Argumentationshilfe Folge V., „Todsünde“: Verzicht auf Nuklearenergie“

(www.conservo.wordpress.com)

Von Dieter Farwick, BrigGen a.D und Publizist

„Das war’s !“ soll der Kommentar von der Bundeskanzlerin gewesen sein, nachdem sie die Bilder des Unfalls in Fukushima am 11.März 2011 im Fernsehen gesehen hatte. Die vor der Tür stehenden Wahlen in Baden-Württemberg am 27. März setzten die Parteivorsitzende offensichtlich unter Druck.

In der Hektik übersah sie, dass sie noch kurze Zeit davor verlängerte Laufzeiten für Atomkraftwerke durchgesetzt hatte. Sie übersah auch, dass keine Atomschmelze die Ursache war, sondern der riesige Tsunami, der das Kraftwerk überschwemmt und einen Reaktor zerstört hatte. Es gab keinen einzigen Toten durch nuklearen Fall-out. Sie übersah auch, dass den sicheren deutschen Kraftwerken an Elbe, Isar, Neckar und Rhein kein Tsunami droht. Sie vergaß auch, dass Deutschland Teil des europäischen Energieverbundes ist, den sie mit ihrer nationalen überhasteten Entscheidung gefährdet. Alle Staaten – inkl. Japan – die Atomkraftwerke betreiben, haben die Nutzung der Nuklearenergie nicht – wie Merkel – beendet, sondern sie sogar ausgebaut und – versorgen Deutschland mit ihrem Atomstrom in Spitzenzeiten.

Für eine Naturwissenschaftlerin eine nicht nachvollziehbare Bauchentscheidung.Ironie des Schicksals: Die CDU wurde zwar stärkste Partei, aber musste die Regierungsgeschäfte einer Koalition von Grün-Rot überlassen.

Folgen:

–          Die Entscheidung, alle Atomkraftwerke bis 2022 zu schließen, trafen die Betreiber unvorbereitet. (Ihre Klagen wegen des eingetretenen Verlustes am Kapitalmarkt waren mittlerweile erfolgreich. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Bund den großen Energieunternehmen Milliarden Schadenersatz zahlen muss)

–          In der kurzen verbleibenden Zeit konnten sie nicht einfach einen Schalter betätigen, um auf alternative Energiequellen umzuschalten. In Tagen verloren sie und ihre Aktionäre Milliarden Euro. Unternehmerisches Risiko? Eine zynische Erklärung. Investitionen werden getätigt, wenn man Vertrauen in eine vermutlich stabile Zukunft hat.

–          Der überhastete Wechsel zu alternativen Energiequellen dauert noch an und hat höhere Kosten beim Bau der alternativen Energiequellen verursacht– auch durch den zwischen Ländern und Bund unkoordinierten Bau von Produktionsstätten und – noch schlimmer – durch den verzögerten Bau der Stromtrassen von den Produktionsstätten im Norden Deutschlands zu den Verbrauchern im Süden.

–          Die Strompreise liegen in Deutschland bei 26 Prozent über dem EU Niveau. Für energieintensive Betriebe eine große Belastung, aber auch für die unschuldigen privaten Verbraucher.

–          Die für zwanzig Jahre Garantie festgelegten Prämien – z.B. für die Installation von Solarenergiepanelen – war der falsche Anreiz für die ineffizenteste alternative Energie.

–          Es ist erstaunlich, wie wenig Solaranlagen man in anderen Ländern sieht, die bekanntlich mehr Sonnenstunden im Jahr haben als Deutschland.

–          Zum Zeitpunkt der Entscheidung gab es in Deutschland den Konsens, dass die Nulearenergie eine „Übergangstechnologie“ ist. Ein Zurückfahren Zug um Zug im Einklang mit den alternativen Energiequellen wäre politisch kein besonderes Problem geworden, wenn sich die Kanzlerin mit ihrer damals noch vorhandenen Autorität selbst eingesetzt hätte, aber ein solcher Politikstil im Kampf um Meinungsführerschaft und Gefolgschaft ist ihr fremd. Sie sitzt die Sache lieber aus.

