Missbrauch: Überzogene Summen bei Opferentschädigungen sind kontraproduktiv

(www.conservo.wordpress.com)

Von Felizitas Küble *

Laut Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz soll künftig pauschal jedes Opfer von sexuellem Missbrauch eine Entschädigung von 300.000 Euro erhalten. Zu dieser Kommission gehören auch Bischöfe – ebenso wie Betroffene.

Derart hohe Beträge kennt man sonst nur aus den USA, die ein grundsätzlich anderes Schadensersatzrecht haben als wir in Deutschland und Europa.

Bislang erhält ein Opfer von der Kirche 5.000 Euro oder mehr – bei den Regensburger Domspatzen waren es bis zu 20.000 Euro.

Die geplante Entschädigungssumme ist nicht zuletzt deshalb problematisch, weil sie indirekt zu Falschanzeigen ermutigt. Daß solche unwahren Beschuldigungen gegen Priester immer wieder vorkommen, ist längst eindeutig erwiesen und liegt in der Natur der Sache. Durch solche Falschanzeigen leidet aber auch das Ansehen der tatsächlichen Opfer – und genau hier liegt das Problem!

Dieser Einwand gilt ebenso für den zweiten Vorschlag der Arbeitsgruppe, je nach Schwere des Übergriffs zwischen 40.000 und 400.000 Euro zu zahlen.

Der staatliche Entschädigungsfond, den der „Runde Tisch“ beschlossen hat, sieht höchstens 10.000 Euro vor – und dies normalerweise nur als Sachleistung (Therapiekosten usw).

Das Netzwerk B  –  eine  “Initiative Betroffener von sexualisierter Gewalt” – kritisierte in seinem Positionspapier vom 24.2.2012, daß die Höchstgrenze staatlicher Entschädigungszahlungen lediglich bei 10.000 € liegt.

Hingegen hat zum Beispiel das Kloster Ettal meist 10.000 und bisweilen bis zu 20.000 € Entschädigung pro Opfer von Missbrauch oder körperlichen Misshandlungen (Schlägen usw.) ausgezahlt. (Siehe hierzu diese Ettaler Stellungnahme: https://charismatismus.wordpress.com/2011/09/06/freiwillige-hohe-entschadigungszahlungen-durch-kloster-ettal/)

Nun zum früheren Hätschelkind der Linken und Grünen, nämlich der Odenwaldschule, die immerhin eine UNESCO-Modellschule war:Dieses hessische Landschul-Internat entschädigte seine 132 Missbrauchsopfer zunächst mit einer Gesamtsumme von 50.000 €, wie die Wochenzeitung “Die Zeit” vom 11.4.2011 berichtete   –  also weit unter 400 Euro pro Person. Später wurden durch die nahestehende Stiftung „Brücken bauen“ insgesamt 300.000 € an die 132 Geschädigten ausgezahlt.

Somit liegt der jetzt kirchlich vorgeschlagene Betrag je Opfer fünfzig-mal über der staatlichen Höchst-Summe von 10.000; noch größer ist der Abstand zur Odenwaldschule.

Dazu kommt das Problem, dass diese Entschädigungsleistungen  – zumindest teilweise  –  aus der Kirchensteuer-Kasse entnommen werden, was sich bei dieser Höhe gar nicht vermeiden läßt.

Es ist aber nicht leicht einzusehen, dass die „Solidargemeinschaft“ der Kirchenmitglieder überhaupt für die Geschädigten aufkommen soll (dazu könnte auch ein Fond aus Beiträgen hoher Geistlicher – vor allem Bischöfe  –  errichtet werden). Dies gilt erst recht für derart hohe Beträge, die weit über das hinausgehen, was der Staat oder andere Institutionen wie die Odenwaldschule bereitstellen.

(Original: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/14/missbrauch-ueberzogene-summen-bei-opferentschaedigungen-sind-kontraproduktiv/)

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Kommentar auf dem Originalbeitrag hierzu:

Anonymous, 14. November 2019 um 14:41:

„In der Tat sind solche Beträge als Pauschalleistungen nicht gerechtfertigt. Wer so etwas beschließt, macht sich ggf. sogar der Untreue zu Lasten des Kostenträgers schuldig. Denn zum Einen sind solche Ansprüche verjährt, wenn sie je bestanden haben und zum Anderen kann man nicht einfach so ohne eindeutige Prüfung etwas bezahlen. Denn das ist auch ungerecht gegenüber weit schwereren Fällen.

