Corona: Ein ganzes Volk auf Sigmund Freuds Couch

(www.conservo.wordpress.com)

Von Michael van Laack *)

Manche haben Panik, andere machen Panik, einige demonstrieren Gelassenheit. Fragt man jedoch gezielt nach, trifft man auch bei diesen auf eine keineswegs sehr tief vergrabene Panikschicht der einen oder anderen Sorte. Urängste erwachen bei vielen, seien es nun Atheisten oder Angehörige welcher Religion auch immer. Angst vor dem Sterben bzw. dem Tod; vor dem Ableben geliebter Menschen; Furcht vor dem Verlust von Wohlstand und Sicherheit, Freiheit oder Demokratie.

Bereits sehr früh (im ersten Märzdrittel) habe ich diese Zeit eine „bleierne“ genannt. Und das ist sie für die allermeisten. Allen drückt etwas auf der Seele. Die Kompensation dieses Drucks ist selbstverständlich so vielfältig wie die Individuen, denn jede „Seele“ ist anders besaitet!

Entlang einiger Freud-Zitate werde ich – was mich betrifft letztmalig – das Thema Corona anfassen in Bezug auf Restriktionen und Reaktionen darauf. Zur politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen werde ich vielleicht das ein oder andere schreiben in den nächsten Wochen und Monaten, aber ich mag weder mit den Regierungswölfen heulen, noch mich jenen Hyänen weiterhin in den Weg stellen, deren Ziel es ist, Unfrieden und Unzufriedenheit zu stiften, Gesellschaft zu spalten und unsere Republik in den Grundfesten zu erschüttern.

„Der Mensch ist eben ein

»unermüdlicher Lustsucher«,

und jeder Verzicht auf eine einmal

genossene Lust wird ihm sehr schwer.“

Das Leben in vollen Zügen genießen und sich so Befriedigung verschaffen. Vor Corona für sehr viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Ganz egal, ob es nur das Sonnenbad am Baggersee ist, Unternehmungen und Gespräche mit Freunden, ein gutes Essen, schöne Kleidung, die perfekte Frisur, die Ausfahrt mit dem von vielen bewunderten Cabrio… Vieles davon ist selbstbefriedigend oder generiert Bestätigung des Selbst durch Dritte. So lange wir es haben, nehmen wir es gar nicht als solches wahr. Erst dann, wenn es uns fehlt, wenn wir es nicht mehr bekommen können, fällt uns auf, dass z.B. der Herkules-Grillteller beim Griechen, der Theaterbesuch, die Pilates-Selbsterfahrungsgruppe, das Bundesliga-Spiel im TV oder das Flaschenbier unter Kollegen an der Trinkhalle das gleiche Resultat liefert wie Sex: Lustgewinn.

In Corona-Zeiten fehlt ein großer Teil dieser (Selbst)-Befriedigung, (Selbst)-Darstellung und (Selbst)-Bestätigung. Privat und beruflich. Es müssen Schuldige her, die diese Mängel verursacht haben. Das Virus ist keine Person, wir können es nicht zur Verantwortung ziehen. Also müssen andere her. Politiker oder Mediziner bieten sich da selbstverständlich in vorderster Front an.

„Die Religiosität führt sich biologisch auf die langanhaltende Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit des kleinen Menschenkindes zurück, welches, wenn es später seine wirkliche Verlassenheit und Schwäche gegen die großen Mächte des Lebens erkannt hat, seine Lage ähnlich wie in der Kindheit empfindet und deren Trostlosigkeit durch die regressive Erneuerung der infantilen Schutzmächte zu verleugnen versucht.“

Diesen Artikel schreibe ich nicht aus Sicht eines Katholiken, der ich ja nun mal bin und bis zu meinem biologischen Tod zu bleiben beabsichtige. Das ändert aber nichts daran, dass sich mit Freud erklären lässt, warum so viele Menschen sich gerade in der Krise verlassen fühlen von der Kirche, der Synagoge, der Moschee oder dem Tempel. Gar regelrecht verraten! Denn augenscheinlich ist den Führern der jeweiligen Religion die Weisung des Staates wichtiger, als die jeweiligen Gebote, die Gottesdienste, das Ausleben des Glaubens in gleichgesinnter Gemeinschaft.