–          Durch den tiefen Eingriff in den europäischen Energieverbund ist die Versorgungssicherheit in Deutschland in Spitzenzeiten in Gefahr und teuer, da Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

–          Durch den Verzicht auf AKW, die keinerlei Treibhausgase erzeugen, müssen verstärkt Kohlekraftwerke – auch als Reserve – genutzt werden. Damit werden die Klimaschutzziele verfehlt, da die CO2 Emissionen weiter steigen, zumal die Braunkohle ein „dreckiger“ Energieträger ist.

–          Es war Merkel, die damals die ehrgeizigen Klimaschutzziele beschlossen hat. Diese Tatsache wird verschwiegen.

–          Die „Globaltemperatur“ steigt seit 16 Jahren nicht mehr, eine Abkühlung ist nicht auszuschließen.

Dringend notwendige Konsequenzen:

  • Das Energieeinspeisungsgesetz (EEG) kann nach Meinung von anerkannten Fachleuten ersatzlos gestrichen werden – mit allen damit verbundenen Gesetzen und Auflagen

–          Der Bau von Pumpkraftwerken muss gegen den Protest von Umweltschützern und den Grünen durchgesetzt werden. Zumal sie sich bei unveränderter Faktenlage früher dafür eingesetzt hatten – zum Beispiel am Schluchsee im Schwarzwald.

–          Dezentrale, regionale Energieunternehmen müssen gefördert werden – z.B. Wasserkraftwerke.

–          Um deren internationale Wettbewerbsfähigkeit zu retten, sind rd. 2.000 energieintensive Betriebe von der Umlage befreit. (Wieso allerdings auch Golfplätze befreit sind, ist nicht einsehbar.) Außerdem verbrauchen Betriebe zum Teil nutzlos mehr Energie, um in den Genuß der Befreiung zu kommen. Diese Liste der Befreiungen bedarf der Überprüfung und Tranparenz.

–          Die Bedeutung der Sonne für das Weltklima muss stärker berücksichtigt werden.

–          Die bis 2100 vorgesehenen jährlichen 250 Milliarden € für den Umweltschutz in Deutschland sind für Experten sinnlos.

–          Die Regierung muss sich zeitnah auf den von ihr geförderten Ausbau der E-Mobilität sowie den damit erhöhten Stromverbrauch – und die zu erwartenden höheren Strompreise – einstellen, nachdem sie in den letzten Jahren die Förderung von Infrastruktur und Logistik verschlafen hat – wie auch die Nutzerfreundlichkeit der E-Tanksäulen durch Vereinheitlichung der „Tank-Karten“, deren Vielfalt zunehmend die E-Kunden verärgert.

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Anmerkung: In einer lockeren Folge werden wir weitere Argumentationshilfen für ausgesuchte Themen der deutschen Politik erarbeitet.
Mit Blick auf die Wahlen am 24. September 2017 wird hier eine Bilanz gezogen, die jeder Leser aufgrund seiner Erfahrungen ergänzen kann.
Wenn Sie die einzelnen Folgen kopieren und vielleicht auch weitergeben können, wären wir Ihnen dankbar. Sie haben damit die „gängigsten“ Argumente zum Wahlkampf an der Hand.
Bisher erschienen sind:
Folge I: „Die 17 politischen ´Todsünden` der Kanzlerin“ (am 11.08.´17) (https://conservo.wordpress.com/?s=tods%C3%BCnden+der+kanzlerin sowie
Folge II: „Todsünde“ illegale Masseneinwanderung“ (am 14.08.´17) (https://conservo.wordpress.com/2017/08/14/argumentationshilfen-fuer-den-wahlkampf-2017-folge-ii-todsuende-illegale-masseneinwanderung/),
Folge III: „Todsünde“ Rettung des Euro“ (am 17.08.´17)
Folge IV: „Todsünde Islam“ (am 20.08.2017) https://conservo.wordpress.com/2017/08/17/argumentationshilfen-fuer-den-wahlkampf-2017-folge-iii-todsuende-rettung-des-euro/
www.conservo.wordpress.com   21.08.2017

