FdJ statt FfF – ein passenderes Etikett

(www.conservo.wordpress.com)

Von Inge Steinmetz, Satirikerin

Liebe Fridays-for-Future-Kinder, am Heiligen Abend, musste ich an meine Kindheit denken und an euch! Ich bin in den 50ern geboren als drittes von fünf Kindern. Unser Vater war damals Betriebsprüfer beim Finanzamt, fuhr mit einem Motorrad zum Amt und natürlich auch zu den von ihm zu prüfenden Firmen! Ein Auto hatte damals kaum jemand, den Beruf wählte man nach den vor Ort gegebenen Möglichkeiten. Waren nur ein Bäcker, ein Schreiner und Schlosser da, dann suchte man sich dort einen Ausbildungsplatz und nur wenn Bus- oder Bahnverbindungen da waren – oder man ein Motorrad oder Moped besaß – konnte man auch etwas weiter entfernt seinen Lebensunterhalt verdienen!

In dieser Zeit hatten wir in der Adventszeit einen selbstgebundenen Kranz auf dem Tisch, vor dem wir Kinder mit strahlenden Augen saßen, dazu wurden Weihnachtslieder gesungen, unser Vater spielte dazu auf der Geige. An Heilig Abend standen wir alle rausgeputzt vor dem festlich mit Lametta geschmückten Baum in froher Erwartung, was das Christkind uns wohl gebracht hätte. Es gab dann einen Pappteller mit Nüssen, Plätzchen und einem Apfelmännchen drauf, einen von unserer Mutter selbst gestrickten Norwegenpullover (das konnte sie wirklich gut!) und für EIN Spielzeug hat das Geld auch noch gelangt. Geschenke von Großeltern oder Onkeln und Tanten gab es damals nicht, die lebten in Ost-Berlin und mussten mit Paketen „aus dem Westen“ versorgt werden!

Trotzdem sehe ich auf den kleinen Schwarz-Weiß-Fotos glückliche Kinder; schließlich ging es denen, die wir kannten ja auch nicht viel besser. Anfang der Sechziger – unser Vater war inzwischen Steuerberater, es ging wirtschaftlich bergauf und wir hatten inzwischen sogar schon einen VW-Käfer, in den sich die damals noch 6köpfige Familie quetschte – warteten wir gespannt auf unseren Zimmern auf die Bescherung! Die Sendung „Wir warten auf`s Christkind“ konnte nicht gesehen werden, denn der einzige Schwarz-Weiß-Fernseher, den wir besaßen, stand in dem Raum, in dem „das Christkind“ den Baum schmückte und die Geschenke ablegte!

Nun musste ich an damals denken, und wie sich die Zeiten doch geändert haben. Inzwischen habe ich selbst Kinder und Enkel und sehe, dass die Vorfreude, die wir erlebt haben, nicht mehr so groß ist wie damals. Ein super leckeres Essen gibt es häufiger, Fleisch ist nichts Besonderes mehr und niemand hält mehr die Luft an, ob er – wie ich in den Sechzigern – die Rollschuhe mit Gummirollen bekommt oder weiter mit den Eisenrollschuhen fahren muss, die so laut waren und mehr am Asphalt hingen als rollten! Geblieben ist aber, dass von den Großeltern bis zu den Enkeln alle gemeinsam feiern, gemeinsam gegessen, gelacht und erzählt wird.

Ich musste an euch und an Frau Bundeskanzlerin denken, und dass ihr ES SCHAFFEN werdet, dass glänzende Kinderaugen bei einem Sonntagsbraten und bei einer Bescherung für die hart arbeitende Bevölkerung wieder normal werden. Ihr werdet es schaffen, dass sich die Menschen wieder einen Arbeitsplatz in der Nähe ihres Wohnortes suchen werden, weil der Unterhalt eines PKW zu teuer wird. Ihr werdet es schaffen, dass die Mehrzahl der Erwerbstätigen nicht mehr in Urlaub fliegen sondern im Schwimmbad oder am heimischen Baggersee verbringen (das macht aber nichts, da trifft man inzwischen mehr „Südländer“ als am Strand in deren Herkunftsländer)! Nun wäre das ja fast ein Grund zur Freude, wenn ein bisschen Demut aufkommt, wenn da der bittere Beigeschmack nicht bleiben würde, dass das, was jetzt geschieht, so gewollt ist. Dass es nicht erwünscht ist, dass es JEDEM gut geht, sondern dass DAS einer Elite vorbehalten werden soll. Und dass ihr mit eurem Satz „Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei“ gezeigt habt, welchen Respekt ihr der Generation entgegenbringt, die euch ermöglicht hat, dass ihr freitags die Schule schwänzen könnt und nicht – wie früher oft üblich – schon zum Lebensunterhalt der Familie mit beitragen müsstet.