Gerade in Zeiten der Bedrängnis, der Furcht vor der Seuche, vor Arbeitsplatzverlust oder gar jenem der bürgerlichen Existenz zeigt sich die Bindekraft von Religion – ihr Zufluchtspotential – überdeutlich. Nicht nur bei denen, die regelmäßig Gottesdienste besuchen (den so genannten Praktizierenden). Nein, mit Blick auf schwere Krankheit und Tod sind es in diesen Zeiten oft die so genannten „Lauen“, die nur noch gewohnheitsmäßig Kirchensteuer Zahlenden, sogar ausgesprochene Leugner der Allmacht welchen Gottes auch immer. Sie spüren unterbewusst, wie wichtig Religion in Krisenzeiten ist. Allerdings eben nicht nur für das Individuum, sondern als Klebstoff. Als Kitt, der das Gemeinwesen zusammenhält. Wirklich zugestehen wollen Atheisten das aber selbstverständlich nicht; so tritt ihr unterunterbewusstes Erkennen heraus, in dem sie die Freiheit als oberstes Prinzip zur Begründung ihrer Forderungen einführen.

„Worte und Zauber waren ursprünglich ein

und dasselbe. Auch heute besitzt

das Wort eine starke magische Kraft.“

In dieser Krisenzeit sehen wir einmal mehr die Wirkmächtigkeit des Wortes. Um den richtigen Weg wird gerungen mit gewaltigen Kräften von jenen, die berufen sind und jenen, die sich für auserwählt halten. Zauberworte bestimmen die Debatte:

„Coronoia“, das magische Wort der radikalen Gegner der aktuellen Einschränkungen. Ein Wahn läge über den Regierenden, der sie dazu zwinge, die radikalen Entscheidungen zu treffen. Oder ihre Lust am Herrschen sei übermächtig, vergleichbar mit der Sexsucht, die eben auch rücksichtlos mit den Nächsten umgeht, um ihre Gier nach mehr zu befriedigen. Der Glaube an das Wahnhafte in den unsere Befriedigungsmöglichkeiten einschränkenden Akteuren macht viele anfällig für falsche Propheten jeglicher Coleur.

„Social distancing“ ist ein anderes dieser magischen Worte. Haltet Abstand voneinander, und alles wird gut. Es ist der Glaube an eben dieses „gut werden“, der so viele die geforderten Anstände freiwillig einhalten lässt; der den Sinn von Maskenpflicht nicht hinterfragt; der sich keine Gedanken darüber macht, warum es in Kaufhäusern mit 799 qm ungefährlicher sein soll als in Geschäften mit 801 qm.

Freiheit ist immer relativ

Das Wort, dem der größte Zauber innewohnt, ist allerdings „Freiheit“. Denn jedes Individuum, ja gar jede Materie, strebt scheinbar nach ihr: nach selbstbestimmter Bewegung. Unberücksichtigt lasse ich, dass letztendlich das Universum nach Bewegungslosigkeit, nach Ruhe strebt. Das ist hier ja kein Traktätchen zur Kernphysik. Also: Jede Bewegung ist Ausdrucks des Willens, sich den Gesetzen der Schwerkraft nach Belieben zu entziehen und nicht entsprechend der Weisung Dritter Bewegungen zu vollziehen und Akte zu setzen.

In unseren Zeiten wird dieses Zauberwort von allen Seiten missbraucht. Von der Regierung, die Freiheit bloß in Aussicht stellt, aber sie niemals vollständig gewähren kann, denn Gesetze schränken Freiheit immer ein. Strafen ebenso.

Die Regierungsgegner schüren Ängste: „Man will Euch die Kraft nehmen, die der Freiheit innewohnen. Ihr sollt entzaubert werden, zu Sklaven der Freiheitsdiebe. Corona ist Lüge, ist Panik, ist Werkzeug zum Erreichen eines Totalitarismus.“ Übersehen wird hier, dass jene, die so nach Freiheit rufen, am Ende der Geschichte an der Spitze Herrscher über die Freiheitsbewegten sein wollen. Denn wer manipulative Tools einsetzt, um Unzufriedenheit und Widerstand zu generieren, wird sich dieser Tools auch dann wieder bedienen, wenn – um in Deutschland zu bleiben, „das Regime Merkel hinweggefegt ist.“ Freiheit ist diesen Leuten immer nur die eigene Freiheit. Sie kennen keine Freunde, sie brauchen nur Steigbügelhalter.

