conservo-Zitat des Tages zur „politischen“ Überprüfung von Polizisten

(www.conservo.wordpress.com)

Die Debatte um Polizisten, die für die Thüringer AfD bei der Landtagswahl Ende Oktober kandidieren, gewinnt an Schärfe.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, lehnt eine Überprüfung der Polizisten ab. „Die Fokussierung auf die Polizei hinsichtlich der Verfassungstreue ihrer Beschäftigten halte ich für falsch“, sagte er dem Handelsblatt.

„Alle Beschäftigten des Staates, ob in der Polizei, im Schuldienst oder wo auch immer im öffentlichen Dienst, dürfen keinen Zweifel an ihrer Verfassungstreue aufkommen lassen“, betonte er.

Ob einzelne Beschäftigte sich von den Grundsätzen der verfassungsmäßigen Ordnung „innerlich entfernt“ hätten, müssten Führungskräfte feststellen. Dafür stehe ihnen ein umfangreiches Instrumentarium des Dienstrechts zur Verfügung.

Die „Überprüfung und Ausforschung der politischen Arbeit einzelner Mitglieder“ gehöre jedenfalls nicht in den Aufgabenkatalog einer Gewerkschaft.

Wendt betonte, dass verfassungsfeindlichen Organisationen nirgends Entfaltungsmöglichkeiten geboten werden dürften, schon gar nicht im öffentlichen Dienst: „Dazu zählt allerdings auch, dass man ihnen keine Seminarräume überlässt, wie dies der DGB mit der vom Verfassungsschutz beobachteten Antifa regelmäßig tut“, sagte Wendt.

siehe: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/fokussierung-auf-die-polizei-hinsichtlich-der-verfassungstreue-ihrer-beschaeftigten-ist-falsch/
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/thueringen-streit-ueber-afd-kandidaten-im-polizeidienst-eskaliert/25097054.html?ticket=ST-40005763-0HfYCokidz5LUfFu5lv4-ap1

(Quelle: https://charismatismus.wordpress.com/2019/10/11/dt-polizeigewerkschaft-zur-forderung-nach-politischer-ueberpruefung-von-Polizisten/

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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9 Antworten zu conservo-Zitat des Tages zur „politischen“ Überprüfung von Polizisten

  1. Berti schreibt:

    Da wo ich herkomme gab’s anno dazumal den Witz, die Miliz (Polizei) ist das Herz des Volkes das schlägt und schlägt und schlägt…
    Sollen bald auch hierzulande solche Verhältnisse herrschen?

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  2. Freya schreibt:

    Zustände sind das….ich dachte immer, wo man politisch steht ist für Nichtpolitiker erstmal Privatsache. Darum gab es ja auch mal das Wahlgeheimnis….Falls es das noch gibt, frag ich mich, wollen die jetzt Leute wieder bespitzeln? Ihre politische Meinung aus ihnen rauskitzeln und dann denunzieren?! Äußerst bedrohlich das Ganze. Danke für die Aufklärung, und immer weiter geht es den Bach runter mit allen Werten, auf die wir uns mal geeinigt hatten….Die sollen sich mal lieber um die islamistische Unterwanderung kümmern, da hätten sie genug zu tun.
    mit patriotischen Grüßen von Freya

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  3. gelbkehlchen schreibt:

    „Dazu zählt allerdings auch, dass man ihnen keine Seminarräume überlässt, wie dies der DGB mit der vom Verfassungsschutz beobachteten Antifa regelmäßig tut“, sagte Wendt.
    Die Doppelmoral in diesem Land ist unerträglich.

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  4. Zorro schreibt:

    Früher habe ich Philosophia Perennis gern gelesen, heute bin ich nur noch entsetzt über die einseitige Haltung zu Sachlage und Verteufelung der AFD und Höcke. Ich glaube, man weiß dort nicht, wie ernst die Lage in unserem Land ist und das sich Politiker sich über den Wählerwillen in Sachsen wie auch Brandenburg hinweg setzen, ihnen könnten ja Pfründe entgehen ist ein starkes Stück. In Sachsen wurde beschlossen in Anbiederung an die Grünen wertvolles Ackerland mit Windspargeln zu zu pflastern. Ich muss kein Höcke Fan sein, aber wir brauchen eine politische Kehrtwende dringend, bevor die Altparteien unser Land restlos in den Ruin wirtschaften und die ewige KANZLERIN mit ihrem Zerstörungswerk dank Altpartei Kartell weiter machen kann, es ist auch ein Griff nach dem Rettungsring die einzige Opposition die AFD zu wählen und diese wird sich selbst noch einen Feinschliff geben. Auch Höcke wird sich anpassen müssen oder ersetzt, wie es bei Petry und Poggenburg auch der Fall war. Deshalb verstehe ich diesen Hass nicht bei PP. Ein normal denkender Bürger, zumindest ich bin weder ausdrücklich links noch konservativ, ich will das die Mitte der Vernunft gewinnt und offen gesagt, bei PP frage ich mich, welche Partei hat dieses Blatt eingekauft, das es volle Front gegen die AFD macht, anstatt den Wählerwillen zu respektieren und das zeugt von großer Unreife und Verkennung vom Ernst der Lage im Elfenbeinturm. Natürlich mag ich eine linke Künstlerin wegen der Kunst, nicht der Politik und das schließt ja wohl nicht aus das man im Dialog gemeinsam nach Wegen der Vernunft suchen kann, obwohl ich sehr konservativ bin. Die Verräter Parteien SPD, Grüne und Merkel Hofstaat kann man vergessen und die Werte Union wird einen Schritt in Richtung Befreiung vom Merkel Hofstaat gehen müssen, wenn wir nicht vollends in die Katastrophe schlittern wollen. Übrigens Attac ist gegen die Globalisierung, mehr weiß ich auch nicht.

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    • Berti schreibt:

      PP sowie PI sind nur einseitige Propagandablätter der „Auserwählten“; haben Sie, als der Pedo-… aufflog u. eingebuchtet, bzw. geselbstmordet wurde, je einen einzigen Artikel drüber gelesen? Nee, da hielt man sich „vornehm“ zurück, passte ja nicht im Konzept…

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  5. text030 schreibt:

    „Alle Beschäftigten des Staates, ob in der Polizei, im Schuldienst oder wo auch immer im öffentlichen Dienst, dürfen keinen Zweifel an ihrer Verfassungstreue aufkommen lassen“.

    Ja, eben! Das verlangt z.B. vom VS politische Neutralität und Bewertung abweichender Meinungen nach strikter Orientierung am Grundgesetz. Auch von Lehrern und Erziehern wäre das zu erwarten. Bei letzteren sieht die Realität aber genau andersherum aus.

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    • Berti schreibt:

      Da ich in einer Volksrepublik u. in einer sozialistischen (dagegen war die ehem. DDR schon ein Rechtsstaat!) geboren bzw. geschult u. „sozialisiert“ wurde (v. zweiterem ist bei mir leider nix hängen geblieben, grins) sowie mein bisheriges ½Leben verbrachte, kann ich ’ne Diktatur Meilen gegen den Wind riechen; Deutschland ist (leider) auf’m bessten Weg dahin…

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  6. Artushof schreibt:

    Ziehen wir uns warm an

    Warum Böhmermann SPD-Mitglied wird, wie wir die Welt für 2,93 Euro retten, und wieso die Grünen dicke Pullover stricken

