US-Vorwahlen 2020, Super Tuesday 3. März: Biden holt auf, Sanders stagniert, Bloomberg steigt aus

(www.conservo.wordpress.com)

Von Dieter Farwick, BrigGen a.D. und Publizist *)

Erwartungen

Der Super Tuesday ist für die US-Vorwahlen traditionell ein wichtiges Datum. Wenn es einem Kandidaten oder einer Kandidatin gelingt, bei den Wahlen, die im Jahre 2020 gleichzeitig in 14 Bundesstaaten stattfanden, einen großen Vorsprung an Delegiertenstimmen zu erzielen, ist das eine wichtige Vorentscheidung mit Blick auf die Delegiertenversammlung beider Parteien im Juni/ Juli 2020 auf die Nominierung des jeweiligen Kandidaten oder Kandidatin.

Das Wahlsystem zur Präsidentschaftswahl ist in den Vereinigten Staaten langwierig und kompliziert.

Bei jedem Vorwahlkampf sammelt der Sieger die Delegiertenstimmen des jeweiligen Bundesstaates ein – „the winner takes it all“.

Wer bis zur Nummerierung des Kandidaten 50 Prozent plus erzielt, hat gute Chancen, die Nominierung durch seine Partei zu erhalten. Das ist der „Normalfall“.

Er muss aber noch eine Hürde nehmen. Die Versammlung der Sonderdelegierten im Juni/Juli kann sich über die Zahl der bisherigen Stimmengewinne hinwegsetzen. Es sind die Bosse der Partei und deren Funktionäre, die aus der Gesamtsicht der Partei abstimmen – auch im Falle, in dem ein Kandidat oder ein Kandidatin bereits die Mehrheit der Stimmen eingesammelt hat.

Bei einem deutlichen Sieg hätte Bernie Sanders(78) dieses Ziel erreichen können.

Es kam jedoch anders.

Enttäuschungen

Bernie Sanders hat viele Anhänger, aber auch viele Gegner im Establishment seiner Partei.

Für die ist Joe Biden (77) der Kandidat, dem eher zugetraut wird, Trump im November 2020 zu schlagen, der sich mangels Gegenkandidaten nicht durch 51 Vorwahlen in 51 Staaten durchkämpfen muss. Ein Privileg eines Präsidenten, der bei seinen potentiellen Wählern keinen ernstzunehmenden Konkurrenten hat.

In den Tagen vor dem Super Tuesday schritt die Demokratische Partei ein. Sie veranlasste mit Armdrehen, den Kandidaten Pete Buttigieg und die Senatorin Klobuchar, die durchaus erstaunliche Erfolge erzielt hatten, ihre Kandidatur zurückzuziehen und fortan Joe Biden offen zu unterstützen.

Das taten beide bei einer Wahlveranstaltung von Joe Biden – zum Ärger von Bernie Sanders.

Enttäuscht wurde auch Michael Bloomberg, der Milliardär und ehemalige Bürgermeister von New York. Er hatte – so heißt es – 500 Millionen Dollar seines Privatvermögens zur Eigenwerbung eingesetzt. Er rechnete sich Chancen aus, bei der Versammlung der Sonderdelegierten den Zuschlag gegen Sanders und Joe Biden zu erhalten.

Er hat sich verzockt. Er zog einen Tag nach seiner Niederlage die Konsequenzen und trat von seiner Kandidatur zurück. Er verkündigte, dass er fortan Joe Biden finanziell und personell unterstützen würde.

Bernie Sanders muss noch einen weiteren Schlag verdauen. Liz Warren widersetzte sich den Verlockungen der Partei und trat am Super Tuesday an. Mit enttäuschendem Erfolg. Sie landete abgeschlagen auf einem hinteren Platz, nahm durch ihre Teilnahme ihrem „ Freund“ Bernie Sanders noch einige Stimmen ab.

Die Strategie der Demokratischen Partei war erfolgreich.

Bernie Sanders musste – wie 2016 – erkennen, dass die Partei den Kandidaten favorisiert, dem ein Sieg gegen Trump zugetraut wird.

Dem provokanten, linken Politiker, der das „Amerikanische System“ auf den Kopf stellen wollte, wurde ein Sieg über Donald Trump nicht zugetraut. Enttäuschung der vielen Jugendlichen, die in Sanders den Propheten für ein besseres Amerika gesehen und ihn gefeiert haben.

Er muss an 2016 zurückdenken. Damals war er in einer ähnlich vielversprechenden Lage, bis seine Partei Hillary Clinton den Vorzug gab. Sie verlor die Wahl gegen Donald Trump.

Auf diese Wiederholung wollte Hillary Clinton verzichten, obwohl es ernstzunehmende Versuche gab, sie erneut gegen Trump ins Rennen zu schicken. Eine realistische Einschätzung.