Damit ich nicht falsch verstanden werde:

Ich bin davon überzeugt, dass es sehr viele Fälle von sexuellem und körperlichen Missbrauch durch Priester und andere Vertreter bzw. Mitarbeiter der katholischen Kirche gegeben hat. Himmelschreiendes Unrecht wurde begangen unter Ausnutzung von Macht und Stellung der Täter, begünstigt durch Wegschauen und Vertuschen der Kirchenoberen.

Daraus folgt aber eben nicht, dass jeder gemeldete Fall zutrifft und gleich schwer wiegt. Wenn man auch keinen vollen Rechtsbeweis fordern darf, weil die Beweisführung für die Betroffenen sehr schwer ist, muss doch zumindest eine Plausibilitätsprüfung nach einem einheitlichen Standard erfolgen und müssen Entschädigungszahlungen der Schwere des Mißbrauchs im Einzelfall angepasst werden. Das ist sicher sehr schwierig. Aber vor dieser Aufgabe darf man nicht weglaufen, indem nach dem Gießkannenprinzip pauschal hohe Summen bezahlt werden.

Das Problem der Trittbrettfahrer halte ich allerdings für nicht allzu hoch und meine auch, dass die Kirche das ertragen muss, weil sie durch jahrzehntelanges Wegschauen und Vertuschen selbst die Beweisführung erschwert hat. Nicht nachvollziehen kann ich, dass „nicht leicht einzusehen (ist), dass die „Solidargemeinschaft“ der Kirchenmitglieder überhaupt für die Geschädigten aufkommen soll“. Bei den Katholiken wird das „Kirche-Sein“ ja sehr stark betont. Dann muss sich das auch solidarisch niederschlagen.

*********

*) Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk (CHR) in Münster – eine Aktionsgemeinschaft katholischer und evangelischer Christen zur christlichen Öffentlichkeitsarbeit. Küble verantwortet auch das „Christliche Forum“ (https://charismatismus.wordpress.com)

www.conservo.wordpress.com    14.11.2019

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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10 Antworten zu Missbrauch: Überzogene Summen bei Opferentschädigungen sind kontraproduktiv

  1. Patricia schreibt:

    Nun, da wird einer anderen Form des Missbrauchs – nämlich der Lüge und des Betrugs – Tür und Tor geöffnet. Als Kirchensteuerzahler weigere ich mich, für solche Taten zur Verantwortung gezogen zu werden. Wer Verbrechen begeht, muss selbst dafür geradestehen.

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  2. Artushof schreibt:

    Die soziale Eindringfähigkeit der antiautoritären Transformation

    Artushof / vor 5 Sekunden
    https://direktedemokratiefuerdeutschland.wordpress.com/
    26. Oktober 2019