„Auf die Dauer kann der Vernunft

und der Erfahrung nichts widerstehen.“

Aktuell sehe ich nur Unvernünftige. Auf der einen Seite die Regierenden, die heute ihr Geschwätz von gestern nicht mehr interessiert. Sie nennen das „Die Lage ist dynamisch.“ Sie könnten auch sagen „Wir betreiben ‚learning by doing‘, weil wir nicht die geringste Ahnung haben, was richtig und was falsch ist.“

Das spüren die Bürger selbstverständlich, die in der Mehrheit keineswegs so dumm sind, wie es sich manche Entscheider sich wünschen. Denn letztendlich ist es ja doch (trotz des überproportionalen Freiheitsgeschreis) klare Führung, was die meisten Bürger erwarten. Doch in diesen Tagen spüren viele, dass diese Führung nur ein mit Wasserfarben von zahlreichen Haltungsjournalisten prachtvoll gezeichnetes Pseudo-Ölgemälde ist.

Dies wiederum treibt viele an, jenen Vertrauen zu schenken, die das Virus und den Rest der Problemwelt mit einfachen Worten erklären zu können vorgeben und einfache Lösungen anbieten. Das ist der Grund, warum so vielen hauptberuflichen Zweiflern und Verschwörungstheoretikern Glauben geschenkt wird. Die Bevölkerung spürt die Verunsicherung ihrer Führung. Diese Verunsicherung greift über und so sucht man nach Heilsbringern, die sich als „vernünftig“ verkaufen oft aber Erfahrung nur suggerieren mit zahlreichen magischen Worten arbeiten.

Ich hoffe, dass dieser Zustand nur von kurzer Dauer sein wird und Vernunft bei den Bürgern (wieder) die Oberhand gewinnt, deren Abwesenheit es ja hauptsächlich ist, die Angst und Furcht auslöst.

Zum Ende – weil mir für diesen Artikel einfach kein guter Schluss einfallen mag – ein weiteres Wort des Psychoanalytikers Freud, das manchen Leser überraschen oder gar irritieren mag.

„Gewollte Vereinsamung

und Fernhaltung von den anderen

ist der nächstliegende Schutz

gegen das Leid, das einem

aus menschlichen Beziehungen

erwachsen kann.“

—–

(Original: https://philosophia-perennis.com/2020/04/23/corona-ein-ganzes-volk-auf-sigmund-freuds-couch/)

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*) Michael van Laack ist vielgelesener Kolumnist des Blogs „Philosophia Perennis“, den Dr. David Berger betreibt und mit dem conservo einen regelmäßigen Austausch pflegt.
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www.conservo.wordpress.com      24,0.2020

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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5 Antworten zu Corona: Ein ganzes Volk auf Sigmund Freuds Couch

  1. Berti schreibt:

    Bekanntlich pflegte der Sigi Ursachen des Verhaltens oft in sexueller Hinsicht zu interpretieren, daher glaube ich das er unser heutiges Verhalten schlicht als Masochismus bezeichnen würde…

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  2. uwe.roland.gross schreibt:

    Hat dies auf uwerolandgross rebloggt.

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  3. stephan schreibt:

    Aus Sicht des Freud-Schülers Wilhelm Reich ist Arbeit neben Liebe und Sexualität die wichtigste Funktion. Wenn die Arbeitsfunktion schwer gestört wird wie jetzt im Lockdown, führt das zu Problemen bei den anderen funktionen.
    Von Peter Nasselstein
    „Kapitalismus und die Funktion des Orgasmus (Teil 1)
    Im Abschnitt „Problem der ‚freiwilligen Arbeitsdisziplin’“ in Massenpsychologie des Faschismus setzt sich Reich eingehend mit der Wechselbeziehung von Arbeit und Sexualität auseinander:

    „Wir nennen die Beziehung eines Menschen zu seiner Arbeit, wenn sie ihm Freude macht, „libidinös“; die Beziehung zur Arbeit ist, da Arbeit und Sexualität (im engsten und weitesten Sinne) aufs engste miteinander verflochten sind, gleichzeitig eine Frage der Sexualökonomie der Menschenmassen; von der Art, wie die Menschenmassen ihre biologische Energie anwenden und befriedigen, hängt die Hygiene des Arbeitsprozesses ab. Arbeit und Sexualität entstammen der gleichen biologischen Energie. (Fischer TB, S. 263)“

    Weiter schreibt Reich:

    „Je befriedigender das Geschlechtsleben ist, desto voller und freudiger ist auch die Arbeitsleistung, wenn alle äußeren Bedingungen erfüllt sind. Die befriedigte Sexualenergie setzt sich spontan in Arbeitsinteresse und Drang nach Betätigung um. (S. 264)“

    Dies schließe, so Reich, jeden Kommandoton aus – aber, wie hinzuzufügen ist, eben auch jeden „Sozialismus“.

