DIE SEHNSUCHT NACH MONOKAUSALITÄT

(www.conservo.wordpress.com)

Von Dr. Wolfgang Caspart

„Unser heutiges Bildungswesen steht näher an der Apokalypse als an der Katastrophe…. Und weil das Abreißen immer leichter ist als das Aufbauen, diskutieren Politik, Journaille und ´moderne Pädagogik´ munter darauf los. Vor allem hat man es dabei gerne einfach. Man wünscht – mit Rücksicht auf das vermeintlich dumme Volk – Verringerung von Komplexität auf Monokausalität und Eindimensionalität…. Mitreden kann hier schließlich jeder, denn jeder hat einmal die Schule besucht oder kennt zumindest einen, die einen kennt, der in der Schule war. Andere aber, die in solchen Runden auf Realismus oder auch nur auf Differenzierung achten, stehen auf verlorenen Posten“ (Josef Kraus 2009, 1987 bis Juni 2017 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes).

Ideologiebildung

Damit ist das Problem erkannt, nämlich die weit verbreitete und immer mehr zunehmende Tendenz zu simplifizierenden und reduktionistischen Ideologien (Ideenlehren). Also zu Heuristiken (Erfindungen oder Entdeckungen, griech. heuriskein = finden), Hypothesen (Unterstellungen, Annahmen), Theorien (Anschauungen) und Utopien (Idealwerte), welche jede für sich alles aus einer vorgefassten Meinung zu „erklären“ suchen. Mit den Methoden der Übereinstimmungssuche (confirmation bias, Watson 1960), illusionären Korrelation (Relativierung oder gar Negierung abweichender Standpunkte, Chapman & Chapman 1967) und Nichtrepräsentativität (Kahneman & Tversky 1972) wird die jeweils eigene fixe Idee generalisiert und absolut gesetzt. Besonders pikant wird es, wenn ursprüngliche Aussagen nach dem Bekanntwerden des Ausganges eines Ereignisses durch den „Hindsight“-Effekt umbewertet werden (Fischhoff 1977). Solcherweise „beweisen“ Ideologen die scheinbare Stimmigkeit ihrer Postulate und den vermeintlichen Irrtum ihrer Gegner.

Aufgrund ihres jeweiligen Absolutheitsanspruches schließen so entwickelte Ideologien einander wechselseitig aus, sind nicht überhöhungsfähig und untereinander friedensunfähig. Sie sind alle gleich wahr und richtig, nämlich falsch und widersinnig, da übertrieben und einseitig. Zur Selbstbehauptung und Eigenlegitimation bilden sie umfangreiche Apologien (Verteidigungen) aus, sind ungesund, verfälschen das Bild ihrer Umwelt und werden neurotisch, wenn sie nicht schon selbst Ausdruck einer Neurose oder eines individuellen Traumas sind (Caspart 2007). Als terrible simplificateur (schrecklicher Vereinfacher) entschließt sich der Ideologe für „seine“ Ideologie im Grunde aus subjektiven Motiven, die jenseits der Objektivität korrekter empirischer Wissenschaften liegen, die aber für ihre ideologische Verbindlichkeit in Anspruch genommen werden (Schlette 1968). Auch opportunistische oder sogar betrügerische Absichten können die Ausbildung von Ideologien motivieren (Kurucz 1986).

Beispiele finden sich in der Ideengeschichte genug. Unter anderem ließe sich in jüngerer Zeit die klassisch liberale Nationalökonomie erwähnen, nach der eine „unsichtbare Hand“ den Egoismus der Individuen zum Allgemeinwohl umkehrt (Smith 1774). Nicht ganz unverwandt werden im Historischen Materialismus die Ökonomie und daraus die Produktionsverhältnisse zum Motor der Geschichte (Marx 1867). Sozialdarwinismus (Haeckel 1899) und Rassentheorien (Gobineau 1853-1855, Grant 1916, Günther 1935) wurden im Nationalsozialismus zum alles bestimmenden Faktor. In der Psychologie erklärt Freud (1930) das menschliche Verhalten aus seiner Triebstruktur, Adler (1912) aus dem organischen oder sozialen Status oder Jung (1942) aus den Archetypen (Urbildern oder Grundmustern).

