einem Call-Center nicht darauf hindeuten, dass dem Kevin eine systematisch geprägte Gedankenwelt nahe liege. Die ausgeübte Tätigkeit sei indessen ein sicheres Indiz dafür, dass der Kandidat sehr spezifische Erfahrungen sammeln durfte. Sie hätten ihn darüber aufgeklärt, dass ungelernte, gemäßigt intelligente Hilfsarbeiter zwar keine Knochenarbeit leisten müssten, andererseits aber auch kein Einkommen erzielen könnten, das ihnen den Bezug einer akzeptablen Wohnung im Großraum Berlin ermöglichen würde, geschweige denn den Kauf eines BMW.

Bei solchem Horizont sei womöglich Kevins Unkenntnis darüber verzeihlich, dass genau das über Jahrzehnte erprobt worden ist, was auf andere schlichte Gemüter wie die Neuerfindung des Rades wirken mag. In der 1990 untergegangenen DDR haben nämlich die von Kevin vorgeschlagenen Konzepte 40 Jahre als konkrete Politik real existiert. Sie haben zum Verfall der Altbausubstanz, soweit sie vom alliierten Bombenkrieg verschon worden war („Ruinen schaffen ohne Waffen“), zur Herstellung minderwertiger Neubauten und permanenter Wohnungsnot trotz staatlicher Zwangsbewirtschaftung geführt. Das greifbare Ergebnis der Automobilverstaatlichung waren stinkende funktionsbegrenzte Typen von hoher Reparaturanfälligkeit und extremem Schadstoff-Ausstoß (Trabant und Wartburg). Sie verschwanden nach der Wende wie von selber, da ihnen selbst fragwürdigste Westgebrauchtwagen überlegen erschienen.

Das alles müsse Kevin, Jahrgang 1989, nicht wissen – es war in seinem ersten Lebensjahr, als die Malocher in der DDR das sozialistische Experiment abbrachen. Vielleicht hätten ihm – so die Kritiker – seine Eltern nichts darüber erzählt, so dass er es entbehrlich gefunden habe, sich Gedanken zu machen bezüglich der Ursachen der jetzigen Wohnungsnot in Deutschland durch millionenfache Zuwanderung in eines der am dichtesten besiedelten Gebiete dieser Erde und wegen des Verfalls der deutschen Autoindustrie durch die Exekution sinnwidriger Abgasnormen. Kevins Kritiker, die sich über seine schiere Kenntnislosigkeit ereifern, haben im Grunde recht, aber sie sind nach meinem Geschmack eher harmlos. Sie wären drastischer, wenn sie in ihre Überlegungen einbezogen hätten, dass der Stoff, aus dem die Kevins gewebt sind, derselbe ist, aus dem in Deutschland Minister und Kanzler geschneidert werden. Der Parteienstaat macht’s möglich, und nur er. Wir werden also Kevin noch am Werke sehen. Bevor er ernst machen kann, sollte man ihn und seinesgleichen schleunigst aus dem Tempel jagen.

Nun zu einigen ernsthaften Erwägungen: Während Kevin & Co vor einer Art Kosmos-Kapitalismus-Bastelkasten für Minderbemittelte sitzen, haben sich andere auf unterschiedlichen Ebenen Gedanken darüber gemacht, dass in unserer besten Welt von allen etwas schiefläuft, und vor allem: wie es wieder gerade zu rücken wäre. Ich werde die einschlägigen Vorschläge von Collier, Hermenau und Höcke, die ich nach verbreiteter, indessen fragwürdiger Ansicht unter dem gemeinsamen Dach der Kapitalismuskritik versammelt fand, im Folgenden kurz skizzieren. Insofern sind meine Ausführungen zugleich Besprechungen der einschlägigen Bücher, denen ich solche Gedanken entnommen habe.

2. Paul Collier, der Volkswirt, und der soziale Kapitalismus

Paul Collier: Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Verfall der Gesellschaft. München, Siedler [Random House], 2019.

Der in Fachkreisen international bekannte englische Ökonom Collier argumentiert mal global, mal national. Er nimmt Maß an dem von ihm als misslich beschriebenen Zustand bestimmter Ballungsräume (z.B. London, San Francisco und New York), die nach seinen Berechnungen im Überfluss leben, während weite Umlandgebiete dem Niedergang preisgegeben sind. Zu seinen Prämissen zählt die Einteilung der Menschen in die Kategorien homo oeconomicus und homo socialis. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Wirtschaftswissenschaftler neigen nun mal dazu, zunächst das Muster eines Menschen zu konstruieren, und, wenn sie damit fertig sind, diesen Kunstmenschen in Statistiken und mathematischen Formeln agieren zu lassen, um Zustandsbeschreibungen für Gegenwart und Zukunft zu destillieren.

Collier beschreibt den homo oeconomicus als den ichbezogen und strikt aufs eigene Wohl Bedachten, kurzum ein männlicher Typus. Er sagt, dass es diesen seit der Steinzeit nicht mehr in Reinform gegeben habe. Er sei durch den homo socialis abgelöst worden. Dieses sei der arbeits-teilige, gruppenbezogene weibliche Typus, der die menschliche Gesellschaft seitdem dominiere. Der homo oeconomicus sei seinerzeit, wo er dennoch auftrat, aus der Gemeinschaft ausgesondert worden. Diesen Ansatz halte ich für partiell unzutreffend. Es hat – in der Natur des Menschen angelegt – vermutlich immer beide Typen gegeben, und es gibt sie heute noch. Die Frage mag stets gewesen sein, inwieweit es der Horde gelang, den männlichen Typus zu integrieren, weil von ihm Führertum und Innovation ausgingen, die dann ins Horden-verhalten inkorporiert wurden und so zur Überlegenheit gegenüber anderer, äußerer Herausforderung beitrugen. Gelang dies nicht, wurde der Egoist aus der Horde verstoßen, was seinen sicheren Tod bedeutete. Erstaunlich ist, dass Collier, wenn er denn diesem Ansatz folgt, ihn angesichts seiner Kapitalismus-Kritik nicht ins Heute und auf jene Existenzen überträgt, die tagtäglich den kapitalistischen Wildwest aufführen und den Gesellschaften, in denen sie existieren dürfen, massiv schaden. Heutigen (westlichen) Gesellschaften fehlt offenbar der Biss, diese Typen zu domestizieren, wo nicht auszusondern.

