Erfrischende Klarheit und Härte der Amerikaner

(www.conservo.wordpress.com)

Von Nicolaus Fest *)

Treffen einiger EU-Abgeordneter des Ausschusses für bürgerliche Freiheitsrechte, Justiz und Inneres mit Vertretern des FBI im Edgar-Hoover-Gebäude in Washington. Erfrischend immer wieder die rechtspositivistische Klarheit und Härte der Amerikaner: Ob die Regelungen von Verfassung und Gesetzen im Einzelfall sinnvoll oder barmherzig oder was-auch-immer sind, wird nicht gefragt. Es ist, wie es ist, danach wird gehandelt. Anderenfalls herrsche Chaos. Welch ein Abstand zum tausendfach verweigerten Gesetzesvollzug in der EU und in Deutschland, sei es gegenüber Schleusern wie Carola Rackete, bei den Asylregeln von Dublin III, bei der gesetzeswidrigen Duldung rechtskräftig abgelehnter Asylbewerber. Nicht selten wirkten selbst sehr junge Beamte der Amerikaner deutlich erwachsener als ihre älteren Gäste aus Europa. Generell der Eindruck, egal ob bei Gesprächen mit Vertretern des Außenministeriums, des FBI, der Polizeikräfte oder anderer US-Behörden für Terrorismusbekämpfung und Heimatschutz: Die bürgerlichen Freiheitsrechte sind dort in besseren Händen als bei Zivilgesellschaft und den Abgeordneten der EU. Denn ihre Verfassung ist den Amerikanern gleichsam ins Blut eingeschrieben, ist unhinterfragbare Grundlage ihres Denkens. Das gilt vor allem für den ersten Verfassungs-Zusatz, der die freie Rede garantiert; aber auch für das Recht zur Bewaffnung, im dem sich ein grundsätzliches und kluges Mißtrauen gegenüber dem Staat spiegelt. Selbst die Beamten, das wurde deutlich, haben immer auch die Freiheitsrechte ihrer Landsleute im Auge, unabhängig von den Pflichten, welche ihre Arbeit an sie stellt.

Fundamental vor allem die Gegensätze bei der Bekämpfung von “Hate Speech” und “Desinformation”. Für Amerikaner sind solche Überlegungen zur Zensur der freien Rede schon im Ansatz verfassungswidrig. Alles darf gesagt werden, jeder hat das Recht auf Unsinn, auf Leugnung von Tatsachen, sogar auf Hass. Selbst der Ku Klux Klan ist nicht verboten, und im privaten Gespräch weisen selbst hohe Beamte lächelnd darauf hin, dass die meisten Lügen noch immer von Regierungen in die Welt gesetzt würden. Die Grenze zur Strafbarkeit sei in den USA daher lediglich überschritten, wenn die Rede einen Aufruf zur Gewalt gegen namentlich benannte Personen oder Institutionen darstelle; erst und nur dann dürfe der Staat eingreifen. Konsequenterweise trat einst die links-liberale American Civil Liberties Union (ACLU) für die Rechte von Neo-Nazis ein, im von vielen Juden bewohnten Skokie, Illinois, ihre Paraden zu veranstalten. The Onion hat das damals mit einer lesenswerten Satire kommentiert, die in ihrer Überspitzung jene Zumutungen deutlich macht, welche die Amerikaner zum Schutz der freien Rede hinzunehmen bereit sind.

Zuweilen Szenen von großer Komik: Mehr als 20 Minuten erläutert einer der Direktoren des FBI, dass und mit welchem Aufwand die Fahndungsliste für Terroristen rund 2.400 mal täglich aktualisiert wird. Klar ist: Das ist kein Kinderspiel, und zufällig rutscht man, auch wenn der Topos des unschuldig Verfolgten seit Richard Kimble aus Hollywood nicht wegzudenken ist, nicht in den Datensatz dieses Dossiers. Dennoch am Ende die erste Frage einer Sozialistin: “Und wie steht es um die Persönlichkeitsrechte der Terroristen?”

Auffällig auch die formalen Unterschiede: Amerikanische Beamten sind beruflich in Stilfragen konservativ – immer Anzug, immer Krawatte, immer gedeckte Farben, meist dunkelblau oder grau. Dem folgten aus Gründen der Höflichkeit die konservativen EU-Abgeordneten. Die Vertreter von Grünen oder linken Parteien dagegen im Freizeitdress mit Jeans und Pullovern. So äußern jene ihre Verachtung für amerikanische Sitten, die sonst bei jeder Gelegenheit Respekt vor anderen Kulturen einfordern.