WISSENSCHAFTSTHEORIE

Indem sich Ideologien auf erfahrungswissenschaftliche Erkenntnisse berufen, die sie dann generalisieren, verstoßen sie gegen die grundlegende Einsicht des Kritischen Rationalismus´, wonach empirische Feststellungen grundsätzlich nur vorläufig gültig sind, nämlich bis zu ihrer jederzeit möglichen Falsifizierung (Popper 1935). Sosehr sich Ideologien auch auf empirische Theorien berufen mögen, werden sie aufgrund ihrer inkorrekt Generalisierungen und Reduktionismen stets unwissenschaftlich. Überhaupt wäre es angebracht, sich zum Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit (Kant 1784) mit einigen wissenschaftstheoretischen Grundlagen zu befassen.

Jede Wissenschaft baut auf einem ihr vorangehenden Vorverständnis auf, auch die Naturwissenschaft (Gadamer 1960). Ihre Axiome oder Grundsätze (neben der Logik noch Beobachtbarkeit, Wiederholbarkeit, Messbarkeit und Experimentierbarkeit der Objekte) kommen nämlich nicht unmittelbar in der Natur oder der Materie selber vor, sondern werden durch die hermeneutische (sinnverstehende) Beschäftigung mit den Erkenntnismöglichkeiten des Beobachtbaren heuristisch gefunden. Erst wenn den Gegenständen in einer Haltung liebender und einfühlender Zuwendung ein Sinngehalt verliehen wird, ist Verstehen möglich,. Es geht in der Hermeneutik (nach Hermes, dem griechischen Götterboten) darum, etwas in seinem Sinngehalt und Wesen zu erkennen und psychologisch zu erklären (Diltey 1907). Jede Erkenntnis, auch die naturwissenschaftliche, findet immer erst in einem „hermeneutischen Zirkel“ zu einem ganzheitlichen Sinnzusammenhang. Schließlich enthalten alle naturwissenschaftlichen Theorien und Gesetze menschliche Auslegungen (meist linguistischer Art), wogegen sich „Natur“ und „Materie“ selbst interpretationsfrei und nonverbal verhalten.

Differenziertheit

Die Naturwissenschaften waren nicht nur immer schon in ihren Anfangsgründen transzendental (über den reinen Gegenstand hinausgreifend, vor aller Erfahrung liegend) bestimmt (Kant 1786), sondern sind es mittlerweile sogar in ihren empirischen Ergebnissen durch Relativitätstheorien, Unschärferelation, Gestaltpsychologie, Unvollständigkeitstheorem, Systemtheorie, Konstruktivismus, Chaosphysik, Selbstorganisation (Autopoiese) und Synergetik so geworden (Caspart 1991, S. 26-71). Heute erscheint die physische Welt nicht mehr wie eine überdimensionale Maschine, sondern eher wie ein großer Gedanke (Capra 1983). Die Metaphysik (wörtlich „was über die Physik hinaus- oder ihr vorangeht“) bestimmte immer schon die Physik und ihre Tendenzen (Dilthey 1911), vor allem durch ihre Axiome. Metaphysik und Physik widersprechen einander nicht (Schrödinger 1959, Heisenberg 1979, Dürr 1986 oder Capra und Steindl-Rast 1991).

Kein System ist in sich geschlossen, sondern jedes bedarf einer entelechetischen Voraussetzung (Gödel 1931), wobei Entelechie meint, dass jedem Gegenstand ein übergreifender, ganzheitlicher und „höherer“ Zweck innewohnt. Aus der Falle der sehnsuchtsvollen Suche nach einer simplifizierenden Monokausalität hilft ein Blick auf die Synergetik mit ihren beiden Arten von Parametern (Einflussgrößen), den äußeren Kontrollparametern und inneren Ordnungsparametern (Haken 1982 und 1983). Unverzichtbar ist, die tatsächliche Mehrdimensionalität der menschlichen Erkenntnis einzusehen (Wilber 1977). Die nötige Differenzierung verkompliziert nicht die Einsicht in die Weltgegebenheiten, sondern verschiebt nur den Akzent vom Materialismus auf den Idealismus.