Collier folgt solchem schlichten Ansatz nicht, vielmehr ist sein Credo, dass der Mensch neben selbstsüchtigen Haben-wollen-Gelüsten auch ethischen Normen verpflichtet sei, aus deren Erfüllung er tiefe Befriedigung empfange. Diese zu stimulieren, würde das sich ausbreitende immer schärfere Ungleichgewicht abbremsen können. Um dies zu erreichen, schlägt er das vor, was er eine ethische Besteuerung nennt. Dem liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Ballungsräume Mehrwerte (Renten genannt) erzeugten, zu deren Entstehung die Begünstigten nichts beigetragen hätten. Collier nennt hier nicht nur die Grundbesitzer, sondern auch eine Vielzahl hochspezialisierter Berufe – bevorzugt aus dem Dienstleistungssektor (Anwälte, Vermögensberater, Makler, Banker aller Art usw.) –, die er als im Gelde schwimmend bezeichnet. Diesen den nicht erarbeiteten – also nicht verdienten – Wertzuwachs wegzusteuern, sei gerecht. Das Ergebnis eines solchen Tuns wäre, wenn man das Geld aus solcher Steuer mit lokalen oder regionalen Fördermaßnahmen paart, die Entzerrung der Ballungsräume und die Wiederbelebung der verfallenen Provinzen. Konkret soll das Geld zur Ansiedlung startender Unternehmen genutzt werden, aus deren Existenz sich dann sog. Cluster, also örtliche Gewerbe-Anhäufungen, wie von selbst bilden können.

Typisch für einen professionellen Volkswirt, der sich zudem zu dem vergangenen Erfolg der Sozialdemokratie bekennt, ist das Operieren des Autors mit großen Einheiten, also mit Konzernen, die sehr oft mit öffentlichen Strukturen vergleichbar sind. Das ist in der Tat typisch für die Sozialdemokratie. Es wäre indessen zu bedenken: Der Misserfolg solcher Einschätzung lässt sich an der Industriepolitik der letzten 50 Jahre in Nordrhein-Westfalen wie bei einem Lehrstück nachvollziehen. Mit dem Verfall der großen Einheiten des Kohle- und Stahlbereichs setzten die sozialdemokratischen Industriepolitiker auf die nächsten Industriegiganten, in diesem Fall die der Autoproduktion, wie zum Beispiel Opel in Bochum. Antriebselement für solch fehlerhaftes Handeln war die Verlockung der – von Collier ausdrücklich als beispielhaft gelobten – deutschen Mitbestimmung in der Großindustrie. Diese führte indessen nicht nur dazu, die Kleinen zu ignorieren, sondern geradewegs durch Maßnahmen der Ansiedlungsfeindlichkeit zu behindern. Die Klein- und Mittelunternehmer wurden dank ideologischer Scheuklappen als klassische Kapitalisten denunziert. Die Rolle dieser Unternehmerschicht als Motor der deutschen Beschäftigungs- und Innovationspolitik wurde souverän ignoriert. Um Missverständnisse zu vermeiden, sei ergänzt, dass Collier den Kapitalismus jedoch nicht beseitigen will, sondern einem lenkenden Staat unterwerfen – auch das spricht für große Einheiten.

Bei solchen Überzeugungen springt ins Auge, dass Collier seine Industriepolitik national organisieren will, was in der Realität mit den wirklich großen Einheiten kollidieren muss, da es sich hierbei um weltweit agierende Giganten handelt. Wie er diese domestizieren will, bleibt vage. Immerhin fällt auf, dass auch Collier das Tun solcher Giganten anprangert, die Globalisierung im Eigeninteresse so verstehen, dass sie nicht irgendwo, sondern nirgendwo Steuern zahlen und aufgrund dieses Wettbewerbsvorteils an Gigantismus weiter zunehmen, wobei sie Konkurrenten vom Markt zu verdrängen vermögen. Typisch britisch, fordert Collier, dass die existierenden Clubs (G7, G8 oder G-was-auch-immer) neu zu organisieren seien. Deren Aufgabe solle es u.a. sein, gegen Abweichler moralischen Druck aufzubauen. Solchen Vorschlägen grinst Pressure-Club-Vormann George Soros über die Schulter, den Collier ausdrücklich als seinen Freund bezeichnet. Da schaudert es einen schon ein wenig.

Was Collier an den herrschenden Verhältnissen mit gutem Grund zu kritisieren weiß, er bringt das Eigentliche nicht auf den Punkt, nämlich dass Unternehmertum und Geldbesitz per se nichts miteinander zu tun haben. Beide sind ein aliud, das nicht besser beschrieben werden kann als durch den Umstand, dass das umsatzstärkste Gewerbe in England die Finanzindustrie ist. Schon deren Titel führt in die Irre, denn hier wird nichts produziert, sondern ausschließlich Kontenbestände hin und her gezockt. Das ist komplett unproduktiv und bringt der Gesellschaft, in der es stattfindet, nicht nur nichts, sondern es ist ihr zutiefst schädlich.