Lasst mich euch etwas zum Schluss sagen: Ich werde euch nicht mehr FFF nennen sondern FdJ, „FREItag der Jugend“ passt irgendwie besser zu euch und was damals die FDJ für die DDR war – also „Teil eines parallelen Erziehungssystems zur Schule“ – das seid ihr für die DDR 2.0, in der wir nun gelandet sind.

www.conservo.wordpress.com     7.1.2020

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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18 Antworten zu FdJ statt FfF – ein passenderes Etikett

  1. Freya schreibt:

    Inspiriert durch diesen wunderbaren Artikel möchte ich diesen verführten Kindern auch noch etwas erzählen. Meine Mutter war in der Nachkriegszeit ein Kind in einer sehr armen Familie. Der Vater war zunächst verschollen und meine Großmutter opferte ihr eigenes Leben auf, um vier kleine Kinder durchzubringen. Durchzubringen in einer Zeit, in der ein großer Hunger im Lande war. Es begab sich, dass meine Mutter in der Schule ein wenig Probleme beim Vorlesen hatte, weil sie aufgeregt und unsicher war und immer anfing zu stottern Und so wurde sie regelmässig vom Lehrer grün und blau geschlagen oder gar wieder und wieder vor der ganzen, sich amüsierenden Klasse geheißen, sich endlich mal zusammenzureißen. Jedenfalls fühlte sich meine Oma in diesem Leid um ihr Kind aufgefordert, ihre letzten fünf Möhren in Zeitungspapier einzupacken und in die Schule zu tragen. Sie band sich also ihre beste Schürze um, sammelte den letzten Mut zusammen und schlich sich in Richtung Schule. Vorsichtig und verschämt, damit es nicht alle sehen, aber auch angstvoll darauf bedacht, dass besagter Schläger sah, wer ihm da ein „Schmusepäckchen“ unter das Pult schiebt, verabschiedete sich meine Großmutter vom letzten Essen, dass sich zu dieser Zeit im Haus befand. Alles nur, damit ihr Kind noch was im Leben werden kann, und freilich auch nicht mehr so gehaßt und verhauen wird. Ach ja, was wollte ich euch, ihr lieben FfF-Kindern noch sagen?:
    Die Möhren waren absolut Bio.
    mpGf.

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    • gelbkehlchen schreibt:

      Und wurde Deine Mutter dann besser behandelt, liebe Freya?

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      • Freya schreibt:

        Ich glaube ja, lieber gelbkehlchen. Es wurde mir erzählt, dass meine Mama fortan nicht mehr von diesem „Lehrer“ geschlagen wurde. Ob die Oma dafür nochmal was nachladen musste, weiß ich nicht. Bestimmt hat sie bei anderer Gelegenheit noch ein paar Karoffeln dazugepackt, aber geholfen hats wohl auf jeden Fall.
        Sei lieb gegrüßt, Du lieber gelbkehlchen. Auf einen schönen Tag für uns alle.
        Ich habe einen Kuchen gebacken und später kommt meine Familie zum Neujahrskaffee, aber verdammt wenig Schlaf, wenn man die ganze Nacht schreibt. Hoffe, es geht Dir etwas besser heute morgen, als mir. Früher war man die ganze Nacht durch in der Kneipe. Jetzt ist man bis vier Uhr morgens bei conservo unterwegs ;-).
        herzlichst Freya

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        • gelbkehlchen schreibt:

          Zuckerbrot! Wenn ich Vater Deiner Mutter gewesen wäre, hätte ich vielleicht die Peitsche rausgeholt. Das hätte ganz sicher gewirkt. Sollte man bei den Gewalttaten der Antifa, deren einziges Argument Gewalt ist, meiner Meinung nach ebenso anwenden.
          Eine „höhere Moral“ zu befolgen, ist meiner Meinung nach nur gut für den Geltungstrieb, ist aber gegen die Gerechtigkeit gerichtet. Wenn man sich durch eine „höhere Moral“ wehrlos macht, setzt sich das Dumme, Böse durch und man wird ausgenutzt. Und die Hoffnung, dass die Gegenseite dann ebenfalls diese „höhere Moral“ übernimmt, wird nicht erfüllt, da die Gegenseite froh ist, die eigene Schwäche ausnutzen zu können.