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Literaturnachweis
Alfred ADLER: Über den nervösen Charakter. Grundzüge einer vergleichenden Individualpsychologie und Psychotherapie. Zuerst 1912. Ungekürzte Ausgabe mit einer Einführung von Wolfgang Metzger: Fischer-Taschenbuch-Verlag (Fischer-Taschenbücher 6174), Frankfurt am Main  1976.
Fritjof CAPRA: Wendezeit. Bausteine für ein neues Weltbild. Zuerst 1983. Aus dem Amerikanischen von Erwin SCHUHMACHER. Überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Scherz Verlag, Bern 1986.
Fritjof CAPRA und David STEINDL-RAST: Wendezeit im Christentum. Perspektiven für eine aufgeklärte Theologie. Aus dem Amerikanischen von Erwin SCHUHMACHER. Scherz Verlag, Bern 1991.
Wolfgang Caspart: Idealistische Sozialphilosophie. Ihre Ansätze, Kritiken und Folgerungen. Universitas Verlag, München 1991.
Wolfgang Caspart: Psychologie und Menschenrechte: Ideologiebildung als induzierte, noogene Reduktionsneurose. In: Erwin Riefler (Herausgeber): Popper und die Menschenrechte. Peter Lang Verlag, Frankfurt a.M. 2007, S. 29-39.
Lauren J. Chapman & J.P. Chapman (1967): Genesis of popular but erroneous psychodiagnostic observations. Journal of Abnor­mal Psychology, 71, S 193-204.
Wilhelm DILTHEY: Das Wesen der Philosophie. Zuerst 1907. Mit einer Einleitung herausgegeben von Otto Poeggeler.  Felix Meiner Verlag, Hamburg 1984 (Philosophische Bibliothek 370).
Wilhelm DILTHEY: Der Typus der Weltanschauung und ihre Ausbildung in den metaphysischen Systemen. Zuerst 1911. Gesammelte Schriften, Band 8, Weltanschauungslehre, Abhandlungen zur Philosophie der Philosophie. Verlag Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2006.
Baruch Fischhoff (1977): Hindsight is not foresight: the effect of out­come knowledge on judgment under uncertainty. Journal of Experimental Psychology, 3, S 552-564.
Sigmund FREUD: Das Unbehagen in der Kultur. Zuerst 1930. Hrsg. von Lothar Bayer und Kerstin Krone-Bayer. Verlag  Reclam (Reclams Universal-Bibliothek 18697), Stuttgart  2010.
Hans-Georg GADAMER: Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik. Zuerst 1960. Unveränderter Nachdruck der 3. erweiterten Auflage. Verlag J.C.B. Mohr, Tübingen 1975.
Joseph Arthur Comte de GOBIBEAU: Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen (Zuerst 1853-1855: Essai sur l’inégalité des races humaines). 4 Bände. Deutsch von Ludwig Schemann, 5. Auflage, Fommann Verlag, Stuttgart 1939/40.
Kurt GÖDEL: Über formal unentscheidbare Sätze der Principia Mathematica und verwandter Systeme I. in: Monatshefte für Mathematik und Physik 38 (1931), S. 173 ff.
Madison Grant: Der Untergang der großen Rasse. Die Rassen als Grundlage der Geschichte Europas. (Zuerst 1916: The Passing of the Great Race or the Racial Basis of European History). Verlag Julius Friedrich Lehmann, München 1925
Hans Friedrich Karl GÜNTHER: Herkunft und Rassengeschichte der Germanen. J.F. Lehmann Verlag, München 1935.
Ernst HAECKEL: Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über Monistische Philosophie. Zuerst 1899. Nachdruck der 11. Auflage, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1984.
Hermann HAKEN: Synergetik. Eine Einführung. Übersetzt von Arne WUNDERLIN. Springer Verlag, Berlin 1982.
Hermann HAKEN: Advanced Synergetics (deutsch „Fortgeschrittene Synergetik“). Springer Verlag, Berlin 1983.
Werner HEISENBERG: Quantentheorie und Philosophie. Vorlesungen und Aufsätze. Herausgegeben von Jürgen BUSCHE. Verlag Philipp Reclam, Stuttgart 1979 (Universal-Bibliothek 9948).
Carl Gustav JUNG: Über die Psychologie des Unbewußten. Zuerst 1942 (veränderte Fassung von: Die Psychologie der unbewusste Prozesse 1917). Ungekürzte Ausgabe, Fischer Taschenbuch-Verlag (Fischer Taschenbücher 6299), Frankfurt am Main 1975.
Daniel Kahneman & Amos Tversky (1972): Subjective probability: A judgment of representiveness. Cognitive Psychology, 3, S 430-454.
Immanuel KANT: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung. Zuerst 1784. Gesammelte Schriften, Akademie-Ausgabe, Band VIII. Verlag Reimer, Berlin 1912. Reprint Verlag de Gruyter, Berlin 1968.
Immanuel KANT: Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft. Zuerst 1786. Gesammelte Schriften (Akademie-Ausgabe), Band IV. Verlag Reimer, Berlin 1903. Reprint Verlag de Gruyter, Berlin 1968.
Josef Kraus: Ist die Bildung noch zu retten? – Eine Streitschrift. Herbig Verlag München 2009.
Jenoe KURUCZ: Ideologie, Betrug und naturwissenschaftliche Erkenntnis. Saarländische Beiträge zur Soziologie 6, Saarbrücken 1986.
Karl MARX (1977): Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Zuerst 1867. In: Karl MARX und Friedrich ENGELS, Werke. Band XXIII/XXIV. Herausgegeben vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Berlin.
Sir Karl Raimund Popper: Logik der Forschung. Zuerst 1935. 8., weiter verbesserte und vermehrte Auflage. Mohr Verlag, Tübingen 1984.
Heinz Robert SCHLETTE: Philosophie-Theologie-Ideologie. Erläuterung der Differenzen. Bachem Verlag, Köln 1968.
Erwin SCHRÖDINGER: Geist und Materie. Verlag Vieweg, Braunschweig 1959.
Adam SMITH: An Enquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (Dt. „Eine Untersuchung über Natur und Ursachen des Wohlstandes der Nationen“, zuerst 1776). Deutsch von Horst Claus RECKTENWALD. Verlag C.H. Beck, München 1974.
P.C. Watson (1960): On the failure to eliminate hypotheses in a conceptual task. Quarterly Journal of Experimental Psycho­logy, 12, S 129-140.
Ken WILBER: Das Spektrum des Bewußtseins. Ein metapsychologisches Modell des Bewußtseins und der Disziplinen, die es erforschen. Zuerst 1977: The Spectrum of Consciousness. Aus dem Amerikanischen von Jochen EGGERT. Scherz Verlag, Bern 1987. (In: Soziologie heute, Heft 17, 6/2011, S. 20-21)
www.conservo.wordpress.com    15.07.2020