An Collier ist in diesem Zusammenhang auch die im anglo-amerikanischen Kulturraum zu beobachtende schiere Unkenntnis preußisch-deutscher Geschichte nachzuvollziehen. Eine Koryphäe der Volkswirtschaftslehre hat offenbar keine Ahnung davon, dass die Hauptgedanken seiner Kritik gut hundert Jahre zuvor von Walther Rathenau bereits formuliert worden sind (Von kommenden Dingen, 1916). So kommt es auch, dass er in ein allzu simples Strickmuster verfällt, wonach preußisch-deutscher Nationalismus für die Weltkriege und damit so für mancherlei Übel allein-verantwortlich war. Das lässt mageres Wissen auf einem Gebiet vermuten, das über britische Kriegspropaganda nicht hinausgelangt ist, denn man muss kein Sozialist sein, um in den Kriegsauslösungsgründen starke Motive der britischen Geld- und Macht-Aristokratie zu entdecken. Dieses eingestreut, lasse ich die weiteren Vorschläge, wie die zur Kindererziehung, zur Sozialfürsorge und zur Stützung von Familien einmal beiseite.

Zusammengefasst kann gesagt werden: Das ganze im Buch präsentierte Gedankengebäude gleicht einer merkwürdigen ärztlichen Handlung. Einer erkennt das Vorliegen einer tödlichen Seuche, macht eine vielfach fehlerhafte Diagnose und unterbreitet bedeutsame Behandlungsvorschläge, von denen einige so unrealistisch sind, das sie nicht einmal in die Nähe der Umsetzung gelangen werden. Also: ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt.

3. Antje Hermenau, die Abtrünnige, und das Lob des Provinziellen

Antje Hermenau: Ansichten aus der Mitte Europas. Wie Sachsen die Welt sehn. Leipzig, Evangelische Verlagsanstalt, 2019.

Es gibt Leute, die im Buch von Hermenau ein Kleinformat von Paul Colliers Fundamentalkritik erblicken, doch führt eine solche Annahme nach meiner Beurteilung in die Irre, denn das Buch enthält eine ganze Reihe unerwarteter Perspektiven, vor allem ist es, wie die Autorin in ihrem Vorwort anmerkt, eine Liebeserklärung an Sachsen. Wer nun – wiederum irrtümlich – eine Art Wanderführer durch das Elbsandsteingebirge für kulturell Fortgeschrittene erwartet, wird enttäuscht werden, denn das Buch ist durch und durch politisch. Kein Wunder, denn die Autorin hat trotz ihrer noch nicht sehr weit fortgeschrittenen Lebensjahre ein viertel Jahrhundert Berufspolitiker-Karriere hinter sich gebracht. Diese begann 1990 im Wendegeschehen der DDR und endete nach Landtags- und Bundestagsmandaten im Jahre 2015. Ihre Partei war die der Grünen. Dies ist – erstaunlich genug – kein Grund, vor der Lektüre zurückzuzucken.

Was macht nun den Reiz des Hermenau-Buches aus? Es ist ein Blick auf Gott und die Welt, nach Aufsetzen der weiß-grünen, der sächsischen Brille. Es ist die erstaunliche Erkenntnis, dass Weltsicht einen provinziellen Fixpunkt hat, und die weitere Erkenntnis, dass Sachsen eigenständige und eigenwillige Leute auf hohem kulturellen Niveau und mit einem erstaunlichen Arbeitsethos sind. Zu den sächsischen Besonderheiten gehört offenbar, sich auf der Welt umzutun und an Land zu ziehen, was des Übernehmens wert erscheint, der Kaffee lässt grüßen. Auch zählt dazu, Nicht-sächsisches mit unterschwelligem Humor zu ertragen, bis, na ja, bis es den Sachsen irgendwann reicht, weswegen sie dann ungemietlich werden. Zwar wurden in der sächsischen Geschichte die Sachsen mit polnischen Herrschern fertig, aber diese nicht mit jenen. So nimmt es denn auch kaum Wunder, dass in der DDR der Widerstand gegen Berlin, wie es so schön hieß, aus Sachsen kam, und nochmals dezidiert aus dessen südöstlichem Teil, dem Tal der Ahnungslosen. Ein Vorgang, der sich jetzt wiederholt, wenn er denn seither je ganz eingeschlafen gewesen sein sollte. Die Autorin räumt selbstkritisch ein, dass man nach der Wende zunächst von den westlichen Errungenschaften geblendet gewesen sei, bis, ja bis sich herausstellte, dass vieles Bewundernswerte reines Blendwerk war.

Bei solchen Gedankengängen liegt es nahe, dass Hermenau auf die Massenzuwanderung zu sprechen kommt. Sie begegnet dem vor allem in ihrer Partei, den Grünen, gern verwendeten Totschlagsargument, der Osten könne gar nicht mitreden, da es dort kaum Zuwanderer aus dem Orient und Afrika gebe, mit dem spitzen Hinweis, dass man aus westlichen Städten und Berlin genügend viele Negativbeispiele kenne, um sich derartige Übel nicht ins Land zu holen. Die Autorin denkt diesen Gedanken in origineller Weise zu Ende: Wenn denn die Vernunftlösung mit Westdeutschland zusammen nicht machbar sei, müsse man nach anderen Partnern Umschau halten, als das wären Polen, Tschechien, Österreich und Ungarn. Das sind interessante Perspektiven, denn sie würden – zu Ende gedacht – auf eine Sezession Sachsens von Deutschland hinauslaufen. Ich nehme an, dass solch ein Verhalten einen Rutsch auslösen würde, dem sich Thüringen (mindestens dessen östlicher Teil um Gera und Altenburg), das südliche Brandenburg (um Cottbus) und das südliche, wenn nicht das ganz Sachsen-Anhalt leicht anschließen könnten. Ob das realistisch ist? Ich vermag es nicht zu sagen, doch man sollte nie „nie“ sagen.