Über conservo

Über mich, „conservo“ – www.conservo.wordpress.com (Peter Helmes) Warum noch „conservo“? conservo will gezielt christlich-abendländische Werte vertreten und dem Zeitgeist entgegenwirken. „Moderne“ aller Couleur haben wir genug! Ich bin seit meiner Jugend ein Konservativer, also ein Rechter. conservo ist aber auch liberal, weil meiner Meinung nach jeder nach seiner Façon selig werden soll. Meine Grenze endet da, wo die Grenze eines anderen überschritten werden könnte. Meine Wertebasis ist die christlich-abendländische Tradition, der ich mich verpflichtet fühle. Die Einsicht in eine Letztverantwortlichkeit vor Gott und Jesu Liebesgebot bietet eine Basis für eine „menschliche“ Gesellschaft. Wenn wir die christlich-abendländische Grundorientierung verlieren, verlieren wir auch die Kraft zum Selbsterhalt. Ich trete ein für ein geeintes, föderales Deutschland, das seinen Regionen, Traditionen und Kulturen einen besonderen Stellenwert einräumt. Und ich stehe für ein einiges Europa, das in der westlichen Wertegemeinschaft seine Heimat hat und die jeweilige nationale Identität wahrt und stärkt – ein „Europa der Vaterländer“ . Klingt altbacken? Überhaupt nicht! Wo stehen wir denn heute, wenn aus „Vater“ und „Mutter“ „der Elter“ und „die Elter“ werden sollen? Wenn wir nicht mehr „Mann“ und „Frau“ sein dürfen, sondern von Natur aus alle gleich sind – und nur durch („falsche“) Erziehung zu Mann und Frau wurden? Wie verrückt sind wir eigentlich, diesem „Gender-Mainstream“ nachzulaufen, der solchen Unsinn produziert und nach dem wir an „DIE Jesus“ beten sollen? (Erinnert mich übrigens fatal an die „Mengenlehre“, die eine ganze, junge Generation verdorben hat, die heute kaum rechnen und schreiben kann.) Und wo leben wir eigentlich, wenn jeder Kriminelle auf freien Fuß gesetzt oder milde bestraft wird, nur weil er „eine schwere Kindheit“ hatte? Und wo kriminelle Ausländer nicht abgeschoben werden, weil in seinem „Zuhause“ ein karges Dasein wartet? Und wo leben wir, wenn Polizisten, die unsere Freiheit und Soldaten, die unser Land verteidigen, hemmungslosen Exzessen ausgesetzt werden – an denen grün-rote Politiker teilnehmen -, ohne daß die Gesellschaft aufschreit? Und wenn sich ein Soldat oder Polizist wehrt, damit rechnen muß, ein Strafverfahren am Hals zu haben? Ich streite für eine Besinnung auf unser Wertegerüst, das Deutschland und Europa über die Jahrhunderte geprägt und zivilisiert hat. Deshalb nenne ich mich „conservo“ (lateinisch: „ich bewahre“) Ich bin bereit, laut zu schreien, wenn der Unsinn zur Methode wird. Und wenn ich die Linken aller Couleur bei ihrer gesellschaftszerstörenden Agitation störe und ärgere, ist schon ein Teil meines Ziels erreicht. Ich lade Euch ein, alles zu kommentieren, zu korrigieren, zu kritisieren. conservo/Peter Helmes Ein P. S., die deutsche Sprache betreffend: Nur für mich persönlich, aber nicht zwingend für Gastautoren, gilt die alte Rechtschreibung. Ich benutze die alte Rechtschreibung aus zwei besonderen Gründen: 1. aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur … …durch die neue Rechtschreibung. Die Erfinder der „neuen“ Rechtschreibung mögen es gut gemeint haben, aber „gut gemeint“ bedeutet nach alter Erfahrung eher „schlecht gemacht“. Die neue Rechtschreibung bietet vor allem weder Schülern noch Lehrern