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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5 Antworten zu DIE SEHNSUCHT NACH MONOKAUSALITÄT

  1. alphachamber schreibt:

    Wieder ein wichtiger, guter Eintrag.
    Wir hatten das Beschrieben, als das Verlernen des konzeptuellen Denkens. (Ein bekannter Autor aus Braunau hatte das Bildungsproblem in seinem opus magnum perfekt beschrieben. Den Text koennen wir gerne liefern, wenns interessiert.)
    Vielleicht erstmal ein wenig „comic relief“ zum Thema:|
    https://huaxinghui.wordpress.com/2019/03/13/morituri-te-salutant/
    Alles laeuft nach Programm. 2+2 = 3, fuer ALLE, bis der kleine Achmed aufgeholt hat…

    Gefällt 2 Personen

    • Mona Lisa schreibt:

      … bis der kleine Achmed aufgeholt hat, sind unsere Kinder zwangsverblödet und dann gibts nix mehr zum aufholen.
      Unser Land war nie eine Lehranstalt für Schwachsinnige.
      Minderbegabte wurde immer schon gesondert und nach ihren Möglichkeiten unterrichtet.
      Das hatte sich bewährt und kam allen zugute.
      Die Inklusion und Integration Schwachsinniger in unsere Regelklassen tut weder den einen noch den anderen gut. Und die Inzuchtgeplagten Kinder anderer Völker sind nicht unsere Baustelle !

      Gefällt 4 Personen

  2. luisman schreibt:

    Hat dies auf Nicht-Linke Blogs rebloggt.