4. Björn Höcke, der Buhmann, und der nationale Staat des kleinen Mannes

Nie zweimal in denselben Fluss. Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig. Mit einem Vorwort von Frank Böckelmann. Politische Bühne Originalton. Lüdinghausen/Berlin, Manuscriptum Thomas Hoof KG, 2018.

Mir ist in letzter Zeit kaum ein Buch untergekommen, das in so vernichtender und für den Autor so verletzender Form kritisiert worden ist. Soweit diese Kritik bei Mainstream geäußert wurde, lohnt die Befassung damit kaum, denn dort geht es nicht um das Buch, sondern um Ressentiment, die Attacke ad hominem, den Angriff auf den Mann, der für die völlig sachfrei berichtende Publizistik zum deutschen Rechtsaußen schlechthin avanciert ist. In deren Denkwelt ziemt es sich nicht, Gedanken auf das geschriebene Wort des Gescholtenen zu verschwenden. Denn, wie heißt es so schön: Wir dürfen Nazis kein Podium bieten.

Von etwas anderer Güte sind die Attacken aus dem sog. nationalen Lager. Für dieses ist der Mann, Ohgottohgott, ein böser Linksabweichler, dem man mit Jünger-, Heidegger-, Schmitt- und weiteren Säulenheiligen-Zitaten zu Leibe rückt und so den argumentativen Garaus zu bescheren trachtet. Das mag alles mit spitzester Feder trefflich bemerkt sein, wiewohl aller Wahrscheinlichkeit nur für eine schwindsüchtige Leserschaft, jedenfalls kein solches Massen-Publikum, wie es der böse Höcke bei Veranstaltungen zu mobilisieren weiß. Was also redet der Kerl, und was schreibt er? Nun gut, greifen wir zu einer antiquierten Methode und sehen selber nach.

Formal gesehen handelt es sich bei dem Text um ein Zwiegespräch zwischen dem sächsischen Publizisten Sebastian Hennig und dem thüringischen Politiker Björn Höcke, wobei die Rollenverteilung klar ist: Es geht zuvörderst um die Darstellung der Ansichten von Höcke. Hennig ist mehr oder weniger als ordnender Stichwortgeber tätig. Manchmal treibt es ihn jedoch, auch eigene Gedanken zu präsentieren – nie jedoch in einer Schärfe, die Höcke drängen würde, scharf zu reagieren. Das ist ein klein wenig bedauerlich, denn man fragt sich die ganze Zeit bei der Lektüre: Wo bleibt denn hier das Giftige, was den Politiker, wenn man seinem Ruf Glauben schenken will, ausmacht. Man sucht es vergeblich. Der Höcke, der sich in dem Buch präsentiert, wirkt vielmehr erstaunlich vorsichtig, an einigen wenigen Stellen verspüre ich einen Hauch von Unsicherheit, oder besser noch: Unfertigkeit der Gedanken und das Wissen darum, dass es so ist. Das muss kein Nachteil sein, nur ist es ungewohnt in einer Gegenwart, in welcher Politikeraussagen für gewöhnlich von anderer Strickart sind, nämlich dem Abschießen von Leerhülsen im Brustton der Überzeugung.

Inhaltlich lässt sich das Buch in mehrere Blöcke unterteilen. Meine Unterteilung entspricht nicht der formalen Gliederung des Buches, und sie ist diese hier: Breiten Raum nehmen die Herkunft und der anschließende Wunsch, Lehrer zu werden, und die Tätigkeit als Lehrer ein. Das mag für Leute, die das Lob der Herkunft singen wollen, von Bedeutung sein. In Wirklichkeit ist nichts Erstaunliches passiert, und ich habe diese Teile als notwendige Zutat eines Polit-Newcomers, der sein Woher und Wohin begründen muss, abgehakt. Der eigentlich bedeutende Teil ist der politisch-inhaltliche.

Höcke gehört nach seinen Aussagen – das ist wenig überraschend – ins nationale Lager. Er hält national-deutsche Lösungen für den richtigen Weg, wohl auch für den einzig richtigen. Doch dann kommen seine eigentlich wichtigen Einlassungen zur Kritik der herrschenden Verhältnisse und wie er diese zu verändern gedenkt. Der Dreh- und Angelpunkt seiner Argumentation ist der sog. kleine Mann, dessen Anwalt er sein will, da dieser, der kleine Mann, im parteipolitischen Bauchladen der Republik sich von niemandem mehr vertreten fühlen könne. Das klingt ein bisserl nach Sozialpolitik, hundert-und-so-und-sovielte Auflage, doch das ist es bei genauerem Hinsehen gerade nicht. Höckes kleiner Mann ist nicht der staatliche Almosenempfänger, denn der hat wahrlich genügend viele Politanwälte, sondern gemeint ist der Mann, der sich heutzutage seinen Lebensunterhalt selbst verdienen müsse. Gemeint sind auch die vielen kleinen Unternehmer, die nicht als Finanzjongleure, sondern als Werte- und Arbeitsplätze-Schaffende in diesem Land unterwegs sind. Nun gut, wenn das die kleinen Leute in diesem Lande sind, dann liegt Höcke mit dem Nicht-vertreten-sein dieses Klientel insofern goldrichtig, als hier die Mainstreamparteien jeglicher Couleur einen seit Jahren wachsenden Freiraum hinterlassen haben.