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        • Freya schreibt:

          Ja, versteh ich gut, doch mein Großvater war ja in englischer Gefangenschaft und man hatte lange nicht gewußt, ob er überhaupt noch lebt. Mein Opa war Offizier bei der kaiserlichen Marine. Er hat aber überlebt, und von seiner Heimkehr an, als es wieder einen Mann ! im Hause gab, hätte es wohl auch gar kein „Lehrer“ mehr versucht. Doch allgemein gehörte das ja zu der damaligen Lebenswelt und es gab ja viele Kinder, die über lange Jahre so behandelt wurden. Gut, dass dergleichen dann ein Ende nahm.
          Aber ist schon klar, die Dummbratzen von FfF wissen gar nicht, in welcher Zeit sie leben und wollen ihren Vorfahren was anheften. Abscheulich. Sei lieb gegrüßt von Freya, die jetzt gleich auf ihrem Staubsauger durch die Wohnung reiten wird……vielleicht treffe ich ja andere fliegende Wesen? Lieber nicht 😉

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        • conservo schreibt:

          @ Liebe Freya, das betrachte ich mal als großes Kompliment: conservo statt Kneipe – das hat was! Danke!

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  2. Freya schreibt:

    Vielen Dank, was für schöne Erinnerungen.
    So in etwa war es auch bei uns zu Hause. Doch eine kleine Anmerkung hätte ich: Ein FDJler in der ehem. DDR, wäre kein FDJler gewesen, wenn er rücksichtslos, gar ehrverletzend zu älteren Menschen geworden wäre, womöglich Spottlieder mit Kraftausdrücken zum Besten gegeben hätte. Auch die Aussage, die Alten seien ja bald nicht mehr da, hätte sich niemand innerhalb der FDJ vorstellen können. Es gab sogar Programme, wo jeder, der wollte, sich um ältere Menschen kümmern konnte. Einkaufen gehen, mit einem alten oder behinderten Menschen Spazierengehen, und vor allem, Aufmerksamkeit denen schenken, die zu würdigen allein schon staatlicherseits angesagt war, eben die Eltern und Großeltern. „Jungpioniere“ und „FDJler“ definierten sich über: Heimatliebe, Naturverbundenheit, Umweltschutz, soziales Engagement. Offiziell waren diese jungen Menschen natürlich alle DDR-Fans, denn es war ja ihr Land, das es zu beschützen und aufzubauen galt. Natürlich waren die aufgestülpten und vorgefassten „Richtlinien“ nicht wirklich freiheitlich. Die Freiheit, andere Menschen zu beleidigen, die Schule zu schwänzen und womöglich ein ganzes Land an Fremde zu verschenken hatten die FDJ-Leute nicht. Diese Freiheit genießen heute mehr die FfF-Anhänger.
    mit patriotischen Grüßen von Freya

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    • gelbkehlchen schreibt:

      Dann, liebe Freya, war die DDR ja patriotischer als die BRD heute!

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      • Freya schreibt:

        Auf jeden Fall war sie das, lieber gelbkehlchen. Stell Dir nur vor, die hätten ein Millionen-Volk hinter Mauern eingesperrt und die dann noch so schlecht behandelt, wie es jetzt der Fall ist. Undenkbar, dann hätten die auch nicht vierzig Jahre hingekriegt. Das war auf jeden Fall Patriotismus, allerdings festgelegt auf….ismus. Das musste vorkommen, irgendwie sozialistisch-patriotisch (total verrückt auch) dann war alles andere sowieso okay. Nur nicht sowas wie „Deutschland – einig Vaterland“. Da kriegten diese „sozialistischen Patrioten“ dann Muffensausen, das wollte man so gar nicht hören. Was für Zeiten, man kann es kaum beschreiben. Vieles war aber ähnlich wie heute; nur das wir nicht für Fremde die Arbeitsbienen geben mussten. Uns wurde gesagt, wir schuften für uns selbst, hihi. Aber so richtig Bock auf arbeiten hatten viele von diesen sozialistischen Patrioten auch nicht. Doch, wie heute, gab es Rettung vor Überarbeitung. Man musste nur was von Weltfrieden und Völkerfreundschaft und Antifaschismus lallen, dann war alles weitere geritzt. Dann hat man die richtigen Laute von sich gegeben und alle Affen waren glücklich und konnten sich zufrieden lausen. Eben wie heute auch wieder. Das ging damals ungefähr so: Schule Kl.8: „Hast Du Deine Hausaufgaben gemacht? Nein, Herr Lehrer. Ich war bis abends noch damit beschäftigt, den Rechenschaftsbericht der FDJ für dieses Planjahr zu lesen und bin dann überm „Manifest“ von Karl Marx eingeschlafen. Bitte entschuldigen Sie.“ – Lehrer:“ Braves Kind, aber mach später die Hausaufgaben nach, oder morgen, oder nächste Woche.“ Also wie heute auch. Ich sag auch schon wieder so Affenformeln, wenn ich von anderen was brauche, zumal von Ämtern. Dann sag ich einfach mal kurz, dies und jenes würde mir sehr am Herzen liegen, denn es käme ja auch der Umwelt zugute. Den Schwachsinn mußt Du heute gar nicht mehr erklären, alles nicken Dir nur verständnisvoll zu und wollen Dir helfen. So geht das. Frag einen alten DDR-Goldsucher, denn dem pißt niemand mehr in die Säckel. Ahoi! 😉
        Das war mal langer Brief an Dich; hoffe lieber gelbkehlen, Du bist überhaupt noch auf. Sei ganz lieb gegrüßt von Freya

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        • Freya schreibt:

          Ach hierzu fällt mir noch eine wahre Begebenheit ein, die alles, was ich sagen wollte, zusammenfasst. Ich war ungefähr 10 Jahre alt. Nach der Pause rannte ich wie wild die Treppe im Schulgebäude rauf, während ich laut und munter vor mich hinpfiff, was beides innerhalb des Gebäudes verboten war. Also lautes Pfeifen und Treppe rennen. Ich bekam einen sogenannten Tadel, einen Eintrag ins Hausaufgabenheft, den mein Vater nun unterschreiben sollte. Man kann sich vorstellen, wie ein Kind fühlt, während der Vater, ungläubig bis staunend liest: „Ihr Kind wurde heute getadelt. Es rannte die Treppe rauf und pfiff dabei auch noch ein Lied.“ Und während ich noch die Luft anhielt, weil ich nicht wußte, was mein göttlicher Vater dazu sagen wird, höre ich ihn fragen, was es denn für ein Lied gewesen sei, dass ich da gepfiffen hatte. Ich musste leider, oder vor Aufregung, sagen, ich wüßte es nicht mehr. Soso, meinte mein lieber Vater. „Wenn Dir mal wieder danach ist, im Schulhaus rumzupfeiffen, dann pfeiff am besten „den kleinen Trompeter“. Und wir haben uns gemeinsam schief gelacht. Soviel dazu.

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        • gelbkehlchen schreibt:

          “ Das ging damals ungefähr so: Schule Kl.8: „Hast Du Deine Hausaufgaben gemacht? Nein, Herr Lehrer. Ich war bis abends noch damit beschäftigt, den Rechenschaftsbericht der FDJ für dieses Planjahr zu lesen und bin dann überm „Manifest“ von Karl Marx eingeschlafen. Bitte entschuldigen Sie.““
          Bei uns im 3. + 4. Schuljahr (1960 – 1962) in der Stephanusschule in Heessen holte dann unsere Lehrerin Fräulein Derschka den Rohrstock raus, die Jungen mussten sich bücken und kriegten ein paar Schläge vor den Arsch, und die Mädchen noch schlimmer, mussten ihre Hände vorzeigen und bekamen Schläge auf die Hände. Mit Spitznamen hieß sie auch Fräulein Dreschka.