    Mit dem Zerfall der autoritären Familie, angeführt vom Angriff der äußersten Linken auf die Autorität des Vaters im Familienleben, ging die Invasivität der Emotionellen Pest einher, die in der amerikanischen Gesellschaft heute so weitverbreitet und unerbittlich ist. wie sie unerkannt bleibt. Hier die destruktiveren sozialen Folgen der antiautoritären Transformation:
    Der Niedergang des Patriotismus bei jungen Menschen. Laut einer Gallup-Umfrage, die kurz vor dem 4. Juli dieses Jahres veröffentlicht wurde, war der Anteil der Befragten, die sich als Amerikaner „extrem stolz“ fühlten, der niedrigste in der 18-jährigen Geschichte der Umfrage – nur 47%, im Vergleich zu 70% im Jahr 2003. Die Umfrage ergab, daß „je jünger man ist, desto unwahrscheinlicher ist es, daß man sagt, Patriotismus sei ein ‚sehr wichtiger‘ Wert“.
    Aus biopsychiatrischer Sicht leben junge Menschen, die nicht in Kontakt mit der glücklichen Fügung sind, in Amerika zu leben, und dafür dankbar sind, und die nicht stolz darauf sind, Amerikaner zu sein, in einem besorgniserregenden Zustand der Ahnungslosigkeit. Sie haben wenig oder gar keinen emotionalen Kontakt zu ihrem biologischen Kern. Die große Gefahr für alle Amerikaner besteht darin, daß die Unfähigkeit dieser Jugendlichen, Dankbarkeit zu empfinden, sie unfähig macht, die Freiheit zu verteidigen, so zu leben, wie sie wollen, sollte die Bedrohung für Amerika jemals real werden.
    Der Anstieg der Selbstmordrate bei jungen Menschen. Die Selbstmordrate unter jungen Menschen im Alter von 10 bis 14 Jahren ist laut dem Bericht des Centers for Disease Control and Prevention zwischen 2007 und 2014 um 56% gestiegen. Seit 2007 sind die Selbstmordraten im folgenden Jahrzehnt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen gestiegen.
    Kinder- und Jugendpsychiater können den Grund für die steigende Selbstmordrate nicht genau angeben. Es werden keine Informationen über die Frühgeschichte oder das Familienleben dieser jungen Menschen gegeben. Faktoren, die für ihre emotionale Entwicklung entscheidend sind. Über die emotionale Destruktivität für Jugendliche, die sich aus dem fehlenden Kontakt mit Personen ergibt, von denen elterliche Autorität ausgeht, was heute typisch für antiautoritäre Familien ist, wird kein einziges Wort gesagt. Schlimmer noch: linke Ideologen werden niemals für den Schaden zur Verantwortung gezogen, den sie anrichten, wenn sie systematisch das angreifen, was bis heute von der elterlichen Autorität unberührt geblieben ist.
    Die Hilflosigkeit der psychiatrischen Fachkräfte. Die Menschen, die für die Bewältigung der sozialen Probleme verantwortlich sind, die sich aus der antiautoritären Transformation ergeben, können ihre Arbeit nicht effektiv erledigen, da ihnen die Befähigung zum funktionellen Denken hinsichtlich der sich abspielenden sozialen Ereignisse abgeht. Notwendig ist eine Denkweise – funktionelles Denken – die der Funktionsweise der Natur entspricht. Sie ist Teil der Wissenschaft soziale Orgonomie.
    Charles Konia, M.D.

    Gefällt 1 Person

    • Artushof schreibt:

      Warum brauchen wir Elternschulen?
      von Christa Meves
      Seit Jahrtausenden haben Eltern ihre Kinder erzogen, ohne dazu besonders
      vorbereitet zu werden. Das Erziehen der Kinder geschah auf eine ziemlich
      natürliche Weise: Die Mütter liebten ihre Kinder, die Väter gelegentlich auch,
      jedenfalls fühlten sich viele für ihre Kinder und ihr Aufwachsen verantwortlich
      (wenn gewiss auch nicht alle), und sie hatten ein hilfreiches Umfeld, besonders
      häufig und intensiv durch eine miterziehende, meist in Not- und Todesfall
      einspringende Großmutter. Gelegentlich standen dann auch Schwestern und
      Schwägerinnen parat – jedenfalls waren viele junge Familien in einen Clan
      eingebettet, der absicherte und für die Einhaltung der gesellschaftlichen Normen
      sorgten. Und an diesem System mit beteiligt waren spätestens seit dem
      Mittelalter im christlichen Abendland die Kirche, die Dorfgemeinschaft bzw. die
      Nachbarn und später dann auch (ab dem 17. Jahrhundert dann ab 1598 mit
      einer Schulpflicht) die Schule. Die Kinder waren also mehr oder weniger aber
      doch durchgängig in ein System gesellschaftlicher Normen eingebettet, das
      ihnen seelisch geistige Orientierung christlicher Prägung vermittelte. Seit es
      Schulzeugnisse gibt, ist deshalb in diesen Schulen Religion und d.h. die
      Einführung zum christlichen Glauben Kopffach. Schon im Schulzeugnis wurde so
      signalisiert, unter welche Fahne, eben der christlichen, Schule stattfand und
      Bildung vermittelt wurde.
      Diese Eingleisigkeit des Bildungssystems wurde nach der französischen
      Revolution zugunsten einer allerdings nur in sehr kleinen Schritten
      vorankommenden Lockerung der eher einheitlichen Sitten verändert. Freiheit,
      Gleichheit und Brüderlichkeit, die Devisen der Revolution, bedurften nicht
      unbedingt mehr eines Bezugs zu Gott, eine geistige Ausrichtung, die 1848 im
      Manifest des Karl Marx in seiner Proklamation der Gerechtigkeit durch
      Angleichung aller an alle weiter verstärkt wurde, ohne sich allerdings im
      gesellschaftlichen Tenor und im Bildungssystem durchzusetzen. Immerhin gibt
      es seitdem eine Bewegung des atheistischen Sozialismus, oft vereint mit einem
      revolutionär getönten Liberalismus, die sich dem nun als Konservatismus
      bezeichneten traditionellen Erziehungsstile entgegenstellten. Es entstand eine
      Art von liberalem Sozialismus, dem die Kinder in Deutschland aber bis 1969
      weder im Elternhaus, noch in der Schule und erst recht nicht in der Kirche ihres
      regionalen Lebensraums total ausgeliefert waren. Der Einbruch des
      herkömmlichen Erziehungssystems erfolgte – erst mehr oder wenige –
      international schleichend in den 60er Jahren, in Deutschland als ein Einbruch,
      der in der sozialdemokratischen Regierungszeit von Willi Brandt erstmalig volle
      staatliche Unterstützung genießen konnte. „Unter den Talaren Muff von 1000
      Jahren“, proklammierten die Studenten 1969, obgleich nur wenige begriffen,
      dass mit diesem „Muff“ vor allem die christliche Ausrichtung des
      abendländischen Geistes gemeint war. Unter dem neuen Geist, der breitflächig in
      die Geisteswissenschaften der Universitäten – ganz besonders in die Pädagogik
      eindrang, der durch die volle Besetzung der elektronischen Medien mit Linken
      rasch eine Änderung im Lebensstil der Bevölkerung hervorrief, verlor die
      Erziehung der Kinder in Elternhaus und Schule ihre bis dahin eindeutige
      Orientierung am Christentum. Die neue sogenannte „Moral“ hieß nicht mehr „du
      sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst“ und danach zu handeln
      suchen, die neue Moral sagt: „Du bist dir selbst der Nächste, tu was dir passt.
      Du hast einen Anspruch darauf, dich zu dir selbst hin zu entfalten. Autoritäten,
      die dir eine Richtung vorgeben, solltest du bekämpfen. Das Kind ist nämlich von
      sich aus in der Lage, das für es Richtige herauszufinden.“
      Daraus entstand in der Lehrerbildung die Ideologie des „autonomen Kindes“, das
      allenfalls sehr vorsichtig, sehr unbestimment anzuregen ist, statt ihm mit
      pädagogischen Zielsetzungen aufzuwarten. Der Religionsunterricht wurde unter
      dieser Devise seines Auftrags, christliche Glaubenslehre zu vermitteln,
      zumindest in lutherischen Regionen dieser Zielrichtung entkleidet. Meist blieb
      Religion in den Zeugnissen nun nicht weiterhin noch Kopffach. An die Stelle trat
      eine Art Bauchladen, in welchem wahlfrei Informationen der verschiedenen
      Religionen angeboten wurden.
      Aber dieser Einschränkung der geistigen und moralischen
      Orientierungsmöglichkeit für die Heranwachsenden in der Schule folgte bald eine
      Auflösung der bis dahin vom christlichen Geist durchfilterten Normen in der
      Gesellschaft. Die Palette der ungeschriebenen Moralgesetze nach dem Motto:
      „Das tut man nicht, wenn man in seinem Umfeld geachtet sein will“, eine Devise,
      die die erzieherischen Maßnahmen bisher enorm unterstützt hatten, wurde durch
      die einhellig über die Medien verbreitete Vorstellung entmachtet: „Erlaubt ist dir,
      was dir gefällt.“
      Von Stund an war es ganz neu möglich, seinen Schweinehund ungehindert
      herauszulassen. Das Recht jedes Einzelnen, sich so zu verhalten, wie es ihm
      beliebt, wurden zu einem neuen Credo, das nun vom Kindesalter ab nicht etwa
      offen gelassen, sondern unlogischerweise geradezu eingeübt wurde – in dem
      Bemühen auf jeden Fall die Freiheit des Heranwachsenden nicht zu beschränken,
      sondern möglichst grenzenlos zu gewährleisten. Das war natürlich enorm
      kontraproduktiv; denn sich gehen lassen, das können wir von Natur, während es
      für jeden von uns der Überwindung bedarf, wenn wir z.B. Menschlichkeit,
      Hilfsbereitschaft, disziplinierten Leistungswillen oder auch nur Höflichkeit
      praktizieren wollen. Wilhelm Busch hatte das schon apodiktisch vor 100 Jahren
      auf die eindeutige Devise gebracht: „Tugend will ermuntert sein – Bosheit kann
      man schon allein.“
      Diese Entfesselung des neuen Menschen im elektronischen Zeitalter musste
