Ergänzender Artikel zum Fronleichnamsfest

Fronleichnam: Die Liebe über die Straßen und Felder tragen

Fronleichnamsprozession im südfranzösischen Nizza – wenige Wochen vor dem LKW-Massaker an der Strandpromenade (Dr. David Berger ist der hintere Baldachinträger rechts)

Der Fronleichnamstag als Provokation für Nicht-Katholiken, als Tag öffentlich bezeugter christlicher Liebe und als Tag des Widerstandes gegen totalitäre Regime und Ideologien. Ein Gastbeitrag von Adam Elnakhal

Wer Glück mit seinem Bundesland oder Kanton hat oder in Österreich und Liechtenstein lebt, der darf heute ausschlafen, sofern er doch nicht bei der Feuerwehr, Polizei, im Gesundheitswesen oder im Gastgewerbe die Steuern erwirtschaften muss. Über 60 Prozent der Deutschen leben in einem Bundesland, in dem heute gesetzlicher Feiertag ist. „Happy Kadaver“ sagt die Jugend; die Älteren präferieren die alte Bezeichnung „Fronleichnam“. Während in den protestantisch geprägten niederdeutschen Küstenländern, wie Niedersachsen, und weiten Teilen Mitteldeutschlands heute ein normaler Werktag ist, wird von Rheine in Westfalen bis Schönau am Königssee und in den sorbischen Gemeinden in Sachsen zelebriert und prozessiert.

Seit 1264 begeht die katholische Kirche das von Juliana von Lüttich geschaffene Hochfest des Leibes und Blutes Christi.

Es entwickelten sich prächtige Prozessionen auf denen der ‚Leib Christi‘ (und damit die Liebe Gottes) über die aufwendig dekorierte Flur getragen wird. Das ist letztlich der Sinn von Fronleichnam: Es geht nicht um den „Happy Kadaver“ sondern es geht darum eine öffentliche Liebesbekundung abzulegen – eine Liebeserklärung an die Liebe. Es ist die Liebe, die Gott durch seine Menschwerdung, Kreuzigung und Auferstehung zu den Menschen bringen will.

Wobei das mit dem Happy Kadaver auch nicht falsch ist: Christus ist auferstanden von den Toten. Er hat den Tod und das Böse besiegt. Somit ist Christus im besten Sinne ein Happy Kadaver.

Das ‚Fron‘ von der Wortbedeutung ist übrigens nicht mit ‚froh‘, sondern mit dem mittelhochdeutschen ‚vrôn‘ (mhd. ‚Herrn‘, weltlich bzw. geistlich) gleichzusetzen. Fronleichnam ist Frondienst.

Bundesarchiv_Bild_102-06039,_Berlin,_Fronleichnam-ProzessionUnd Fronleichnam war und ist oft auch ein politisches Statement gegen totalitäre Staatsysteme. In Deutschland waren die Fronleichnamsprozessionen ein Zeichen der Kirchenbindung als die Hakenkreuzflaggen die öffentlichen und privaten Gebäude mit der NSDAP-Pest vergifteten. Mit den weißgelben Kirchenfahnen wurde das Gegengewicht zu Hitlers Terror demonstriert. Auch die nicht-katholischen Gauleiter mussten die Prozessionen dulden. Später in der DDR musste die Stasi im Eichsfeld hilflos mit ansehen wie die Katholiken dort am zweiten Donnerstag nach Pfingsten die Kirchenbank und nicht die Werk- oder Schulbank drückten. Unbeeindruckt von den SED-Parolen auf Bannern zwischen den Hauswänden prozessierte und protestierte ein ganzer Landstrich. Als Belohnung für die Treue der Eichsfelder zum katholischen Glauben stattete Papst Benedikt XVI. dem nordwestlichsten Landkreis Thüringens im Rahmen seiner Deutschlandreise im September 2011 ein Besuch ab.

Im 21. Jahrhundert, in dem auch in einst katholisch geprägten, idyllischen Landstrichen die Teilnahme an einer Fronleichnamsprozession keineswegs mehr selbstverständlich ist, in dem das Christentum aus dem deutschsprachigen Raum schwindet und der Islam deutlich wächst und in dem die Spätfolgen der 68er und 50 Jahre Linksrutsch ihre unheilvollen Spuren hinterlassen, wirkt die jahrhundertealte Fronleichnamstradition als Anker der Rückbesinnung und kleiner Hoffnungsschimmer im Schrecken, der sich hier und anderswo vollzieht.

Während im Iran, in Pakistan, Saudi-Arabien, Katar, und zahlreichen anderen islamischen Staaten eine Fronleichnamsprozession undenkbar ist, kann man vor allem im süddeutschen Raum noch die schönen Blumenteppiche und dekorierten Wegaltäre bewundern, während das Allerheiligste über die Flur getragen wird.

Wer weiß schon wie lange in einschlägigen Stadtbezirken westdeutscher Großstädte noch eine öffentliche Prozession möglich sein wird?

Wer weiß schon wie lange den westlichen und südlichen Bundesländern der gesetzliche Feiertag noch erhalten bleiben wird, bevor auch er dem Zeitgeist geopfert wird?
Wenn selbst im einst erzkatholischen Freistaat Bayern der katholische Bevölkerungsanteil aktuell unter die 50-Prozent-Marke fällt, dann wird es auch zunehmend schwieriger für den Erhalt des traditionsreichen Feiertages zu argumentieren.

Das Christentum in Deutschland kämpft momentan an allen Fronten. Zwischen dem wachsenden Atheismus und der Islamisierung zerfließt es in die Bedeutungslosigkeit und zermahlt sich durch Eigenverleugnung und tagespolitisierende Kleriker selbst.

