In diesem Gerichtssaal gelten nicht die Regeln von Wikipedia, sondern deutsches Recht

(www.conservo.wordpress.com)

Von Helmut Roewer *)

Der Prozess gegen die Filmemacher Markus Fiedler und Dirk Pohlmann wegen der De-Anonymisierung des Wikipedia-Denunzianten Feliks-Egerer-Grünewald ist beendet

Bereits vor einiger Zeit hatte ich darauf aufmerksam gemacht, dass einer der übelsten Denunzianten der deutschen Wikipedia mit dem Decknamen Feliks vom Filmemacherduo Markus Fiedler und Dirk Pohlmann („Neues aus Wikihausen“) enttarnt worden ist. Sein Klarname ist Jörg Matthias Claudius Grünewald, vormals Jörg Egerer. Der Mann zog vor Gericht. Er machte geltend, dass er jetzt schrecklich bedroht sei, weil nun jedermann wisse, wer Feliks ist.

Das zur Entscheidung angerufene Landgericht Hamburg schwankte zunächst hin und her. Es erließ eine einstweilige Anordnung gegen die Filmautoren, die es nach mündlicher Verhandlung jedoch weitgehend wieder aufhob. Da nun Feliks-Egerer-Grünewald auf einer Entscheidung im sog. Hauptsacheverfahren bestand, kam die Sache wieder zum Aufruf. Es erging nach mündlicher Verhandlung ein Urteil, das den geltend gemachten Anspruch des Denunzianten auf Anonymität erneut weitgehend verneinte. Das war dem armen Feliks noch immer nicht Niederlage genug. So ging er in die Berufung vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht (OLG).

       Vor dem OLG wurde die Sache jetzt ans Ende gebracht. Die mündliche Verhandlung fand am 18. Februar 2020 statt. Hier fiel der bereits in der Überschrift zitierte Satz: In diesem Gerichtssaal gelten nicht die Regeln von Wikipedia, sondern deutsches Recht. In dieser Weise über die Erfolgsaussichten aufgeklärt, nahm der Anwalt von Feliks-Egerer-Grünewald im Wege des Prozessvergleichs seine Berufung weitgehend zurück.

Nimmt man’s kritisch, so bedeutete das abrupte Prozessende das Ziehen der Notbremse durch den Feliks-Anwalt im Sinne von Wikipedia. Es wurde nämlich auf diese Weise das Grundsatzurteil eines Obergerichts über die Nichtgeltung von Wikipedia-Regeln zulasten Dritter, so wie es der erkennende Senat überdeutlich angekündigt hatte, erst einmal aktuell vermieden. Was bleibt: (1) Wie darf man Feliks jetzt öffentlich nennen? (2) Was bedeutet der Prozess für Wikipedia-Denunzianten im Allgemeinen? (3) Was kostet so etwas, und wer bezahlt das?

(1) Der Wikipedia-Autor Feliks ist Jörg Egerer, identisch mit Jörg Grünewald. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, das zu wissen. Das ist das Wichtigste in diesem Streit. Die Winkelzüge des Denunzianten, sich gegen Enttarnung zu sichern, geben ihm kein Recht, das durch andere zu beachten wäre. Gut zu wissen.

Strittig blieb, was nach meiner Meinung ohne substanzielle Bedeutung ist: (a) Hat Egerer-Grünewald sich wie der Angehörige eines Geheimdienstes verhalten? Das Landgericht Hamburg befand, dass man das so nicht sagen dürfe, das OLG fand das Gegenteil. (b) Existiert ein Foto, dass Feliks-Egerer-Grünewald in israelischer Fallschirmjäger-Montur nebst Maschinenpistole Uzi zeigt, oder gibt es ein solches Foto nicht? Auch hier wichen die beiden Gerichte in ihren Auffassungen voneinander ab. Der Sachstand ist also, dass man die Existenz dieses Fotos nicht ungestraft behaupten kann. Man wird abwarten können, ob sich eines Tages das Gegenteil zeigt, nämlich das Foto. Mir persönlich ist das egal, doch wundern würde mich die Existenz eines solchen Fotos von diesem Militär- und Fallschirmnarren nicht, zumal es beim Prozess in dieser Frage einander widersprechende Aussagen gab. Wie gesagt: Man muss es abwarten, denn gäbe es ein solches Bild, hätte der arme Feliks sicher ein zivil- und ein strafrechtliches Problem.