    Liken

  3. ceterum_censeo schreibt:

    Von Natur aus böse
    Was uns der „weiße Mann“ alles eingebrockt hat, und wie wir ihn zur Strecke bringen

    https://paz.de/bilder/artikel/2020/07/PAZ28_24_Kari.jpg?780×650-prop

    Was uns der „weiße Mann“ alles eingebrockt hat, und wie wir ihn zur Strecke bringen
    Hans Heckel 11.07.2020

    Interessant: Während in den westlichen Demokratien junge Aktivisten pöbelnd, randalierend und plündernd durch die Städte toben, um das Erbe und Ansehen des „weißen Mannes“ zu zerstören, setzen in der größten Diktatur der Weltgeschichte junge Demonstranten ihre Freiheit, ihre Gesundheit und letztlich ihr Leben aufs Spiel, um die Reste eben dieses Erbes zu retten. Denn genau darum geht es in Hongkong: Zwar stammte die Idee „Ein Land, zwei Systeme“ von Deng Xiaoping. Doch es war die britische Kolonialmacht, die es zur Bedingung für ihren Abzug 1997 machte, dass die einstige Kronkolonie nach der Übergabe an China entscheidende demokratische Sonderrechte für 50 Jahre behält. Seit Jahren arbeitet die Führung der Volksrepublik daran, diese Rechte zu zertrümmern. 

    Da können wir sehen, wie eng die Welt zusammengewachsen ist. Chinas kommunistische Führung und die „Black Lives Matter“-Demonstranten verfolgen tatsächlich das gleiche Ziel, den Abriss all dessen, was „weiße Männer“ (und Frauen) in Jahrhunderten unter Mühen und Rückschlägen errichtet haben. 

    Die linken Kräfte haben dabei auch die gleichen Verbündeten, nämlich das ganz große Geld. Chinas Großkonzerne sind schon seit ihrer Entstehung aufs Innigste mit der Kommunistischen Partei verklumpt – sonst wären sie ja auch nie „groß“ geworden. Im Westen wirft sich ein Milliarden-Unternehmen nach dem anderen „Black Lives Matter“ (BLM) zu Füßen und verspricht, den Forderungen der Bewegung so gut es geht nachzukommen. Außerdem erfreuen sich zahlreiche Gruppierungen im Lager der BLM-Aktivisten der großzügigen Unterstützung von Milliardärs-Stiftungen aus der George-Soros-Liga. Kurz gesagt: Die „Macht“ ist mit ihnen, und zwar auf beiden Seiten des Planeten. 

    Die Mächtigen haben ja auch allen Grund, auf die „weißen Männer“ sauer zu sein. Diese Typen waren es doch, die sich im 18. und 19. Jahrhundert zu „Nationen“ zusammengerottet haben, um demokratische Rechte einzufordern und ihrer Obrigkeit so richtig einzuheizen, bis hin zur Revolution! In anders geprägten Kulturen blieb den Oberen das erspart. Dort löste höchstens mal ein Tyrann den anderen ab. Das Volk wurde höchstens vor den Karren gespannt beim Umsturz, um danach von anderen Häuptern weitergeknechtet zu werden. In den meisten afrikanischen Ländern läuft das heute noch so. Unter den kulturell nicht europäisch geprägten Ländern sind nur jene demokratisch geworden, die das politische Modell des „weißen Mannes“ übernommen haben, wie etwa Japan, Taiwan oder Indien. 

    Wollen wir diesen Spuk von Freiheit, Demokratie und Recht endlich wieder loswerden, müssen wir an die Wurzel allen Übels heran, den „weißen Mann“ selbst. Ihn gilt es, als Geißel der Menschheit zu entlarven und unschädlich zu machen. Ziel ist es, dass mit ihm auch sein ganzes aufklärerisches Gerümpel denunziert und ausgemerzt wird. 

    Spalte und herrsche lautet das Rezept. Also hetze man beispielsweise die außereuropäischen Einwanderer und deren Nachkommen (beziehungsweise in den USA: die Nachkommen der Verschleppten) gegen die Weißen auf und enthülle deren Errungenschaften als verbrecherisch. Zudem treibe man die weiße Gemeinschaft auseinander. Aus „Nationen“ müssen lauter konkurrierende Gruppen mit eigenen „Identitäten“ werden, die misstrauisch um (am besten geldwerte) Vorteile miteinander ringen. 