Was also will er tun, um seinem Anliegen gerecht zu werden? Hier scheinen mir die Aussagen eher vage. Immerhin bekennt sich Höcke, ein Anti-Kapitalist in dem Sinne zu sein, dass zwischen dem Kapitalismus, als der alles bestimmenden Geldwirtschaft, und der Marktwirtschaft klar zu unterscheidet sei, und er letztere, die begrenzte Marktwirtschaft, für das wirtschaftliche Wohlergehen des Volkes für unabdingbar hält. Mit solchen Aussagen wird klar, dass und warum Höcke selbst innerhalb der AfD einer der Flügelmänner ist, zumal wenn man addiert, dass er die Schädlichkeit des Kapitalismus den einschlägigen Fehlentwicklungen in den USA und der parallel verlaufenden und von dort ausgehenden Seuche der Globalisierung zuweist (Da jaulen die blauen Atlantiker auf). Aus der Feindschaft zum Globalismus macht Höcke keinen Hehl, ebensowenig aus der zugehörigen, von internationalen Gremien befürworteten und angestoßenen Massenimmigration aus dem Orient und Afrika. Die illegale Einwanderung will er unterbinden und rückdrehen, womit er sich auf einem Spezialfeld der Politik befindet, wo es innerhalb der AfD in ihrer jetzigen Formation offenbar keine ernstgemeinte Gegenbewegung gibt.

Inhaltlich erwähnenswert schließlich erscheint mir Höckes Position zu den christlichen Kirchen. Der christliche Glaube bildet für ihn keinen persönlichen Antrieb. Er hat, wie so viele seiner Generation, frühzeitig im Kindesalter hiermit abgeschlossen. Für den bekennend katholischen Teil des sog. nationalen Lagers scheint dies ein besonderer Affront zu sein. Schrill klingt mir Belehrendes im Ohr, dass schließlich die Ikone Ernst Jünger noch zu seinem hundert-und-neunzigsten Geburtstag (oder war’s der hundert-und-einundneunzigste?) der katholischen Kirche beigetreten sei. Wie auch immer, jedenfalls hält Höcke das christliche Erbe für ein prägendes und zu erhaltendes Wesensmerkmal der abendländischen Kultur. Fast unnütz zu erwähnen, dass er, soweit ich verstehe, den Islam hiermit nicht für kompatibel hält. Erstaunlich mag sein, dass sein Interview-Partner, der meines Wissens insoweit anderer Auffassung ist, dies nicht zum Anlass für eine Intervention genutzt hat. Weitere Gesprächsgegengegenstände, wie den über die politische Romantik, halte ich hier nicht für erörterungsbedürftig. Anderes, wie politische Führungsauswahl und Unterbinden des politischen Opportunistentums, wäre einen eigenen Aufsatz wert.

Wie eingangs bemerkt, legt eine Gesamtschau des Buches den Verdacht nahe, dass der Mann, der aus dessen Zeilen spricht, nicht derjenige ist, über den die Qualitätsmedien in so furchteinflößender Manier berichten, dass selbst krawallgewohnte Kölner Hoteliers bei seinem Herannahen die Hochwasserbarrieren aus dem Keller holen, an die sie Hausverbote nageln. Oder aber es handelt sich um zwei Leute. Da ich für eine gespaltene Persönlichkeit bei Höcke keine belastbaren Indizien vorfinde, bleibt wohl nur die Lösung, dass er ein herbeiphantasierter Buhmann ist. Das indessen sagt weniger über die Person des Gescholtenen aus als über den selbstherrlichen, riskanten Zustand, in dem sich unsere Meinungsbildungs-Institute befindet.

5. Kommodes Denken und Kommoden-Denken

Das Unbehagen über die Wirtschaftsentwicklung Deutschlands hat mittlerweile auch diejenigen erreicht, deren Stärke es nicht ist, im politischen Alltag das Maul aufzutun. Man mag es kaum noch glauben: Mit dem Linde AG-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle spricht Anfang Mai 2019 erstmals ein Topmanager Klartext zum Wahnsinn der sog. Energiewende. Dass er zugleich die Wiedereinführung der Wehrpflicht als einer Kaderschmiede der Nation fordert, macht seine Ausführungen umso bemerkenswerter. Das Beispiel lehrt: Wer jetzt den Mund aufmacht, um der nationalen Vernunft das Wort zu reden, begeht (immer noch) ein Sakrileg, wenn auch der Kreis derjenigen zunimmt, welche die mittlerweile offensichtlich Geschädigten des Dilettantenwahnsinns der Volksfront von CDU-CSU-SPD-FDP-Linke-Grüne sind. Diese benennen inzwischen auch die Verursacher des Desasters und sind bereit, Konsequenzen zu ziehen.

Bei aller Hoffnung auf Besserung: Die Primitivität der Argumentation nimmt zu. Die politischen Figuren, welche uns als Aushängeschilder präsentiert werden, verstärken diesen Befund. Man nehme nur einen gewissen Altmeier, der den Staatsplanwirtschaftler gibt, oder dessen angeblichen Antipoden, König-Merz-ohne-Land, den Repräsentanten aus dem Bankensektor. Man vergleiche beide mit Ludwig Ehrhard, dann wird klar, was gemeint ist.

altmeierAus www.zellerzeitung.de , Nr. 756 von Bernd Zeller, Jena [Abruf: 13.5.2109].