(2) Über den Tag hinaus reichen die Entscheidungsgründe des Landgerichts Hamburg (Urteil vom 20.2.2019, Az. 324 O 468/18, das mir in einer Kopie vorliegt). Hierin ist dargelegt, wie das Gericht eine Abwägung der geschützten Rechte des Einzelnen mit dem Recht der Öffentlichkeit auf de-anonymisierende Berichterstattung vornimmt. Es hebt hervor, dass der anonym bleiben wollende Wikipedia-Autor sich nicht auf seine Rechte auf Privatheit berufen könne, wenn er selbst in meinungsbildender Weise in der Wikipedia tätig wird – zumal wenn diese Meinung fragwürdig ist, bzw. den Interessen des von der Meinungsbildung Betroffenen diametral widerspricht. Wer so handele, begebe sich bewusst in die Öffentlichkeit.

Unstreitig hat der Antragsteller als „Feliks“ Frau McLean [= eine der von ihm bearbeiteten Personen] wissen lassen: „Wenn man in der Öffentlichkeit etwas tut, muss man die Konsequenzen aushalten.“ Dies gilt gleichermaßen indes auch für den Antragsteller.

Die Entscheidungsgründe sind sicher in der einen oder anderen Weise diskussionswürdig, aber sie sind bemerkenswert, weil sie die Meinungsbildung durch die Wikipedia betreffen. Überträgt man diese Auffassung auf Sachverhalte, wo es nicht nur um Meinungen, sondern um falsche Tatsachenbehauptungen geht, so wird man sagen können: Hier gilt ein erst-recht. Denn wer aus ideologischer Verblendung lügt, will erst recht im Sinne einer ihm genehmen Meinung beeinflussen. Die Öffentlichkeit, und nicht nur der Geschädigte, hat also ein Recht zu wissen, welche Person dahintersteckt. Die gegenteilige Verabredung zwischen Wikipedia und ihren Autoren, sind Verträge zulasten Dritter, die das deutsche Recht nicht anerkennt. Der beisitzende Richter des OLG brachte das in salopper Form, aber für jedermann verständlich, auf den Punkt (siehe Überschrift).

(3) Prozesse dieser Art sind extrem teuer. Das Landgericht hatte den Streitwert – das ist der Betrag, aus dem sich später die Gerichts- und Anwaltsgebühren berechnen – im einstweiligen Rechtsschutzverfahren auf märchenhafte 218.000,00 €, im Hauptsacheverfahren dann immer noch auf 108.000,00 € festgesetzt. Da zücken die Anwälte ihre Taschenrechner und lächeln. Wir sprechen hier über Prozesskosten im satten fünfstelligen Bereich. Die beiden Filmemacher sind wegen der albernen israelischen Maschinenpistole Uzi auf einem Neuntel der Kosten hängen geblieben, das ist ein vierstelliger Betrag und zugleich ein Hinweis an die Zuschauer, welche die Neues aus Wikihausen-Sendungen schätzen und weiterhin sehen wollen. Und der arme Feliks? Ich habe keine Ahnung, ob die Liebe zwischen ihm und Wikipedia so intensiv ist, dass die Datenkrake ihren Spendensack öffnet. Ich will das nicht unterstellen, denn das würde nach meinem Geschmack kaum mit den Zielen der dortigen Spendenkampagnen zusammenpassen.

©Helmut Roewer, März 2020
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*) Dr. Helmut Roewer wurde nach dem Abitur Panzeroffizier, zuletzt Oberleutnant. Sodann Studium der Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Geschichte. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen Rechtsanwalt und Promotion zum Dr.iur. über ein rechtsgeschichtliches Thema. Später Beamter im Sicherheitsbereich des Bundesinnenministeriums in Bonn und Berlin, zuletzt Ministerialrat. Frühjahr 1994 bis Herbst 2000 Präsident einer Verfassungsschutzbehörde. Nach der Versetzung in den einstweiligen Ruhestand freiberuflicher Schriftsteller und Autor bei conservo. Er lebt und arbeitet in Weimar und Italien.
www.conservo.wordpress.com      5.3.2020

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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12 Antworten zu In diesem Gerichtssaal gelten nicht die Regeln von Wikipedia, sondern deutsches Recht

  1. pebrg schreibt:

    Herzlichen und besten Dank für die Wiederaufnahme dieses Themas, jetzt nach höheren Instanz . Wie oft in den Medien wird was gezeigt was schief gegangen ist oder das etwas passiert ist und man wird nicht aufgeklärt darüber, wie die Sache ausgegangen ist. Sehr informativ obendrein, zu erfähren wie manche „ticken“ und sich anonym Tarnen und aus dem Hinterhalt auf Bürger schießen. Diese Meldung word bei mir mit Kennzeichnung archiviert ! Gerade jetzt wo soziale und politische Kultur in Wikipedia voller Haltungszwang zurechtgebeugt ist und weiterhin wird. Fängt man mit einem Vergleich zwischen englische und deutsche Wiki beim Begriff Kahane an und betrachtet man das Wort Klimaleugner, hört man spätestens dann damit auf jemals wieder Wiki zu nutzen. Ausnahme Begriffe im Bereich Chemie, Physik, Technik etc… da gilt noch 2+2=4 (mit einem Zwinkern in Richtung Dushan Wegner)

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  2. uwe.roland.gross schreibt:

    Hat dies auf uwerolandgross rebloggt.

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  3. Thom Ram schreibt:

    Hat dies auf bumi bahagia / Glückliche Erde rebloggt und kommentierte:
    Mit Genugtuung ist zu beobachten, wie der Schutzwall „Anonymität“ derer, welche in Wikipedia feige aus dem Hinterhalt schiessen, erste Risse bekommt. Den Initianten Fiedler und Pohlmann gebührt Dank, Respekt und Unterstützung.
    Thom Ram, 05.02.NZ8 (Neues Zeitalter, Jahr acht)

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  4. nixgut schreibt:

    Vera Lengsfeld schreibt über Feliks:

    Im Folgenden werde ich die anonymen Leute zu typisieren versuchen, die den oft peinlichen und vielfach denunziatorischen Inhalt für Wikipedia zu verantworten haben. Ich habe mir als Beispielsfall „Feliks“ herausgesucht. Er ist kein Gelegenheits-Wikipedianer, sondern für mich der Denunzianten-Star, denn er brilliert in den letzten Jahren mit Tausenden von fragwürdigen Einträgen und Beiträgen.

    Zu Denunzianten und deren Decknamen im allgemeinen: Meine berufliche Erfahrung mit Spitzeln und Denunzianten aller Art hat mich gelehrt, dass hier ein besonderer Menschenschlag seine Dienste feilbietet. Sagen wir es zurückhaltend:

    Meist sind es Zeitgenossen, deren Lebensweg kaum glänzend genannt werden kann, darunter vor allem solche, die sich zurückgesetzt fühlen. Bereits aus dem vom Spitzel bzw. Denunzianten selbstgewählten Decknamen kann man nur zu oft mehr zur Motiv-Lage des Delinquenten ableiten als aus einem ausführlichen Lebenslauf.

    So will es mir auch bei „Feliks“ vorkommen. Die Namenswahl des glücklichen Feliks gab mir einen ersten Fingerzeig. Dieser, der historische Feliks, war, wie ich annehmen muss, Feliks Dsershinskij (Феликс Дзержинский), der erste Tscheka-Chef. Er war der gnadenlose geheimpolizeiliche Vollstrecker von Lenins Gewaltphantasien nach dem bolschewistischen Oktoberputsch 1917.

    Feliks, von seinen Bewunderern auch „der Unbestechliche“ genannt, trug die Verantwortung für das Abschlachten Hunderttausender, die nach Lenins maßgeblicher Ansicht nicht in die Sowjetherrschaft passen mochten. Wer’s genauer wissen will, der lese von Peter Scheibert: Lenin an der Macht. Das russische Volk in der Revolution 1918-1922.

    Nun, heute geht es unblutiger zu. Die Opfer unsres modernen Feliks werden nicht physisch umgebracht, sondern sie werden moralisch hingerichtet. Nicht nur für Gutmensch, auch für viele törichte Wikipedia-Gläubige sind sie anschließend gestorben. Geht man an die Verdikte von Feliks, dem Denunzianten, etwas näher ran, so schält sich eine bestimmte Figur aus dem Nebel der Anonymität.