    / Der satirische Wochenrückblick mit Klaus J. Groth
    12.10.19

    Greta hält mal den Schnabel, Grönemeyer kotzt sich mal nicht aus, die CDU stochert im galaktischen Nebel AKK, die Selbstfindungsgruppen der SPD brabbeln auf die Couch, was sie immer brabbeln, Horst Seehofer frisst weiter fleißig Kreide, die Grünen lassen an der Fraktionsspitze lieber alles, wie es ist, die Linke verteilt emsig, was ihr nicht gehört. Wie langweilig. So viel Wiederholung der Wiederholung macht den Satiriker sprachlos. Tanzt denn gar keiner aus der Reihe?
    Doch, Satiriker Jan Böhmermann. Der tanzt aus der Reihe, indem er sich einreiht. Nun ist er Mitglied der SPD. Das ist noch keine Satire. Die wird es erst durch sein Streben nach dem Chefsessel der Partei. Vorsitzender will er werden, hat er mit Klamauk angekündigt. Dazu muss man nun mal Mitglied einer Partei sein. Das musste sogar Doris von Sayn-Wittgenstein einsehen, die glaubte, trotz Rauswurfs aus der AfD Landesvorsitzende bleiben zu können.
    Das Ansinnen war schon kein Spagat mehr, dazu muss man die Beine über dem Kopf falten können. Wer kann das schon. Sayn-Wittgenstein gab nach langem, vergeblichem Üben dieser Haltung ihre Versuche auf, jedenfalls „bis auf Weiteres“, wie sie drohend hinzufügte. Böhmermann nun hat gar nicht erst versucht, die Beine über dem Kopf zu falten. Mit denen blieb er auf dem Boden. Im SPD-Ortsverband Köthen. Nun haben die Genossen in Sachsen-Anhalt mit dem Genossen Jan Böhmermann ein Problem. Ihre Greta-Frage, Entschuldigung, gemeint ist selbstverständlich die Gretchenfrage, Sie wissen schon, Faust und so, aber ohne Gretas Gretchen geht gegenwärtig gar nichts, also die Frage aller Fragen lautet: Wie sehr will Böhmermann die alte Dame SPD verarschen? Nichts anderes erwarten einige Genossen in kluger Selbsteinschätzung von diesem Parteizuwachs. Klagte einer auf Twitter: „Unglaublich, wie wir uns … wieder einmal den Kakao, durch den wir gezogen wurden, freiwillig reinziehen.“
    Der zweifelnde Genosse steht aber ziemlich allein. Es ist ja nicht so, dass die SPD-Granden in Anhalt-Bitterfeld nicht mit sich und dem Antrag gerungen hätten. Sie haben sogar nach einem Ausweg gesucht, indem sie darauf hinwiesen, dass eine Aufnahme durch den Ortsverband Köthen nicht einfach so über die Bühne gehen könne. Da könne doch nicht jeder dahergelaufene Wessi in einen Ortsverband schlüpfen. Ein Führungszeugnis aus der Heimatgemeinde des Kandidaten sei schon notwendig. Wohnhaft ist Kandidat Böhmermann in Köln-Ehrenfeld.
    Für einen SPD-Aspiranten ist das eine gute Adresse. Einst ein Stadtteil der Arbeiter, ist er heute vor allem bunt. Die Genossen dort hatten überhaupt nichts gegen eine Aufnahme Böhmermanns in die SPD, und so kam den Genossen in Anhalt-Bitterfeld die letzte Sperrmauer abhanden. Da nutzte der verzweifelte Hinweis nichts, die SPD sei eine in Ehren ergraute Partei, keine Satireveranstaltung.
    Wer über ein wenig Mitgefühl verfügt, wird die Nöte der Partei mit diesem Eindringling verstehen. Es kann allerdings auch sein, dass sich Jan Böhmermann in diesem Fall das falsche Opfer für Hohn und Spott nach seiner Strick­art ausgesucht hat. Denn die Kommentatoren, die sich auf die Schenkel klopften, als er dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis einen Stinkefinger andichtete, für die es ein satirisches Hochamt war, als er den türkischen Präsidenten Erdogan als „Ziegenficker“ bezeichnete, die gleichen Kommentatoren fragen jetzt: Darf der Böhmermann das?
    Darf er die gute alte SPD veralbern, Witze auf ihre Kosten machen? Voller Mitgefühl wird festgestellt, Böhmermann profiliere sich auf Kosten einer am Boden liegenden Partei. Da hört der Spaß auf. Es muss um die Partei sehr, sehr traurig stehen, wenn ihr solch tröstende Worte ins Haus ge­schickt werden.