Während sich die EKD auf dem diesjährigen Kirchentag endgültig als der 17. Landesverband (bzw. 2. Bundesverband) der Bündnisgrünen offenbart hat, setzt die katholische Kirche immer wieder zum Manöver auf die linke Überholspur an.

Einem katholischen Bischof, der auf islamischen Wunsch hin in Jerusalem das Kreuz versteckt, kann man nicht mehr in Gänze ernst nehmen, wenn er in München den Glauben an die Öffentlichkeit bringen will.

Fronleichnam ist nicht mehr nur eine Provokation für die nicht-katholische Nachbarschaft. Inzwischen, so scheint es, ist Fronleichnam eine Provokation für die Kirche und manchen Linkskatholiken selbst.

In diesem Sinne:

Einen schönen Feiertag nach Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und in das Saarland sowie in die sorbischen Oberlausitz und in das thüringische Eichsfeld! Ebenso einen schönen Feiertag nach Österreich und Liechtenstein und in die katholisch geprägten Kantone der Schweiz!

Einen schönen Donnerstag nach Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie in die protestantische Schweiz! (Trost: Das Wochenende ist nicht mehr ganz so weit.)

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conservo sagt herzlichen Dank an Adam Elnakhal für sein mutiges Bekenntnis und die zusätzliche  Information! (Quelle: https://philosophia-perennis.com/2017/06/15/fronleichnam-2017/)

http://www.conservo.wordpress.com

Über conservo

ÜBER MICH, CONSERVO Liebe Leser, dieser Blog ist ein besonderer Blog. Er wurde 2010 von Peter Helmes gegründet, und ich führe ihn seit dem 1.11.2020 in seinem Sinne fort. Dieser Blog ist konservativ, er ist christlich, und er ist abendländisch. Allein das macht ihn in den diesen unruhigen Zeiten zu einem Exoten. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12) Heute steht alles auf dem Kopf. Was früher noch galt, gilt heute nicht mehr. Grenzen wurden aufgehoben, Geschlechter abgeschafft, die traditionelle Familie ist unter Dauerbeschuss, wer am meisten Minderheitenmerkmale auf sich vereint, darf – zumindest in Deutschland – fordern, was er will. Das Christentum steht weltweit mit dem Rücken zur Wand. Lau sind sie geworden – die Christen hier im Lande, aber auch die orientalischen Christen, die sich nach der Flucht aus dem Orient hier ein neues Leben aufbauen konnten, und dennoch angesichts der Islamisierung schweigen. Finanzstarke und einflussreiche Interessengruppen unter Klaus Schwab, Bill Gates, George Soros u.v.m. setzen weltweit den Great Reset mit seiner neofeudalistischen Ökodiktatur mittels Massenmigration, Globalisierung, Plandemien und mit Hilfe gekaufter Politiker, Journalisten und „Sozialen“ Medien gegen die Interessen der Völker mit nie gekannter Brutalität durch. Die geistige und seelische Not der Menschen steigert sich tagtäglich inmitten dieser finsteren Zeit. Gerade westliche Menschen scheinen jeglichen Halt, Glauben und ihre natürliche Wehrhaftigkeit verloren zu haben. Jeder wird im Leben auf seinen Platz gestellt. Jedes Volk hat sein Schicksal und muss es in seinem eigenen Land bewältigen. Migration und der entgrenzte Einheitsmensch sind nicht unsere Bestimmung. Dennoch wird erneut versucht, dem Menschen als freiem und göttlichem Wesen unter Tarnworten wie „Solidarität“, „Vielfalt“ und „Humanität“ die teuflische Gleichheitslehre des Kommunismus aufzuerlegen. Dies ist wider die Natur und wider jedes menschliche und göttliche Gesetz. „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.“ (Luk, 1 - 3) Dank Peter Helmes analysieren langjährige, hervorragende Kolumnisten, basierend auf christlichen Werten, in aller Klarheit das heutige Tohuwabohu aus verschiedensten Blickwinkeln: Die Geißel der Globalisierung, geostrategische Interessen, die Massenmigration und importierte Gewalt, das Versagen der Politiker und der Verlust unserer Werte, Kultur und Heimat. Die Kolumnen wie auch die Diskussionen sind offen, respektvoll und tabufrei; denn nur so kann man die drängenden Themen der Zeit in der Tiefe analysieren, Machtstrukturen herausarbeiten und Roß und Reiter benennen. Nur so können wir uns auf uns selbst und unsere Stärken rückbesinnen und Deutschland, unsere Heimat, verteidigen. „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh, 32 – 33) Nochmal: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sind unsere westlichen Wurzeln, Werte und unser Glauben nötiger denn je. Sie geben uns den Rückhalt, um aufzustehen und zu sagen: „Nein. Bis hierher und nicht weiter. Es ist jetzt genug!“ Wie schon Peter, lade ich Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren und zu kritisieren. Eine kleine Regel muss ich leider einbauen. Unterschiedliche Ansichten können durchaus in aller Härte debattiert werden. 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3 Antworten zu Ergänzender Artikel zum Fronleichnamsfest

  1. francomacorisano schreibt:

    Im Ramadan auf Moslems Rücksicht nehmen, aber Fronleichnam peinlich finden!?!
    So ticken Vaterlandsverräter!

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  2. Runenkrieger11 schreibt:

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  3. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Ein hervorragender Beitrag von einem (überwiegend) hervorragenden Blog an einem Feiertag mit (bei uns) hervorragendem Wetter. Passt also alles. 😉

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