      deshalb verheerend negative Folgen für das geistige Niveau und die seelische
      Gesundheit der so ab 1970 Erzogenen haben, weil darin eine fundamentale
      Anmaßung, eine Selbstüberschätzung des Menschen enthalten ist. Diese
      Kindergeneration, die heutigen Eltern, wurde schutzlos an sich selbst an ihren
      kindlichen Egoismus und an die Grundlagen unserer Existenz, an der Nahrungs-,
      Besitz-, Geltungs- und Geschlechtstrieb ausgeliefert. Sie wurden nicht einfach
      nur freigelassen, sondern durch die Medien, oft auch durch die Schule zu einem
      laufen lassenden Lebensstil geradezu stimmuliert. Die Folgen waren abzusehen:
      Eine horrende Zunahme der Arbeitsunfähigkeit in jungen Jahren, eine
      gigantische Zunahme seelischer Erkrankungen, hochschnellende Arbeitslosigkeit,
      Minderung der Erziehungskraft der Eltern, weil durch Scheidungen und allen
      möglichen sonstigen Aus-dem-Ruder- laufen (besonders durch Abtreibung) die
      Lebenskraft der Gesellschaft gigantisch geschwächt wurde.
      Das unter diesem zerstörerischen Trend in unserem Staatswesen nach
      40jährigem einhelligen Rasen in diese Richtung noch nicht vollends alles zerstört
      ist, liegt allein an der Zähigkeit, mit der eine erhebliche Zahl von Familien an der
      tradierten Norm, jedenfalls an der die sich bewährt hatte, festhielt. Im Süden
      der Republik, in Bayern und Baden-Württemberg gab es darüber hinaus einige
      Staatsmänner, die sich mit einem klaren Bewusstsein gegen das Negative dieser
      Trends, stemmten. Pisa hat jüngst schlagend bewiesen, dass das bessere
      Früchte trug als in den nördlichen Ländern unserer Republik.
      In den anderen Ländern der Bundesrepublik West entstand größerer Schaden
      auch dadurch, dass eine Gesellschaft, die Gott abschafft, sich über kurz oder
      lang einer verstärkten Ideologisierung ergeben muss. Dazu eignet sich zunächst
      einmal der Aberglaube (als Esoterik, Naturvergötzung, als Baalkult), was die
      Partei der Grünen gebar, aber gleichzeitig auch die alte sozialistische Utopie des
      Arbeiterparadieses Urständ feiern ließ. Denn diese Ideologie heißt, Gerechtigkeit
      mit Hilfe einer Erziehung zu erzeugen, die durch Angleichung aller an alle
      neidlose Gleichheit der Angehörigen einer Gesellschaft produziert. Das ist eine
      Unglück hervorrufende Idee, weil sie dem Wesen des Menschen nicht entspricht.
      Der Mensch kommt als unwiederholbares Einzelexemplar zur Welt. Er ist keine
      Ameise. Er bringt Unterschiedliches mit, das sich nur mit sehr realistischer
      Erziehungsarbeit und Schicksalsglück auf das genetische Optimum entfalten
      lässt. Diese zweite Vergötzung des vergangenen Jahrhunderts (im Ostblock in
      70jähriger Drangsal bis zum totalen Ruin durchgepauckt), bei uns als Credo in
      den Hirnen fast aller Medienmacher fest verankert, setzte der Ideologisierung
      der Schule eine traurige Krone auf; denn nun müssen alle Kinder hier auf ein
      gleiches Niveau gebracht werden, indem sie alle – auch die dafür absolut
      Unbegabten – mit Hilfe ihrer „Autonomie“ zur Hochschulreife gebracht werden
      sollen! Die auf diese Weise hochgetrimmte Leistungsgleichheit bei ganz
      unterschiedlichen, meist sogar vor allem praktisch begabten Kindern, machte die
      neue Schülergeneration zu einer die a) alles selbst herausfinden soll, aber b) in
      ein absurdes Leistungssystem gepresst wird, damit alle gleich tüchtig
      Gewordenen der internationalen Konkurrenz gewachsen sind.
      Dieser Bruch durch die sozialistisch-liberalistische Ideologisierung der Schule
      bewirkt, dass eine selbst orientierungslos gewordene Lehrerschaft in
      Massenschulen Einheitsleistung zu fordern hat, statt Schüler ihren Begabungen
      entsprechend zu fördern und ihnen geistigen Halt für ihr Leben zu vermitteln.
      Die Schule als positiver Miterzieher der Eltern fällt also – bis auf Ausnahmen –
      aus. Es fällt durch die Liberalisierung der Medien das miterziehende Umfeld aus,
      es fallen viele Eltern aus, weil sie selbst bereits planmäßig während ihrer
      Schulzeit orientierungslos gemacht worden sind, so dass sie für die Kinder oft
      kein haltgebendes Nest mehr bereitstellen können. Es fällt für viele aber auch
      die Kirche als Miterzieher aus – entweder, weil diese sich gegen den Christus
      verratenen Zeitgeist nicht sauber gehalten hat – und/oder weil den Menschen
      durch die Medien veraltete Diffamierung und Verhöhnung der Kirchen so
      eingebleut wurde und wird, dass sie längst meinen, als moderne Menschen
      diesem ihnen Überwindungen vielfältigster Art abnötigenden System schleunigst
      entlaufen zu müssen.
      Deshalb also brauchen wir Elterncollegs. Wir brauchen als erstes Bewusstsein
      über das Falsche, das Verderbliche der gängigen Zeitströme, wir brauchen sie als
      zweites, weil Erziehung für die Spezies Mensch eine unaufgebbare Notwendigkeit
      ist. Bereits bei der Pflege jeder Blume, ja jedes Haushundes bedarf man der
      Information, des Lernens, mit welchen Mitteln, auf welche Weise man die
      Chance hat, optimal blühende Organismen hervorzubringen – wie viel mehr erst
      bei der Erziehung des Menschen!
      Hier ist an der Realität geprüfte Erfahrung zwingend nötig; denn
      Leistungsfähigkeit z.B. ist doch nicht allein die Sache einer kaltherzigen Dressur.
      Der Mensch gedeiht unter anderen Voraussetzungen, und zwar unter solchen –
      so hat sich herausgestellt – die mit den Prämissen des Christentums voll
      übereinstimmen. Die Entfaltung der Intelligenz z.B. ist von sehr individueller
      hellhöriger Stimulation in den ersten Lebensjahren abhängig. Liebe, gekonnte,
      gewusste Liebte ist die Vorgabe an die Eltern für gelingende Erziehung! Die
      Hirnforschung beweist neuerdings, dass christlicher Geist in der Erziehung
      realistische Notwendigkeit ist und die bestmöglichen Erfolge zeitigt. Wer das
      erfasst hat, wie ich es durch meine 40jährige Arbeit mit Kindern und
      Jugendlichen erfahren habe, dem muss es in später Stunde als
      Rettungsprogramm einfallen, Elternschulen zu errichten.
      Packen wir es also an!