Kapitalismus und (Staats)-Sozialismus sind eben nicht die einzigen ernstzunehmenden Antipoden. Es hat in Deutschland seit vielen Jahrzehnten einen durch die Schranken der Sozialverträglichkeit gebremsten privatwirtschaftlichen Ansatz, ergänzt um einen öffentlichen, dem Gemeinwohl dienenden Sektor gegeben. Hierauf beruhte der geradezu unglaubliche wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands während der letzten 150 Jahre, der auch durch zwei verlorene Weltkriege nicht dauerhaft beschädigt werden konnte. Das, was jetzt zerstört wird, machen wir selbst, und die Vernunft gebietet es, politisches Führungspersonal auszusuchen, das den Zug wieder aufs Gleis zurücksetzt, damit er rollen kann.

Der Orientierungsrahmen ist denkbar einfach: Der Motor von Deutschlands Wirtschaft sind kleine und mittlere Unternehmen, die nicht kapitalisiert wurden – sprich: Unternehmen, die von ihren Unternehmern geführt werden. Sie schaffen Innovation, Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Wohlstand und Steueraufkommen. Aus diesem Pool stammt die ganz überwiegende Masse der weltweit existierenden kleinen und mittleren Weltmarktführer. Hierüber muss man als Deutscher gegenüber anderen Völkern nicht protzen, sondern still die Konsequenzen fürs eigne Volk ziehen. Merke: Das Volk als Partner für das Wohlergehen des Landes ist ein starker Verbündeter. Einfach aber wirksam.

©Helmut Roewer, Mai 2019

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*) Dr. Helmut Roewer wurde nach dem Abitur Panzeroffizier, zuletzt Oberleutnant. Sodann Studium der Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Geschichte. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen Rechtsanwalt und Promotion zum Dr.iur. über ein rechtsgeschichtliches Thema. Später Beamter im Sicherheitsbereich des Bundesinnenministerium in Bonn und Berlin, zuletzt Ministerialrat. Frühjahr 1994 bis Herbst 2000 Präsident einer Verfassungsschutzbehörde. Nach der Versetzung in den einstweiligen Ruhestand freiberuflicher Schriftsteller und Autor bei conservo. Er lebt und arbeitet in Weimar und Italien.
www.conservo.wordpress.com     20.05.2019

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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5 Antworten zu Kevin – nicht allein zu Haus

  1. Sandokan schreibt:

    Herr Roewer, Punkt 5 hat mir sehr gefallen und ja es ist ein Jammer mit den ökonomischen Geisteswissenschaftlern, die sich in der Theorie verschanzen und in der Praxis das Lernen verweigern. Es gibt ökonomische Gesetze, es gibt Grundlagen Wissen, Wohlstand kann nie ohne Mehrwertschaffung entstehen, jene produktiven Betriebe. Jedes Land welches wirtschaftlich erfolgreich sein will, braucht auch eine gesunde Infrastruktur und früher dienten Steuern dazu, das die Kommunen ihre Aufgaben bewältigen und nicht die Kosten auf die Bürger abwälzen, die durch Steuern und zusätzlich aufgebrummten Kosten doppelt belastet werden , den die eingeladenen Goldstücke in unsere Sozialsysteme muss man ja finanzieren und Heil SPD will ihnen noch das Taschengeld erhöhen und wer soll es bezahlen, der dusslige Bürger für den noch eine Zusatzsteuer erfunden wird. Wir bezahlen schon eine Umweltsteuer beim Sprit, der doppelt besteuert wurde, einmal pro Liter Kraftstoff und dann durch die Mehrwertsteuer. Unsere Politiker haben sich daran gewöhnt Geld nur umverteilen zu müssen und na ja, die Kassen der Kommunen sind klamm bei den geladenen Goldstücken und aufgeblähten Beamtenapparat, deshalb sollen eben die Bürger die Löcher stopfen und die Kommunen stehlen sich aus der Eigenverantwortung die Infrastruktur mit Hilfe von Steuergeld in Ordnung zu halten, früher war das so, heute schon längst nicht mehr, auch eine Art stiller Enteignung.

    Nun zu dem Punkt, wo selbst mir langsam der Kragen platzt, das alle ökonomischen Gesetze von unserer Politmafia, ähm Politprominenz ausgehebelt wurden, um uns Bürger in ihr ideologisches Korsett zu zwingen, während sie sich als intelligente, da fallt jede Krähe lachend vom Ast, als Obrigkeit anmaßen sich selbst wie Plutokraten um in den Geldadel auf zu steigen an den Früchten der durch den Bürger geschaffenen Mehrwert schamlos bedienen und fröhlich deutsches Geld ohne Limit nach Brüssel scheffeln, anstatt einen Notgroschen für wirtschaftlich schlechtere Zeiten für die Bürger zu behalten. Ich hätte mir nie träumen lassen, das unser Politadel sämtliche ökonomischen Gesetze aushebelt und eine suizidale Scheinwirtschaft aufbaut, wo wir im schlimmsten Falle in eine Wirtschaftskrise wie 1933 schlittern könnten. Der absolute Super Gau mit bezahlten Wirtschaftsschreiberlingen (die Mehrheit der Medien befinden sich in den Händen der SPD), wo ich sowieso nur noch angewidert an den Blättern vorbei laufe und sich mit Ökonomen als Regierungshofnarren dem Normalbürger mit Märchen von der tatsächlichen ökonomischen Wahrheit ablenken und schleichend die soziale Marktwirtschaft abgeschafft wird, um in Brüssel die Diktatur der sozialistischen Planwirtschaft zu verwirklichen. Kevin hat also die Wahrheit ausgeplaudert und seine SPD Genossen in Schnappatmung versetzt, was zum Unmut hinter dem Rücken der Bürger im Babylon Brüssel verwirklicht werden soll.