Der Sieger vom Super Tuesday: Joe Biden.

Nach den ersten US-Vorwahlen bekamen selbst Anhänger Zweifel, ob der 78 jährige ehemalige Vizepräsident unter Barack Obama ein guter Kandidat würde, der Trump ernsthaft gefährden könne.

Bei der Vorwahl in South Carolina überraschte er Freund und Feind. Er siegte mit großem Vorsprung.

Ihm hätte allenfalls Michael Bloomberg gefährlich werden können.

Seine Partei – und besonders deren führende Kräfte – entschieden sich rechtzeitig, auf die Bremse zu treten.

Nicht ganz überraschend setzten sie ihre Karten auf Joe Biden – und gewannen.

Wie geht es weiter?

Wenn es keine globale Pandemie geben sollte, die die Welt – auch in den USA – verändern könnte, wird Joe Biden der Herausforderer von Donald Trump im November.

Vermutlich hätte er lieber Bernie Sanders zum Gegner gehabt, dem er gerade mit seinen wirtschaftlichen Erfolgen das Leben sehr schwer gemacht hätte.

Es vergehen noch einige Monate bis zur Entscheidung, ob Donald Trump seine Wiederwahl erreichen kann oder er das Weiße Haus bereits nach der ersten Amtszeit verlassen muss.

Bis dahin fließt noch einiges Wasser den Potomac hinunter.

Europa kann nur abwarten. Beeinflussen kann es den Ablauf in den Staaten nicht.

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*) Brig.General a.D. Dieter Farwick wurde am 17. Juni 1940 in Schopfheim, Baden-Württemberg, geboren. Nach dem Abitur wurde er im Jahre 1961 als Wehrpflichtiger in die Bundeswehr eingezogen. Nach einer Verpflichtung auf Zeit wurde er Berufssoldat des deutschen Heeres in der Panzergrenadiertruppe.
Vom Gruppenführer durchlief er alle Führungspositionen bis zum Führer einer Panzerdivision. In dieser Zeit nahm er an der Generalstabsausbildung an der Führungsakademie in Hamburg teil. National hatte er Verwendungen in Stäben und als Chef des damaligen Amtes für Militärisches Nachrichtenwesen.
Im Planungsstab des Verteidigungsministers Dr. Manfred Wörner war er vier Jahre an der Schnittstelle Politik-Militär tätig und unter anderem an der Erarbeitung von zwei Weißbüchern beteiligt. Internationale Erfahrungen sammelte Dieter Farwick als Teilnehmer an dem einjährigen Lehrgang am Royal Defense College in London.
In den 90er Jahren war er über vier Jahre als Operationschef im damaligen NATO-Hauptquartier Europa-Mitte eingesetzt. Er war maßgeblich an der Weiterentwicklung des NATO-Programmes ´Partnership for Peace` beteiligt.
Seinen Ruhestand erreichte Dieter Farwick im Dienstgrad eines Brigadegenerals. Während seiner aktiven Dienstzeit und später hat er mehrere Bücher und zahlreiche Publikationen über Fragen der Sicherheitspolitik und der Streitkräfte veröffentlicht.
Nach seiner Pensionierung war er zehn Jahre lang Chefredakteur des Newsservice worldsecurity.com, der sicherheitsrelevante Themen global abdeckt.
Dieter Farwick ist Beisitzer im Präsidium des Studienzentrum Weikersheim und führt dort eine jährliche Sicherheitspolitische Tagung durch.
Seit seiner Pensionierung arbeitet er als Publizist, u. a. bei conservo.
www.conservo.wordpress.com      7.3.2020

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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5 Antworten zu US-Vorwahlen 2020, Super Tuesday 3. März: Biden holt auf, Sanders stagniert, Bloomberg steigt aus

  1. uwe.roland.gross schreibt:

    Hat dies auf uwerolandgross rebloggt.

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  2. ceterum_censeo schreibt:

    Danke, lieber Herr Farwick,

    für diesen wieder einmall gänzenden Beitrag.

    So wie ich selbst die Ereignisse ‚in the U.S.‘ mitverfolge, trifft das absolut auf den Punkt.

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  3. Blindleistungsträger schreibt:

    Sogar das Warten kann sich Europa sparen, die Amerikaner werden auf jeden Fall einen Präsidenten wählen.

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  4. francomacorisano schreibt:

    Die Hunde bellen,
    aber die Karavane zieht weiter…

    4 more years, Mr. President!

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  5. Dieter Farwick schreibt:

    Liebe Leserbriefschreiber !
    Danke für ihre konstruktiven Kommentare.

    Ich melde mich aus dem Urlaub auf der kanarischen insel La Palma.zurück.

    Mit einem der letzten Flieger konnten wir gestern der Quarantäne entkommen.

    Mit besten Grüßen

    Ihr

    Dieter Farwick

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