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  3. Berti schreibt:

    Täter+Gartenschere=billiger…

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  4. Semenchkare schreibt:

    Frankreich: Mit der Islamisierung wächst die Kinderprostitution

    Rund ein Drittel der jungen Prostituierten in den Pariser Vororten von Seine-Saint-Denis ist jünger als 15 Jahre. Einige von ihnen sollen laut einer lokalen Hilfsorganisation erst sechs Jahre alt sein. Das Département ist bekannt durch einen besonders hohen muslimischen Bevölkerungsanteil und seine No-Go-Zonen, von den französischen Behörden verharmlosend und liebevoll „sensible Stadtzone“ genannt.

    Das Observatorium für Gewalt gegen Frauen in Seine-Saint-Denis veröffentlichte am Dienstag eine Studie über minderjährige Prostituierte. In ihr waren 19 Gerichtsverfahren vor dem Jugendgericht von Bobigny und rund 40 Berichte der französischen Kinderschutzbehörde unter die Lupe genommen worden.

    Die Sex-anbietenden Kinder waren im Alter zwischen 6 und 17 Jahren. 89 Prozent von ihnen waren bereits zuvor Opfer von körperlicher und 40 Prozent Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. 61 Prozent der Mütter der Minderjährigen gaben an, selbst Opfer von Missbrauch zu sein.

    Ernestine Ronai, Leiterin der NGO, erhofft sich laut France durch die Ergebnisse der Studie Kinder in Zukunft besser schützen zu können.