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        • Freya schreibt:

          Oh NEIN! Das hätte ich niemals ausgehalten, denn ich kannte von meinen Eltern keinerlei Züchtigungen her. Als Dramabegabtes Kind hätte ich ne Ohnmacht vorgetäuscht. Einen hysterischen Anfall hätte ich nicht vortäuschen müssen, den hätte ich sowieso gekriegt, wenn mich jemals ein Fremder, was ein Lehrer ja ist, irgendwie geschlagen hätte, egal mit was.
          Aber im Ernst, meine Mutter hat auch noch sowas erzählt, aber zu meiner Schulzeit war Schlagen schon VERBOTEN! 1965-1975, vielleicht bin ich knapp davongekommen?!

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  3. Ingrid schreibt:

    Gottseidank liebe Inge sind doch nicht alle Kinder so! Sicher werden die einen Kinder zu viel umsorgt und die anderen müssen sich viel allein durchschlagen, besonders die in Städten wo das Leben teuer ist und ihre Eltern arbeiten müssen oder schon aufgegeben haben.

    Aber unsere Weihnachtsfeier sieht noch fast so aus, wie du es beschrieben hast, nur die Freude auf Geschenke ist verloren gegangen, weil wir die Kinder mit Liebe und Geld bestens versorgen.
    Ich hoffe immer noch, dass diese FDJ Kinder doch noch merken wohin sie getrieben werden, nämlich in die Indoktrienation und die Unfreiheit.

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  4. Maria Schneider schreibt:

    Liebe Inge,
    vielen Dank für diesen schönen Text. Erst heute war ich wieder in meinem gentrifizierten Viertel im überteuerten Café. Überall junge, autolose, gute Menschen in sündhaft teurer Ökokleidung.

    Allerdings ist autofreies Leben auch überhaupt kein Problem in einem Viertel, in dem man fußläufig alles erreicht, super ÖPNV-Anbindung hat und nach dem Schwatz mit veganem Kuchen wieder zu Fuß in das restaurierte Bauernaus mit Millionenwert geht, das Mama, Papa und gar die Oma-Umweltsau bezuschußt haben.
    Bei mir herrscht das wahre Umweltidyll mit Anhängerholzkästen, in denen der gehätschelte Nachwuchs sitzt und von der Bullerbümama gezogen wird. Ich lehne mich immer zurück, höre den irrwitzigen Gesprächen der verwöhnten jungen Mütter zu und frage mich, wie lange es wohl noch dauert, bis auch bei uns die Bereicherer durch die Straßen ziehen und der bunte Pipitraum platzt.

    Besonders lustig finde ich auch den Hippielook der jungen Frauen mit Tuch um den Kopf und schlampiger Frisur. Das ist nämlich genau der Look, den ihre fälschlicherweise als „Nazisau“ bezeichneten Omas in den 60er und 70er Jahren hatten.

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  5. gelbkehlchen schreibt:

    „In dieser Zeit hatten wir in der Adventszeit einen selbstgebundenen Kranz auf dem Tisch, vor dem wir Kinder mit strahlenden Augen saßen, dazu wurden Weihnachtslieder gesungen, unser Vater spielte dazu auf der Geige.“
    Dito, genauso wie bei uns.
    „…. es ging wirtschaftlich bergauf und wir hatten inzwischen sogar schon einen VW-Käfer, in den sich die damals noch 6köpfige Familie quetschte – “
    Fast so wie bei uns. In unserem VW Käfer: mein Vater, der Fahrer, meine Mutter, meine gute Tante Stine, Onkel Hans, mein Opa und wir Kinder, ich selbst 7Jahre und meine Schwester 5 Jahre hinten in der Hutablage. Heute unmöglich!