    Wer übrig bleibt, wird mit Schuldgefühlen vollgepumpt oder mit Drohungen, Verboten und Strafen unter die Knute gezwungen. Dabei muss die ideologische Kontrolle bis in den letzten Winkel der Gesellschaft vordringen, kein Bereich des Lebens darf sich der Aufsicht entziehen dürfen. 
    An dieser Stelle wird das bereits vorbildlich geleistet: Als bundesweit erste staatliche Filmförderungsgesellschaft hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) eine „verpflichtende Checkliste rund um das Thema Diversität entwickelt“, berichtet der Deutschlandfunk. 
    FFHSH-Sprecherin Claudia Hartmann sagte dem Sender, man wolle so „verstehen, warum Regisseure ihre Rollen mit bestimmten Schauspielern und Schauspielerinnen besetzen und den Stoff auf eine bestimmte Weise entwickelt“ hätten. FFHSH-Geschäftsführer Helge Albers wird noch etwas konkreter: Man wolle in erster Linie die Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure „sensibilisieren“, damit sie eine „vielfältige, multikulturelle Gesellschaft“ auf die Leinwand bringen. Es solle mehr „Vielfalt“ gefilmt werden. Und es sei an der Zeit, dass die Filmemacher von nun an Stellung zu den Themen, Rollen und Besetzungen ihres Films beziehen. Mit anderen Worten: Die Zensoren lassen kein Detail mehr unausgeleuchtet, vom ersten Manuskriptblatt bis zur letzten Klappe am Drehort wird alles auf seine politische Stromlinienform hin geprüft. 

    Ja, aber was machen wir, wenn Filmemacher ganz frech auf staatliche Zuschüsse verzichten und frei finanziert so „unsensibel“ drauflos drehen, wie es ihnen passt? Da muss dann eben eine „freiwillige Selbstverpflichtung der Filmwirtschaft“ her, damit auch von privater Seite kein Rubel mehr rollt und keine Technik mehr zur Verfügung gestellt wird für politisch abweichende Produktionen. Oder gibt es diese Verpflichtung schon? 

    Egal, wer dann noch immer widerspenstig bleibt, dem müssen wir mit „Signalen des Widerstands“ (also Randale und Publikumsbeschimpfung vor den Kinos), Druck auf Kinobetreiber und schließlich mit Verboten zu Leibe rücken. Damit hört auch das dumme Gequatsche auf, wir schlitterten in eine „DDR 2.0″ hinein. Die albernen Ziffern mit dem Punkt dazwischen können wir dann nämlich getrost weglassen, um unsere Gegenwart zu beschreiben. 

    Was sich bei der Filmförderung bewährt, kann getrost auf Zeitungen ausgeweitet werden. 200 Millionen Euro sollen an bestimmte Zeitungsverlage direkt über die Presseförderung gezahlt werden, um die „Vielfalt der Medien“ zu erhalten. Das hat Schwarz-Rot gerade beschlossen. Immer mehr Journalisten können da auf den Geschmack zahlender Leser pfeifen, denn die benötigten sie ja nicht mehr, der Steuerzahler bezahlt sie sowieso. 

    Das Kalkül: Nach und nach werden sich die Schreiber an die Staatsknete gewöhnen, bis sie nicht mehr ohne sie können. Dann kann man die Falle zuschnappen lassen und strenge Bedingungen nachschieben wie jetzt bei der Filmförderung im hohen Norden. 
    Das Modell könnten wir Schritt für Schritt auf andere Berufsgruppen ausweiten. Irgendwann hängen alle an der Angel der Macht und unser Land wird erblühen in gleichgeschalteter Vielfalt und Antifaschismus. 

    Allerdings müssen wir wachsam bleiben: Die Jahrhunderte haben gelehrt, dass die Völker Europas (und ihre Nachkommen in Übersee) tückische Rudel sind. Eben noch lassen sie sich völlig vertrottelt in die Falle locken und beugen demutsvoll ihr Knie, ja, beschimpfen sogar sich selbst, und dann plötzlich heben sie den Kopf und jagen die Despoten zur Tür hinaus. Diese Kreaturen sind und bleiben von Natur aus böse.

    – Dank an Hans Heckel, PAZ –

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