    „Das Lebens dieser Mädchen ist von Gewalt geprägt“,so Ronai. Der Missbrauch führe zum Scheitern in der Schule, was wiederum den Weg in die Prostitution ebne.

    Soziale Medien spielen der Studie nach eine führende Rolle: 50 Prozent der „Kunden“ bzw. Täter nutzten soziale Medien und das Internet, um die Kinder auf sexuelle Gefälligkeiten anzusprechen.

    Das Département Seine-Saint-Denis ist die bekannteste No-Go-Zone/“sensible städtische Zone“ Frankreichs und über die Grenzen des Landes bekannt. Mittlerweile ist es so schwierig, Mitarbeiter für die Arbeit im öffentlichen Dienst in der Region zu halten, dass die Regierung den Beamten jetzt besondere finanzielle Anreize bietet, nicht wegzuziehen. Der Bezirk vor den Toren der Hauptstadt Paris ist zum Synonym für Islamisierung geworden und häufig werde hier die radikalste Formen des muslimischen Glaubens gelebt, so Breitbart.

    Die sexuelle Ausbeutung von Kindern ist jedoch nicht auf Frankreich beschränkt. In Schweden nutzten Journalisten die Homosexuell-Dating-App Grindr und gaben vor, ein 14-jähriger Junge namens „David“ zu sein. Über 100 erwachsene Männer zeigten sexuelles Interesse an dem jungen „David“. Auch im Fall einer erfundenen 14-Jährigen fand sich schnell ein Mann, der knapp 1000 Euro Euro dafür bot, sie entjungfern zu dürfen.

    In einem anderen Fall gaben Journalisten an, ein 14-jähriges Mädchen auf der Website „Sugar Daters“ zu sein, und ein Mann, der später als Angestellter des schwedischen Senders SVT bekannt wurde, bot an, das gefälschte Konto mit 840 GBP zu bezahlen, um sie abzuholen Jungfräulichkeit.

    Mit Ausbreitung des Islam wird die Kinderprostitution auch in den Niederlanden zu einem immer größer werdenden Problem. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass rund 1.400 minderjährige Mädchen von Männern mit Migrationshintergrund pro Jahr in die sexuelle Sklaverei gezwungen werden. Gideon van Aartsen von Watch Nederland, der mit der Polizei zusammenarbeitet, um die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu bekämpfen, sagte, dass die Männer größtenteils aus Marokko und der Türkei stammen oder Roma seien und pro Tag bis zu 800 Euro mit den minderjährigen Sex-Sklaven verdienen würden. (MS)

    *ttps://paxeuropa.de/2019/11/14/frankreich-mit-der-islamisierung-waechst-die-kinderprostitution/

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    Linke, scheinheilig. Der Bock als Gärtner:
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    Bekämpfung der Gewalt an Frauen und Mädchen

    Liveübertragung: Donnerstag, 14. November, 22.45 Uhr

    Der Bundestag berät am Donnerstag, 14. November 2019, erstmalig über einen Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Gewalt an Frauen und Mädchen systematisch bekämpfen – Grundlagen zur erfolgreichen Umsetzung der Istanbul-Konvention schaffen“ (19/14380). Für die Diskussion stehen 45 Minuten zur Verfügung, bevor die Vorlage zur Weiterberatung an den federführenden Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend überwiesen werden soll.
    Linke: Gewalt an Frauen und Mädchen systematisch bekämpfen

    In dem Antrag fordert die Linksfraktion die Bundesregierung auf, die nötigen Strukturen zu schaffen, um die Bestimmungen des als Istanbul-Konvention bekannten „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“, das seit dem 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft ist, umzusetzen. So dringen die Abgeordneten darauf, zu diesem Zweck eine staatliche Koordinierungsstelle zu schaffen, die die Anstrengungen der einzelnen Ministerien und die der Länder koordiniert und abstimmt. Zudem solle eine externe und unabhängige Monitoring-Stelle eingerichtet werden, die für die Evaluierung der einzelnen Maßnahmen sowie für die Berichterstattung zuständig ist. Außerdem verlangt die Fraktion eine „externe und unabhängige Forschungsstelle“ zu schaffen, die umfassend Daten zu Gewalt an Frauen und Mädchen erhebt und ein jährliches Lagebild zu allen Formen von Gewalt an Frauen und Mädchen erstellt. Ferner solle die Bundesregierung finanzielle Mittel für die Zivilgesellschaft bereitstellen, heißt es weiter, damit diese unabhängig und kritisch die Umsetzung der Istanbul-Konvention begleiten kann.