    Zu den FfF Kindern:
    1. Ihr kreischenden Gören müsst erstmal keinen Müll hinterlassen bei euren Demonstrationen.
    2. Ihr braucht nicht auf irgendwelche Studien zu warten, ihr könnt jetzt was tun. Ich drehte den Spieß um und fordere von euch anstatt ihr fordert. Ihr braucht nicht von der Industriegesellschaft zu leben mit ihrem angeblichen schädlichen CO2 Ausstoß, sondern könnt aus eurem eigenen Garten leben, aber nicht mit einem Spaten, der in der Industriegesellschaft mit schädlichen CO2 geschaffen wurde, sondern den Garten mit einem Grabstock bearbeiten. Und Flachs anbauen und die Kleidung selbst herstellen.
    3. Man sollte euch den Strom abstellen, dann könnt ihr nach eurer eigenen Ideologie und nach eurer eigenen Moral glücklich werden. Ihr könnt dann technische Energie und industrielle Produktion durch ihre eigene Muskelenergie ersetzen. Und dann müsst ihr Scheinheiligen unbequem gegenüber euch selbst sein und nicht gegenüber anderen. Und ihr dürft vor allen Dingen nicht mehr von Steuergeldern leben, die mit industrieller Produktion und Technik hergestellt wird. Dann fordert die Gesellschaft von den Grünen selbst und ihr Scheinheiligen könnt nicht von der Gesellschaft, d.h. von anderen fordern. Ihr Grünen müsst also selbst eure lauthals propagierten „guten Werke“ tun, um das Klima zu retten, und braucht also nicht der Gesellschaft eure propagierten „guten Werke“ auferlegen und die Gesellschaft versklaven und bevormunden. Und natürlich freitags nicht die Schule schwänzen, sondern freitags volle Lotte MINT-Fächer studieren, damit ihr intelligente klimaneutrale Erfindungen machen könnt.  Außerdem werden dann auch eure Klimaziele erfüllt, wenn ihr Grünen, bei der letzten Wahl immerhin ca. 20%, keinen Strom verbraucht und damit weniger Strom verbraucht wird. Ansonsten seid ihr so scheinheilig wie die Kleriker auch, dass altbekannte Wasser predigen und Wein saufen.

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  6. Dr. Gunther Kümel schreibt:

    Mit der Zerstörung der Gemeinschaften (Neoliberalismus) geht die Achtung vor den älteren Familienangehörigen flöten. Und die leuchtenden Kinderaugen, wenn es denn in einer Familie noch Kinder gibt.
    .
    Wollen wir denn irgendwem „helfen“ ?? Bis jetzt hat uns keiner gefragt.
    Niemandem ist geholfen, wenn ein paar Millionen der explosiv wachsenden Milliarden hierher kommen: Migration nützt niemandem, schadet allen (https://www.youtube.com/watch?v=YsRQNu9Jg7k).
    .
    WENN wir „helfen“ wollen: SACHS-Plan !!!
    Dieses EMINENT POLITISCHE KONZEPT ERLAUBT es, zugleich

    x die Fremden in Würde heimzuschicken
    (wo sie dringend gebraucht werden),
    x die Armutsmigration zu stoppen,
    x die bedrohlich hohe Geburtenrate in der Dritten Welt
    zu normalisieren und
    x ein für allemal die Armut in der Welt zu beenden.

    Und das ganze kostet nur die Hälfte dessen, was wir gegenwärtig für die Eingeschleusten bezahlen: Die Milliarden der derzeit ungezielt (daher unwirksam) vergebenen Entwicklungshilfe können umgewidmet werden, so daß die Remigration zum Nulltarif zu haben ist.

    COMPACT hat das Konzept veröffentlicht (https://www.compact-online.de/wem-nuetzt-die-einwanderung-das-sachs-konzept/). Es basiert auf dem UNO-Milleniumsplan von 2001, den ohnehin fast alle 191 Staaten der Erde bereits bindend unterschrieben haben.
    Der Politiker, der sich das Konzept zu eigen macht, wird immensen politischen Gewinn daraus ziehen!

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    • Patricia schreibt:

      Schön wäre es – allein, mir fehlt der Glaube.

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      • Freya schreibt:

        Also da fehlt mir auch ein wenig der Glaube, liebe Patricia, das kann ich nachvollziehen. Der Gedanke tut wohl gut. Doch allein wenn ich mir vorstelle, wie superwohl sich unsere Gäste bereits fühlen, wie sehr sie sich schon als Herren dieses Landes deklarieren und in welcher unvorstellbar großen Anzahl wir mittlerweile ganze Bereicherungsarmeen mittels Geburtenbewaffnung in jedem noch so kleinen Ort auf deutschem Boden haben, dann gute Nacht Marie…..dann verläßt mich jeder Glaube. Aber die Hoffnung, nein, die geben wir nicht her 😉 sei lieb gegrüßt von Freya

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