    Feliks, das ist für mich das zur Person gewordene Ressentiment. Er ist, bei Lichte betrachtet, ein Charakterschwein, das sich im Schutz seiner Organisation vor der juristischen oder sonstigen Inanspruchnahme seiner Opfer sicher glaubte. Hier spielt einer Gott. Er schleudert seine Blitze vom Olymp herab. Niemand kann sich wehren. weiterlesen:

    https://vera-lengsfeld.de/2019/03/06/sensationell-die-enttarnung-eines-wikipedia-denunzianten/

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  5. nixgut schreibt:

    Vera Lengsfeld schreibt über Feliks – Teil 1/2

    Im Folgenden werde ich die anonymen Leute zu typisieren versuchen, die den oft peinlichen und vielfach denunziatorischen Inhalt für Wikipedia zu verantworten haben. Ich habe mir als Beispielsfall „Feliks“ herausgesucht. Er ist kein Gelegenheits-Wikipedianer, sondern für mich der Denunzianten-Star, denn er brilliert in den letzten Jahren mit Tausenden von fragwürdigen Einträgen und Beiträgen.

    Zu Denunzianten und deren Decknamen im allgemeinen: Meine berufliche Erfahrung mit Spitzeln und Denunzianten aller Art hat mich gelehrt, dass hier ein besonderer Menschenschlag seine Dienste feilbietet. Sagen wir es zurückhaltend:

    Meist sind es Zeitgenossen, deren Lebensweg kaum glänzend genannt werden kann, darunter vor allem solche, die sich zurückgesetzt fühlen. Bereits aus dem vom Spitzel bzw. Denunzianten selbstgewählten Decknamen kann man nur zu oft mehr zur Motiv-Lage des Delinquenten ableiten als aus einem ausführlichen Lebenslauf.

    weiterlesen:

    https://vera-lengsfeld.de/2019/03/06/sensationell-die-enttarnung-eines-wikipedia-denunzianten/

    Gefällt 1 Person

  6. nixgut schreibt:

    Vera Lengsfeld schreibt über Feliks – Teil 2/2

    So will es mir auch bei „Feliks“ vorkommen. Die Namenswahl des glücklichen Feliks gab mir einen ersten Fingerzeig. Dieser, der historische Feliks, war, wie ich annehmen muss, Feliks Dsershinskij (Феликс Дзержинский), der erste Tscheka-Chef. Er war der gnadenlose geheimpolizeiliche Vollstrecker von Lenins Gewaltphantasien nach dem bolschewistischen Oktoberputsch 1917.

    Feliks, von seinen Bewunderern auch „der Unbestechliche“ genannt, trug die Verantwortung für das Abschlachten Hunderttausender, die nach Lenins maßgeblicher Ansicht nicht in die Sowjetherrschaft passen mochten. Wer’s genauer wissen will, der lese von Peter Scheibert: Lenin an der Macht. Das russische Volk in der Revolution 1918-1922.

    Nun, heute geht es unblutiger zu. Die Opfer unsres modernen Feliks werden nicht physisch umgebracht, sondern sie werden moralisch hingerichtet. Nicht nur für Gutmensch, auch für viele törichte Wikipedia-Gläubige sind sie anschließend gestorben. Geht man an die Verdikte von Feliks, dem Denunzianten, etwas näher ran, so schält sich eine bestimmte Figur aus dem Nebel der Anonymität.

    Feliks, das ist für mich das zur Person gewordene Ressentiment. Er ist, bei Lichte betrachtet, ein Charakterschwein, das sich im Schutz seiner Organisation vor der juristischen oder sonstigen Inanspruchnahme seiner Opfer sicher glaubte. Hier spielt einer Gott. Er schleudert seine Blitze vom Olymp herab. Niemand kann sich wehren.

    weiterlesen:

    https://vera-lengsfeld.de/2019/03/06/sensationell-die-enttarnung-eines-wikipedia-denunzianten/

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  7. nixgut schreibt:

    Hier noch ein Video von Dirk Pohlmann und Markus Fiedler über Feliks:

    Video: Wikipedia-Heckenschütze Feliks – Zusammenfassung für Quereinsteiger | #11 Wikihausen ( (25:38)

    Die Namensänderung von Jörg Egerer in Jörg Matthias Claudius Grünewald kam offensichtlich durch eine jüdische Heirat zustande, bei der er offensichtlich vom Katholizismus zum Judentum konvertierte. Sie im Video in Minute 06:30

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  8. nixgut schreibt:

    Hier noch ein Video von Dirk Pohlmann und Markus Fiedler über Feliks:

    Video: Wikipedia-Heckenschütze Feliks – Zusammenfassung für Quereinsteiger | #11 Wikihausen ( (25:38)

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  9. nixgut schreibt:

    Die Namensänderung von Jörg Egerer in Jörg Matthias Claudius Grünewald kam offensichtlich durch eine jüdische Heirat zustande, bei der er offensichtlich vom Katholizismus zum Judentum konvertierte. Sie im Video in Minute 06:30

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