    Gewalt an Frauen und Mädchen sei in der Bundesrepublik „ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem und ein Ausdruck der ungleichen Geschlechterverhältnisse im Land“, schreiben die Abgeordneten als Begründung.

    Jede vierte Frau in Deutschland habe schon einmal häusliche Gewalt erlebt, dies belege die letzte Dunkelfeldforschung zu Gewalt an Frauen aus dem Jahr 2004. Seitdem seien jedoch keine neuen Zahlen erhoben worden. Zudem fehle es aufgrund mangelnder Daten an einer Gesamtübersicht zu geschlechtsspezifischer Gewalt, die alle Formen von Gewalt an Frauen und Mädchen untersucht, kritisiert die Fraktion. Mit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention sei Deutschland aber verpflichtet, diese Daten zu erheben. (sas/09.11.2019)

    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw46-de-istanbul-konvention-667240

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  5. luisman schreibt:

    Ich halte die angesprochenen Summen von mehreren hunderttausend EUR fuer keineswegs ueberzogen. Fuer Taten, die sich auf den Rest des Lebens der Opfer auswirken gibt es gar keine natuerliche Obergrenze. Die Amis haben da schon recht, dass i.d.R. die einzige Motivation fuer Institutionen, fuer eine effektive Selbstueberwachung zu sorgen, massive, existenzgefaehrdende Geldstrafen sind. Wenn das aus der Portokasse gezahlt werden kann aendert sich meist garnichts.

    Das Ziel der Strafen muss man also zweigliedrig sehen. 1. Opferentschaedigung fuer ein versautes Leben und 2. Die Institution dazu zwingen dafuer zu sorgen, dass so etwas wirklich nie wieder vorkommt, im Zweifel auch so, dass die Organisation zugunsten der Opfer komplett enteignet wird.

    Natuerlich traegt der Kirchensteuerzahler keine direkte Schuld an den Taten, die traegt der Taeter. Aber er billigt den Missbrauch indirekt, indem er trotz Kenntnis der Verdachtsfaelle nichts tut (z.B. keine Kirchsteuer mehr zahlt u/o massiv auf sofortige Aufklaerung draengt). Das ist wie bei einem Aktionaer, der trotz Betrugsverdachts ’seiner‘ Firma, weder seine Aktien verkauft, noch den Betrug abzustellen versucht. Ich halte es fuer gerecht, wenn der sein ganzes investiertes Geld verliert (anstatt z.B. von der Allgemeinheit ‚gerettet‘ zu werden, wie bei der Bankenkrise).

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    • yvonne52 schreibt:

      Stimme Dir einerseits zu, andererseits nicht. Wie Patricia geschrieben hat, kann das vielen Trittbrettfahrern und Falschanzeigern Tür und Tor öffnen. Ausserdem kann man seelische Schäden selten mit Geld wieder gut machen. Es ist so oder so eine symbolische Wiedergutmachung und entschädigt auch für allfällige Therapiekosten und schwierige Lebensläufe infolge des sexuellen Missbrauchs. Zu befürchten ist jedoch, dass es bei so hohen Zahlungen wieder und noch mehr vertuscht werden wird; und die Opfer nicht ernst genommen, wie überall auch vor Gericht. Noch mehr werden die Aussagen der Opfer angezweifelt. Meines Erachtens ist es endlich angebracht, Täter nicht immer zu entschuldigen und zu „verstehen“, sondern rigoros zu verurteilen. Übrigens auch bei den muslimischen Neueinwanderern. kultureller Hintergrund hin oder her. Massive Strafe. Auch Geldstrafe.

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  6. oldman_2 schreibt:

    „Wenn man auch keinen vollen Rechtsbeweis fordern darf, weil die Beweisführung für die Betroffenen sehr schwer ist, muss doch zumindest eine Plausibilitätsprüfung nach einem einheitlichen Standard erfolgen und müssen Entschädigungszahlungen der Schwere des Mißbrauchs im Einzelfall angepasst werden. Das ist sicher sehr schwierig. Aber vor dieser Aufgabe darf man nicht weglaufen, indem nach dem Gießkannenprinzip pauschal hohe Summen bezahlt werden.“
    Genau so. Und nicht amerikanischen Entschädigungswahnsinn (die Summen betreffend) in D einführen.

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