    Die ökonomischen Theoretiker haben viel mit Karl Marx gemein, wo der ein oder andere doch noch klügere Geistesblitze aufweisen kann. Die Problematik Finanzwirtschaft die eigentlich nur durch die Mehrwertschaffung entstehen konnte und die vielen Schattenseiten der Finanzwirtschaft, die immer dazu missbraucht wurde Geschäftsmodelle zu entwickeln, wo sich Menschen ungeniert bereichern. Das sprengt selbst meine Vorstellungskraft über die Hinterhältigkeit aus Brüssel, wo man aus der einst gegründeten Wirtschaftsunion auf ökonomischen Grundlagen eine ideologische plutokratische Gaunerunion mit sozialistischer Unterwerfung der Europäer, die sich mit Krümeln begnügen sollen fast realisiert hat. Dazu brauchte man nur die Fiskalunion von der Wirtschaft entkoppeln und schon war der Weg frei Geld in dunkle Kanäle verschwinden zu lassen. Nur so konnte man einen Überwachungsstaat gegen die Bürger aufbauen, wie mit den Kampfgruppen der ANTIFA wo schon unter Familienministerin Schwesig SPD finanzielle Mittel bereit gestellt wurden oder für die Kahane Stiftung, die Heinrich Böll Denunzianten Stiftung der Grünen, die den Normalbürger unter Kontrolle halten sollen und im Sinn der Obrigkeit erziehen. Auch künstliche Vereine wie die DUH oder der Verein von Simone Peter als Präsidentin für erneuerbare Energien werden so ohne wirtschaftliche oder andere Leistung bezahlt und sollen mit propagandistischen Geschwätz Orgien bis zur Marktschreierei den Bürger als Zahl Esel verdummen und neue Abzocke Steuern aufzubrummen, wie aktuell die Kohlendioxidsteuer, wo sie mit etwas handeln was ihnen nicht gehört. Das beste Lehrbeispiel ist immer die Praxis und ja auch Ökonomie kann bei all den Gaunern und Betrügern eine lebendige Wissenschaft sein, meine neueste Erkenntnis. Deshalb liebe Freunde wählen gehen und denen die uns enteignen wollen einen Tritt geben!

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  2. oldman_2 schreibt:

    „Das, was jetzt zerstört wird, machen wir selbst, und die Vernunft gebietet es, politisches Führungspersonal auszusuchen, das den Zug wieder aufs Gleis zurücksetzt, damit er rollen kann.“

    Danke, Herr Roewer, für ihre Mühe, würde mir die eigenständige Lektüre nicht antun können, lese z.Z. „Der Fluch der bösen Tat“ von P. Scholl-Latour mit ähnlichem Ergebnis, obwohl thematisch völlig anders.
    Also Empfehlung für die Normalmenschen : Hirn einschalten, sich nicht von der Verblödungsmaschinerie einlullen lassen und richtig wählen.

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  3. Attila schreibt:

    Das Versagen, aber auch die Käuflichkeit von Ökonomen, wie zum Beispiel um Altmeier die zu allem Überdruss da die Staatskasse leer ist, Städte Maut einführen wollen, begründet mit falsch aufgestellten Messautomaten und Ignoranz des Flugverkehrs, ist ein weiterer Schritt in die Vernichtung unserer Infrastruktur. Sinnvolle Umgehungsstraßen wurden nicht gebaut, um den Straßenverkehr zu entlasten durch die Klagen der Grünen, so dass sich viele LKW durch die Städte quälen müssen und an sinnvolle Stadtplanung und Investition wird nicht gedacht, Hauptsache der Bürger blecht für die Unfähigkeit der uns verwaltenden Beamten und Politiker. Danke Herr Rower für die Analyse der Theorien dieser Ökonomen, wo ich mich nur mit der von Ludwig Erhard anfreunden kann. Es war ja früher üblich, das Kommunen von den Steuereinnahmen ihre Aufgaben zur Erhaltung der Infrastruktur gewährleisten sollten, aber die Kosten immer mehr auf die Bürger abwälzen und auch der aufgeblähte Beamtenapparat der mit unsinniger Bürokratie Wirtschaft und Bürger gängelt, will entlohnt werden und bringt unsere Wirtschaftskraft erneut in Schieflage. Wie bei einigen auffällt, beschäftigen sie sich hauptsächlich mit der Geld Umverteilung, aber nicht damit, das dafür eine gesunde Wirtschaftskraft dahinter stehen muss, um Geld für soziale Zwecke verteilen zu können und auch nicht mit den Grenzen wirtschaftlicher Kapazität, wo bei Höcke ein kleiner Ansatz erkennbar ist, nur eine gesunde Nationalökonomie kann dazu dienen, auch Projekte außerhalb zu unterstützen Projektorientierte Entwicklungshilfe, wo die Gelder nicht in den Kassen der Diktatoren und Eliten verschwinden und nicht Größenwahn die Welt zu retten.