    „Die zwangsmoralisch bestimmte Struktur leistet die soziale Arbeit ohne innere Beteiligung unter dem Gebote eines ich-fremden Soll. Die sexualökonomisch gelenkte Struktur leistet die Arbeit im Einklang mit den sexuellen Interessen aus dem großen Reservoir der Lebensenergie heraus. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 139)“

    Dabei pendelt „die biologische Energie zwischen Arbeit und Liebesbetätigung hin und her. (…) Das Interesse ist jeweils eindeutig und konzentriert (…)“ (Funktion des Orgasmus, S. 140). Wird die biologische Pulsation in einem dieser beiden Bereiche gestört, hat das auch Auswirkungen auf den jeweils anderen Bereich. „Je befriedigender das Geschlechtsleben ist, desto voller und freudiger ist auch die Arbeitsleistung“ (Massenpsychologie des Faschismus, S. 264).

    Reich:

    „Die Gesetze der biologischen Energie, des Orgons, umfassen die Grundmechanismen der Arbeit sowohl wie der Sexualität und somit die emotionellen Kräfte innerhalb, außerhalb und zwischen den Menschen. (Menschen im Staat, Stroemfeld, S. 82)“

    Vor mehr als 30 Jahren hat ein gewisser Curtis Barnes (ein selbstständiger Handwerker) im Journal of Orgonomy eine grundlegende Arbeit über „funktionelle Ökonomie“ veröffentlicht. Es ist Barnes‘ Verdienst im Anschluß an Reichs Orgasmus-Forschung die bioenergetische Grundlage des Wirtschaftsgeschehens entsprechend der sexuellen Formel „Spannung-Ladung-Entladung-Entspannung“ offengelegt zu haben:

    „Arbeit entstammt bioenergetischer Spannung, die der Organismus als Gefühle von Sehnsucht, Verlangen oder Unbehagen erfährt; physische Arbeitstätigkeit folgt und schließlich ist Kontakt mit dem Arbeitsprodukt hergestellt, was ein Nachlassen der Spannung erzeugt, das als lustvolle Befriedigung empfunden wird.“

    Die individuelle Ökonomie der Arbeitsenergie verläuft also ähnlich wie die individuelle Sexualökonomie. Dergestalt macht, so Barnes,

    „das Erkennen der vitalen bioenergetischen Prozesse im Kern der Arbeitsfunktion eine direkte Anwendung orgonomischer Prinzipien bei der Untersuchung der Arbeit möglich. Gleichzeitig ermöglicht es ein besseres Verstehen des Platzes, den die Arbeit in der Gesellschaft einnimmt, in Bezug darauf, ob die Arbeiter/Arbeitsprodukt-Beziehung selbstgesteuert ist oder nicht.“

    Die Frage ist nun, wie man diese allgemeingehaltene Theorie in eine praktische Wirtschaftspolitik umsetzen kann. Und zwar im Sinne von Barnes‘ Aussage, daß das arbeitsdemokratische Netzwerk

    „ein funktionelles Ergebnis von lebendigen Menschen ist, die Arbeit und Austausch nutzen, um Freude und Lust in ihr Leben zu bringen. Die Frage ist nicht, wie man diesen Prozeß verändern oder kontrollieren kann, sondern wie man ihn verstehen und dadurch sich entfalten lassen und beschützen kann.“

    In einer freien Wirtschaft bestimmt die Konsumption von ganz allein die Produktion. Der Nachfrager beeinflußt, so Barnes,

    „durch die Äußerung seiner Vorlieben und seiner Wahl von Arbeitsprodukten und seinem Austausch (…) die Art und Weise in der Materialien, Zeit, Aufwand und Fähigkeit angewandt werden. Die Gesellschaft wird eine Sache der Zusammenarbeit und wechselseitigem, wohltuendem Kontakt. (…) Die Marktfunktion erlaubt die Überlagerung von Arbeitsfunktionen in einer Art, die tiefe Wahrheiten über die Natur, bioenergetisches Funktionieren und subjektive emotionelle Äußerungen widergibt.“

    https://nachrichtenbrief.com/2015/06/28/kapitalismus-und-die-funktion-des-orgasmus-teil%c2%a01/

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