Sprachsicherheit. Wenn es mir im Zweifelsfalle freigestellt bleibt, wie ich ein Wort – richtig – schreibe, fühlen sich alle genasführt. Wenn zugleich auch regelrechter Unsinn damit verbunden ist, wird der Quatsch zur Methode. Der Beispiele gibt es gar viele. Ich will ein Harmloses herausgreifen: „zusammensuchen“ (altes Deutsch): „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtsmaterial zusammensuchen“ (also nach dem Unterricht zusammenpacken = 1 Wort). In der neuen Rechtschreibung müßten die Betroffenen wohl erst ´mal ihr Material gemeinsam suchen: „Schüler und Lehrer sollten ihr Unterrichtmaterial zusammen suchen“ (und dann „zusammen einpacken“???). 2. Ich verwende ganz bewußt kein „Genderdeutsch“, … …z. B. wegen des unsäglichen Sprachflusses – wie spricht man „Sternchen“, ein großes „I“ und einen untenstehenden Bindestrich aus (z.B. Schüler*_Innen)? – und auch, weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen. Um die Absurdität des Genderdeutsch zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern. Genderdeutsch macht den Sprachfluß zunichte und zerstört damit ein Stück deutsche Identität – was wohl die Absicht der Erfinder dieses Sprachmordes ist. ----- Kurzprofil: Peter Helmes war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf allen politischen Feldern (Orts-, Landes-, Bundes- und internationale Ebene) tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 24 Jahren als selbständiger Politikberater und Publizist und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien). Er veröffentlichte bisher (Stand Sept. 2018) 45 Bücher und Broschüren, die hunderttausende Auflagen erreichten, und verfaßt regelmäßig „Konservative Kommentare“ und nahezu täglich Artikel zu Zeitvorgängen. Helmes gehörte im Bundestagswahlkampf 1980 zum engsten Wahlkampfstab von Franz Josef Strauß und war 1981 (neben Franz Josef Strauß, Gerhard Löwenthal, Ludek Pachman, Joachim Siegerist u.a.) Mitbegründer der „Die Deutschen Konservativen e.V.“, Hamburg. ***** conservo erreichen Sie über elektronische Post: Peter.Helmes@t-online.de -------- Konto-Verbindung: Peter Helmes, VR-Bank Neuwied-Linz, BIC: GENODED1NWD, IBAN: DE 82 5746 0117 0005 2058 73, Verwendungszweck: conservo --------------------------- Haftungsausschluß: Für die Inhalte von verknüpften Seiten übernehme ich keine Haftung. Rechtlicher Hinweis: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 -, Haftung für Links, hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man durch das Anhängen eines Links den Inhalt der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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3 Antworten zu Argumentationshilfe Folge V., „Todsünde“: Verzicht auf Nuklearenergie“

  1. karlschippendraht schreibt:

    Hier muss ich , obwohl ein erklärter Gegner der Grünen , bekennen dass auch ich die souveräne Beherrschung der Atomenergie beim heutigen Stand der Technik für noch nicht gegeben halte .
    Aber mit aller Entschiedenheit verurteile ich auch die widerwärtige Zerstörung der Natur durch diese hässlichen und uneffektiven Windkrafträder , die nebenbei auch noch unsere Tierwelt über und unter Wasser bedrohen . Nach wie vor favorisiere ich die Wasserstofftechnik . Natürliches Wasser hat noch nie unsere Umwelt vergiftet .

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