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  4. Sandokan schreibt:

    Wer im Osten, in der DDR Ökonomie studiert hat, der macht in seiner Naivität auch den Fehler, wie sehr im Westen die ökonomische Grundbasis ausgehebelt wurde, wo sich Mehrwertschaffung und Sozialausgaben zumindest die Waage halten sollten und die Sozialausgaben die Mehrwertschaffung nicht sprengen sollten, denn das sprengt jede Volkswirtschaft und das wissen auch die Chinesen. Wenn ich mir so die Umverteilungsökonomen ansehe, danke das Sie es erwähnt haben Herr Roewer, hat der Westen schon sehr lange durch sehr günstige Parameter das Gleichgewicht zwischen Mehrwertschaffung und Sozialausgaben und Finanzspekulation ausgehebelt und zeigt erneut die Unfähigkeit der Eurokraten. Der Westen hatte den Vorteil, das die Ostblockstaaten Billiglohnländer waren und dadurch durch den Devisendruck des Ostens auf dem Weltmarkt der Westen Zusatzgewinne regenerieren konnte. Der berühmte Alu Chip, damit konnte man nicht alle Konsumgüter erwerben und Konsumenten aus dem Westen waren bevorzugt, man schuf zum Ausgleich überteuerte Delikat Läden wo man auch mit Alu Chip bezahlen konnte und für den Intershop führte man Forum Checks ein, um die Bürger zu kontrollieren, welche durch Verwandte Westgeld hatten, Alu Chip hätten die nie genommen. Zum anderen konnte der Westen noch mit Produkten der Spitzentechnologie Gewinne einfahren durch Handel, nix gegen meinen Kult Trabant, aber im Osten wurde von der Parteiführung sowohl in Zwickau, wie auch in Eisenach die Produktion von neuen Serienmodellen verboten. Zudem hat sich das Finanzwesen im Westen immer neuere Tricks einfallen lassen, um an der Börse ohne geleistete Mehrwertschaffung zu viel Geld zu kommen, aber auch durch Vor- und Mehrwertsteuer die klaffenden Haushaltslücken bei Sozialausgaben und diverse Gebührenerhöhungen zu schultern, die gedroht hatten das Gleichgewicht zwischen Mehrwertschaffung und Sozialausgaben nicht in das Negative rutschen zu lassen. Dazu fallen mir vier Kardinalfehler der Brüsseler Monsterunion ein
    1. Aushebelung der Fiskalunion, von der Wirtschaft die Mehrwert schafft (es wird umverteilt auf Teufel komm raus, ohne ein Auge auf die Mehrwert Entwicklung zu haben die jene Sozialausgaben ohne Schulden zu machen stemmen kann.) Was machen unsere Eurokraten, sie begründen die Schulden und Transferunion und reißen Europa immer tiefer wirtschaftlich in den Abgrund, damit später globale Konzerne und Banken Europa für einen Apfel und ein Ei aufkaufen können.
    2. Sie ignorieren die Infrastruktur und statt die Defizite der einzelnen Länder mit Zöllen aus zu gleichen, wo man die Wirtschaftskraft der einzelnen Länder nicht sprengt, sondern durch ein gesundes Zollverfahren einen Ausgleich schafft, der die Infrastruktur der Länder nicht bedroht. Ich habe mir sagen lassen, das in den einzelnen Bundesländern der USA untereinander noch Zölle erhoben werden. Da wären wir wieder bei dem Vorschlag von Börsen Guru Andre Kostelany, die EU hätte sowohl den starken und den schwachen Euro gebraucht um die wirtschaftliche Infrastruktur der schwachen Länder nicht zu überfordern und ihnen Motivation zu geben zu den schwachen Ländern auf zu holen. Auch Rom wurde nicht an einem Tag gebaut.
    3. Die ausufernde Bürokratie aus Brüssel, macht jede Volkswirtschaft kaputt, wo Politiker als Blender Wirtschaftsexperten spielen, aber die Unternehmensvielfalt Europas für Trinkgeld an globale Konzerne verkaufen und damit die Wirtschaft vorsätzlich schwächen, im Wahne vielleicht den staatsmonopolistischen Kapitalismus wo wenige Konzerne das Wirtschaftsdiktat auf die Bevölkerungen der Welt ausüben. Die war auch aus Angela Merkels Rede 2015 vor der UNO heraus zu hören „Wir ernähren die ganze Welt“, seitdem ist die Union für mich auf Regierungs- und Landtagsebene nicht mehr wählbar, weil sie bisher diese Spinnerei nicht unterbunden hat, sondern noch angeheizt. 4. Wie so muss die Bahn subventioniert werden, wo doch die Bahn selbst eine halbwegs funktionierenden Schienenverkehr ruiniert hat und wird mit Subventionen für die Versorgungswirtschaft die das Land am Laufen halten gegeizt. Ich will keine Romane schreiben, aber bei der Subventionspolitik der Bundesregierung fast man sich an den Kopf. Musste Möllemann sterben, weil er als letzter seiner Art bereits damals schon vor dem Missbrauch von Fördermitteln warnte. und es gibt noch vieles mehr. .

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    • Sandokan schreibt:

      Sorry, kleiner Schreibfehler in Punkt zwei, die Motivation zu den Ländern mit starken Euro auf zu holen. Da fällt mir dieses ganze fragwürdige Theater mit den Freihandelsabkommen ein, wo es keine Rücksichtnahme auf die einzelne Infrastruktur der Länder gibt, die Schwächen ohne gegenseitige Zölle nicht ausgleichen können. Da ist ja nun Altmeiers Plan von JEFTA, den die Linken zu Recht bemängeln, obwohl diese schräge Partei unwählbar ist, das macht das deutsche Trinkwasser in den Händen eines japanischen Konzerns vermutlich extra teuer, wenn der auf dem letzten Loch keuchende Euro gegen Yen aufgerechnet wird. Halleluja.

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