    Als ob wir nicht ganz andere Sorgen haben, wenn die Welt untergeht. Im Mittelalter glaubten unsere verblendeten Vorfahren noch, die Welt würde am Jüngsten Tag in einem höllischen Feuer enden, weil alle gesündigt haben. Wir aufgeklärten Menschen wissen es selbstverständlich besser. Absaufen wird die Welt, nicht verbrennen. Das ist allerdings auch nicht angenehmer. Darum geht es nun aber sowas von los mit der Rettung der Welt. Da heizt uns die Regierung in Berlin tüchtig ein.
    Aber gemach, es ist nicht alles so heiß, wie es aus der politischen Mikrowelle kommt. Wir in die Flugscham getriebenen Nutzer eines Fliegers können uns schon für 2,93 Euro freikaufen. Das ist für ein gutes Gewissen doch nicht zu viel verlangt. Wieso 2,93 Euro? Na ja, das ist der höhere Steuersatz, der für Kurzstreckenflüge erhoben wird. Ab April 2020. Da lohnt es sich doch jetzt noch ganz schnell einen Flug von Paderborn nach Kassel zu buchen.
    Die in Kassel freuen sich auf Sie, denn sonst kommt dort selten einer auf dem neuen – und recht teuren – Flughafen an. Was Sie dort sollen? Keine Ahnung, aber Sie haben ein Schnäppchen gemacht. So billig kommen Sie nie wieder dorthin.
    Und überhaupt ist dieser künftige Preisaufschlag ein schönes Beispiel für die Sorgfalt, mit der die Politik mit uns umgeht. Der Steuerzuschlag für innereuropäische Ziele beträgt zurzeit 7,50 Euro. Ab 1. April 2020 aber 10,43 Euro. Nun behaupte mal einer, die in Berlin rechnen nicht mit spitzem Bleistift. Es könnte allerdings sein, die Cent-Fuchser in Berlin haben mit den unzähligen regierungsamtlichen Pendlern zwischen Bonn und Berlin, Berlin und Bonn gerechnet. Da kommt auch bei kleinen Beträgen ganz schön was zusammen. Und: Wir kriegen alles wieder, weil die Umsatzsteuer bei der Bahn sinkt.
    Also meckern wir nicht, denn wir haben Grund zur Freude. Schließlich haben wir alle die Möglichkeit, von unseren leichtfertigen Klimasünden befreit zu werden. Sie müssen nur ein Klimazertifikat kaufen. Das ist nicht nur großen Umweltsündern vorbehalten, die weiter stinken können, weil sie die Berechtigung zur Produktion von schlechter Luft von kleinen Umweltsündern kauften und deshalb große Umweltsünder bleiben dürfen. Nein, auch Umweltsünder wie Du und ich sind im Geschäft. Das ist einfach toll. Wenn wieder einmal ein paar tausend Leute aus der ganzen Welt zu einem Kongress oder einer Convention an einen Ort ihrer Wahl fliegen, um heiße Luft zu reden, dann lassen sie sich ausrechnen, wie viel Treibhausgas sie produzieren bei der Reise, mit Heizung, Kühlung, Wasserverbrauch und Müll. Das wird umgerechnet auf Euro und Cent, und genau diese Summe wird gespendet, damit anderswo weniger Treibhausgas produziert wird. Beispielsweise durch effiziente Brennholz-Kochtöpfe in Westbengalen. So geht das mit dem neuen Ablasshandel.
    Würde Martin Luther heute dagegen wettern, der Mann hätte keine Chance mit seinem Spruch „Sobald das Geld im Kasten klingt, der Flieger in den Himmel springt.“ Darum haben die christlichen Kirchen auch Abstand davon genommen, die Klima-Buße als Ablass zu bezeichnen. Sie nennen ihre Strafzahlungen „Klima-Kollekte“. Die hilft dem Gewissen des braven Christenmenschen.
    In dieser Hinsicht sind die Grünen absolut misstrauisch. Sie glauben nicht an das Gute im Christenmenschen, weil sie überzeugt sind, dass niemand freiwillig Gutes tut. Darum machen sie, was sie immer gerne machen, sie knüpfen Gängelbänder. Ihre Vorturner schlagen vor, den Einbau von Ölheizungen zu verbieten. Jetzt, sofort und gleich. Den Gasheizungen soll noch eine Gnadenfrist bis 2025 zugestanden werden.
    Nun kann sich mancher noch an die frühen Jahre der Grünen erinnern. Als die Partei noch ein gäriger Haufen war, sah man weibliche Delegierte in größerer Zahl dicke Wolle stricken. Waren die damals schon so vorausschauend? Wussten die damals schon, dass das Ende, zumindest für die Heizung, nahe ist?
    Und überhaupt, wozu benötigen wir noch eine Heizung bei fortschreitender Erwärmung der Erde? Allerdings sollten wir uns, falls es denn doch noch nicht so schnell klappt mit der Erderwärmung, vorsorglich warm anziehen. paz

    Patriotische Grüße

    Artushof

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