In der Eingangshalle des US-Außenministeriums ein 5 x 3,5 m großes “Mission Statement” zum beruflichen Selbstverständnis:

United States Department of State

Professional Ethos

I am a champion of American diplomacy. 

My colleagues and I proudly serve the United States and the American people at the Department of State, America’s first executive department. We support and defend the Constitution of the United States.We protect the American people and promote their interests and values around the world by leading our nation’s foreign policy.

As a member of this team, I serve with unfailing professionalism in both my demeanor and my actions, even in the face of adversity. I act with uncompromising personal and professional integrity. I take ownership of and responsibility for my actions and decisions.And I show unstinting respect in word and deed for my colleagues and all who serve alongside me.

Together, we are the United States Department of State.

Im Deutschland der Habecks und flaggenphoben Kanzlerinnen unvorstellbar.

(Quelle: http://nicolaus-fest.de/)   —- Abdruck mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors)
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Der Journalist Nicolaus Fest arbeitete nach seinem 2. Staatsexamen und seiner Promotion zum Dr. jur. zunächst einige Jahre für das Auktionshaus Sotheby’s, dann für die Verlage Ebner Pressegesellschaft und Gruner + Jahr, von 2001 an für Axel Springer. Dort lange in der Chefredaktion von BILD, später bis zum Oktober 2014 stellvertretender Chefredakteur der BILD am SONNTAG. Seitdem freier Publizist. Politisch war immer ungebunden. Daher war der Wechsel in die Politik, den er im Herbst 2016 mit dem Eintritt in die Alternative für Deutschland vollzog, auch für ihn eine neue Erfahrung.
www.conservo.wordpress.com       5.3.2020

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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7 Antworten zu Erfrischende Klarheit und Härte der Amerikaner

  1. uwe.roland.gross schreibt:

    Hat dies auf uwerolandgross rebloggt.

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  2. Semenchkare schreibt:

    Das ist eben der Unterschied zwischen einer freien und demokratischen Republik
    ( Verfassung USA auf Deutsch:
    VERFASSUNG DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
    17. September 1787

    PRÄAMBEL Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen, die Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, das allgemeine Wohl zu fördern und das Glück der Freiheil uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren, setzen und begründen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von Amerika.
    …->https://usa.usembassy.de/etexts/gov/gov-constitutiond.pdf )

    und dem Konstrukt (GG) Bundesrepublik, was immer mehr die diktatorische Domäne bedient und laut GG für Fremdlinge aus aller Welt gemacht ist !

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  3. gelbkehlchen schreibt:

    Aus der Barmherzigkeit gegenüber den Fremden machen die linksgrünen gutmenschlichen „Volksvertreter“ die Versklavung des Nächsten, des eigenen Volkes und treten die Menschenrechte und Menschenwürde des Nächsten und die Nächstenliebe mit Füßen. Denn diese Scheinheiligen müssen die Wohltaten für die Fremden ja nicht erarbeiten.

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  4. Patricia schreibt:

    Ich liebe Amerika und wünschte mir, dort zu leben.

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  5. floydmasika schreibt:

    Das ist das alte Amerika, das in der Hoover Institution noch lebt und dank Tea Party und Trump etwas Lebenskraft zurückgewonnen hat. Die ansonsten nach wie vor allesbeherrschende Eselspartei ist hingegen genau so irr wie die dominierenden Strömungen der Bunten Republik. Auch Söder ist Eselspartei-Anhänger.

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  6. Patricia schreibt:

    Klar, die Demokraten gelten als die „Guten“. Sie werden ja auch von den viel bewunderten Stars und Sternchen gefördert und sind so schön bunt. Gefällt halt dem Herrn Söder.

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  7. gerardfrederick schreibt:

    Nun, nun, nun. Das ist alles grandios übertrieben. Ernst Zündel und diverse Menschen mit tadellosen Charaktereigenschaften können ein anderes Lied singen, ein Lied der Vergewaltigung aller Rechte, national wie international. Die US betreiben Foltergefängnisse in aller Welt (bei unsern Freunden, ¨ Polen z.B.) und haben eine der blutigsten Vergangenheiten in der Weltgeschichte. Ihr heutiger Chef des CIA ist eine berüchtigte Jüdin, welche Chefin eines geheimen Folterlagers in Cambodia war, etc., etc. Ne, all das kotzt mich an und diese Herrschaften zu loben ist entweder das Resultat grober Ignoranz oder schlichtweg kriminell.

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